Category: Novels
Sämtliche Werke 9-10
Erstes Buch: Die Geschichte einer Familie Seite I. Kap. Fedor Pawlowitsch Karamasoff 1 II. „ Der erste Sohn 7 III. „ Die zweite Frau und deren Kinder 12 IV. „ Der dritte Sohn Aljoscha 23 V. „ Die Startzen 38
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Erstes Buch: Die Geschichte einer Familie Seite I. Kap. Fedor Pawlowitsch Karamasoff 1 II. „ Der erste Sohn 7 III. „ Die zweite Frau und deren Kinder 12 IV. „ Der dritte Sohn Aljoscha 23 V. „ Die Startzen 38
Erstes Buch: Die Geschichte einer Familie Seite I. Kap. Fedor Pawlowitsch Karamasoff 1 II. „ Der erste Sohn 7 III. „ Die zweite Frau und deren Kinder 12 IV. „ Der dritte Sohn Al...
2. Part 2Er war zweimal verheiratet gewesen und hatte drei Söhne, – den ältesten, Dmitrij Fedorowitsch, von der ersten Frau; die beiden anderen, Iwan und Alexei, von der zweiten. Die ers...
3. Part 3Die Generalin starb jedoch schon bald darauf und vermachte in ihrem Testament jedem der Kleinen tausend Rubel – „Zu ihrer Bildung zu verwenden, und daß dieses Geld unbedingt für...
4. Part 4Noch ein Wort über Fedor Pawlowitsch. Er hatte längere Zeit über nicht in unserem Städtchen gelebt. Im dritten oder vierten Jahre nach dem Tode seiner Frau war er in den Süden R...
5. Part 5Der Staretz Sossima war fünfundsechzig Jahre alt; er stammte aus einer Gutsbesitzerfamilie, war als Junge Kadett gewesen und hatte im Kaukasus als Oberleutnant gedient. Zweifell...
6. Part 6„In ein fremdes Kloster soll man nicht mit seinem Reglement eintreten,“ bemerkte er. „Im ganzen suchen hier in dieser Einsiedelei fünfundzwanzig Heilige ihr Seelenheil, beobacht...
7. Part 7„Heiligster Mensch! Lassen Sie mich Ihre Hand küssen,“ rief aufspringend Fedor Pawlowitsch begeistert aus, beugte sich geschwind und drückte schmatzend einen Kuß auf die magere...
8. Part 8„Fürchte nichts, und fürchte dich niemals, und ängstige deine Seele nicht. Wenn nur die Reue in dir nicht verarmt – wird Gott dir alles verzeihen. Gibt es doch keine Sünde, kann...
9. Part 9Die Abwesenheit des Staretz aus der Zelle dauerte im ganzen vielleicht nur fünfundzwanzig Minuten. Es war schon halb eins, doch Dmitrij Fedorowitsch war noch immer nicht gekomme...
10. Part 10„Gestatten Sie mir, meine Herren, Ihnen eine kleine Geschichte zu erzählen,“ sagte plötzlich eindringlich und mit gewissermaßen besonders würdevoller Miene Miussoff. „Es war vor...
11. Part 11„Ja, eine Schmach und eine Schande ist es!“ rief plötzlich Kalganoff, der die ganze Zeit geschwiegen hatte, mit seiner brechenden und vor Erregung zitternden Stimme und wurde üb...
12. Part 12„Literarischer Diebstahl, Aljoscha! Du kopierst deinen Staretz in schönen Phrasen. Und was für ein Rätsel euch dieser Iwan aufgegeben hat!“ sagte Rakitin mit unverhohlener Boshe...
13. Part 13„Ta–ta–ta! Scheinheiligkeit und alte Phrasen! Alte Phrasen und alte Heuchelei! Alte Lüge und die alten Faxen der Verbeugungen bis zur Erde! Wir kennen diese Verbeugungen! ‚Einen...
14. Part 14Hier gab es einen besonderen Umstand, der Grigorij tief erschütterte und ihn in einem früheren, unangenehmen, wenn nicht ekelhaften Verdacht bestärkte. Diese Lisaweta war sehr k...
15. Part 15„Zu ihr und zum Vater! Herrgott! Das ist mir mal ein Zusammentreffen! Ja, warum rief ich dich denn, warum ersehnte ich dich, warum dürstete und lechzte ich denn mit allen Ecken...
16. Part 16„Da kommt nun mit einemmal der neue Major an, um das Bataillon zu übernehmen. Übernimmt es; doch siehe, der alte Oberstleutnant wird plötzlich krank, kann sich nicht bewegen, si...
17. Part 17„Katerina Iwanowna wird alles verstehen,“ sagte Aljoscha plötzlich sehr ernst, „sie wird die ganze Tiefe dieser Qual verstehen und alles verzeihen. Sie hat einen klaren Verstand...
18. Part 18Aber siehe da, plötzlich tat Bileams Esel das Maul auf. Das Thema war ein ganz sonderbares, zufälliges: Grigorij hatte am Morgen, als er beim Kolonialwarenhändler Lukjanoff eink...
19. Part 19„Ist recht so, sollst ihn auch lieben.“ (Fedor Pawlowitsch war bereits stark berauscht.) „Hör, Aljoscha, ich sagte deinem Staretz vorhin eine Grobheit. Nun, ich war erregt. Aber...
20. Part 20„Iwan, erlaube mir, noch etwas zu fragen: Hat denn wirklich jeder Mensch das Recht, wenn er auf die übrigen Menschen blickt, zu entscheiden, wer von ihnen es wert ist zu leben,...
21. Part 21„Und Sie verstehen mich vielleicht auch gar nicht so, liebes Fräulein, ich bin vielleicht viel schlechter, als ich hier vor Ihnen scheine. Im Herzen bin ich schlecht; bin eigens...
22. Part 22Pater Paissij ging hinaus. Aljoscha wußte jetzt, daß die Todesstunde des Staretz nicht mehr fern war, wenn er auch noch einen oder zwei Tage leben konnte. Und so beschloß er sof...
23. Part 23„Unsere Speiseregel ist nach alter Einsiedlersatzung folgende: Während der großen Fastenzeit vor Ostern gibt es am Montag, Mittwoch und Freitag nichts, am Dienstag und Donnersta...
24. Part 24„Nun ja, auch ich sagte es nur so ...“ Der Alte blickte ihn an. „Hör mal, hör,“ rief er ihm plötzlich noch nach; „komm einmal zur Fischsuppe her, werde eine kochen lassen, eine...
25. Part 25„Das ist nicht wahr, Sie haben ihn schon bei sich. Ich wußte es ja, daß Sie so antworten würden. Sie haben ihn in der Tasche. Ich habe diesen dummen Scherz die ganze Nacht so fu...
26. Part 26„O, ich meine natürlich nicht, daß Sie uns verlassen, natürlich meinte ich das nicht so,“ versuchte sie gleichsam ihren unbedachten Ausruf mit freundlichem Gesellschaftslächeln...
27. Part 27„Nein, verehrteste Warwara Nikolajewna, diesmal täuschen Sie sich, Verehrteste, haben es nicht erraten! Gestatten Sie“ – damit wandte er sich geschwind wieder zu Aljoscha – „mic...
28. Part 28„Zorn!“ griff der Hauptmann sofort das Wort auf, „Sie haben es richtig benannt. Er ist ein kleines Wesen, aber sein Zorn ist um so größer. Sie kennen noch nicht alles; erlauben...
29. Part 29„Ach, liebster Alexei Fedorowitsch,“ flüsterte sie ihm plötzlich ins Ohr, „Lise hat mich soeben maßlos in Erstaunen gesetzt, aber sie hat mich auch gerührt, und darum verzeiht i...
30. Part 30„Meine Brüder stürzen sich ins Unglück,“ fuhr er niedergeschlagen fort, „und mein Vater tut dasselbe. Und zusammen mit sich bringen sie auch noch andere ins Unglück. Das ist die...
31. Part 31„Ich erinnere mich unserer ganzen Kindheit, Aljoscha, ich erinnere mich deiner bis zum elften Jahre, ich war damals vierzehn, fünfzehn Jahre alt. Fünfzehn und elf, das ist ein s...
32. Part 32„Scherze? Das fragst du, weil man gestern beim Staretz sagte, daß ich scherze. Sieh, mein Liebling, im siebzehnten Jahrhundert lebte ein großer Sünder, und der hat von Gott gesa...
33. Part 33„Es ist bewundernswert, wie du die Worte zu verdrehen verstehst, wie Polonius im _Hamlet_ sagt,“ bemerkte Iwan lachend. „Du hast mich beim Wort gefangen; meinetwegen, es freut m...
34. Part 34„Und kannst du glauben, daß die Menschen, für die du baust, einwilligen werden, ihr Glück auf Grund des ungerecht vergossenen Blutes jenes zu Tode gehetzten Knaben zu empfangen?...
35. Part 35„‚Entscheide selbst, wer damals recht hatte: Du oder jener, der Dich damals befragte? Erinnere Dich der ersten Frage. Ihr Sinn, wenn auch nicht ihr Wortlaut war folgender: „Du w...
36. Part 36Aljoscha hatte ihm schweigend zugehört, doch zum Schluß hin, offenbar nicht wenig erregt, mehrmals den Bruder unterbrechen wollen, sich aber jedesmal bezwungen. Als nun Iwan plö...
37. Part 37„Schläft der Vater noch, oder ist er schon aufgestanden?“ fragte er mit leiser und fast freundlicher Stimme, und ebenso unerwartet für sich selbst, setzte er sich plötzlich auf...
38. Part 38Es war schon sehr spät, aber Iwan Fedorowitsch schlief noch immer nicht. Die Gedanken ließen ihm keine Ruhe. Spät erst legte er sich in dieser Nacht zu Bett, erst nach zwei Uhr...
39. Part 39Als Aljoscha mit Schmerz und Aufregung im Herzen die Zelle des Staretz betrat, blieb er im ersten Augenblick vor Verwunderung stehen: statt einen sterbenden Kranken vorzufinden,...
40. Part 40So waren wir denn allein, meine Mutter und ich. Bald kamen gute Bekannte mit ihrem Rat zu uns: „Ihnen ist nur ein Sohn verblieben,“ sagten sie zu meiner Mutter, „arm sind Sie ni...
41. Part 41In der Kadettenanstalt zu Petersburg blieb ich fast acht Jahre, und in der neuen Umgebung traten viele meiner Kindheitseindrücke zurück, doch habe ich sie selbst dort nie ganz v...
42. Part 42Er hatte mich angehört und sah mich freundlich an: „Das alles,“ sagte er, „interessiert mich außerordentlich, und ich werde noch öfter zu Ihnen kommen.“ Seit der Zeit kam er den...
43. Part 43Er setzte sich. Ich stand vor ihm. „Setzen Sie sich gleichfalls.“ Ich setzte mich. So saßen wir etwa drei Minuten, er sah mich starr fixierend an, und plötzlich lächelte er, sta...
44. Part 44Über die Diener füge ich aber noch folgendes hinzu: Früher in meiner Jugend ärgerte ich mich viel über sie: die Köchin hatte zu heiß angerichtet oder der Bursche die Kleider nic...
45. Part 45Hier endigt die Handschrift Alexei Fedorowitsch Karamasoffs. Ich wiederhole, daß sie nicht vollständig, sondern nur bruchstückartig ist. Die lebensgeschichtlichen Nachrichten um...
46. Part 46Kaum hatte sich der Verwesungsgeruch bemerkbar gemacht, so konnte man schon am Mienenspiel der Mönche, die in die Zelle des Entschlafenen eintraten, erkennen, warum sie kamen. S...
47. Part 47Sehen Sie: wenn ich auch vorhin sagte (vielleicht etwas zu voreilig), daß ich jene Stimmung meines Jünglings weder erklären, noch entschuldigen oder rechtfertigen werde, so sehe...
48. Part 48„Du hast mich erschreckt, Rakitka, das ist’s!“ Gruschenka wandte sich sofort mit einem Lächeln zu Aljoscha. „Fürchte dich nicht, Aljoscha, mein Täubchen, ich freue mich furchtba...
49. Part 49„Schweig, Rakitka, du verstehst nichts von uns! und wage es nicht, mich _Du_ zu nennen, ich erlaube es dir nicht, – seit wann hast du dir diese Frechheit überhaupt herausgenomme...
50. Part 50Ja, zu ihm, zu ihm kam er, der hagere kleine Alte, mit den feinen Runzeln im Gesicht, freudig und verklärt lächelnd. Der Sarg ist nicht mehr da, und er ist im selben Gewande, in...
51. Part 51Am Tage nach seinem Gespräch mit Aljoscha auf dem Felde (nach welchem Mitjä die ganze Nacht nicht hatte schlafen können), erschien er um zehn Uhr morgens im Hause Ssamssonoffs u...
52. Part 52„Väterchen, ich werde mit dem Licht hierbleiben und werde einen Augenblick zu erhaschen versuchen. Wenn er aufwacht, werde ich sofort beginnen ... Das Licht werde ich dir bezahl...
53. Part 53„Das ist allerdings sonderbar, gnädige Frau,“ bemerkte Mitjä erstaunt und setzte sich etwas schwerfällig, „doch ... ich komme in einer sehr wichtigen Angelegenheit ... die wicht...
54. Part 54Er wartete etwa zwei Minuten lang, aber sein Herz schlug so heftig, daß er nach Atem rang. „Nein, das Herzklopfen wird nicht vorübergehen,“ dachte er, „ich kann nicht länger war...
55. Part 55„Nein,“ sagte Mitjä, der wieder das Geldpaket betrachtete, aber er schien es selbst nicht genau zu wissen, und so blätterte er mit den Fingern die ersten zwei, drei Scheine zurü...
56. Part 56„Ich habe einmal ein ähnliches gesehen ... im Regiment ...“ sagte Mitjä gedankenverloren, „nur hatte es sich die Hinterpfötchen gebrochen ... Pjotr Iljitsch, ich wollte dich noc...
57. Part 57„Von Zigeunern ist jetzt nichts zu hören, Dmitrij Fedorowitsch, die Obrigkeit hat sie vertrieben, aber es gibt hier ein paar Juden, die spielen auf Zimbeln und Geigen, nicht wei...
58. Part 58„Was soll das wieder heißen?“ fuhr Gruschenka sofort auf. „Lassen Sie doch wenigstens andere reden! Wenn Sie sich langweilen, so sollen sich die anderen wahrscheinlich mitlangwe...
59. Part 59Der kleine Pan begab sich, puterrot vor Wut, doch ohne ein Atom von seiner Würde zu verlieren, bereits zur Tür, als er plötzlich stehen blieb und sich zu Gruschenka zurückwandte:
60. Part 60Er stürzte noch ein Glas hinab und – es schien ihm selbst sonderbar – erst von diesem Glase wurde er betrunken, ganz plötzlich, bis dahin war er immer noch nüchtern gewesen. Das...
61. Part 61„Wie lange, wie lange wird man mich noch mit diesem furchtbaren Menschen peinigen!“ rief sie empört. „Wie wagen Sie es, mein Herr, eine Ihnen ganz unbekannte Dame in ihrem Hause...
62. Part 62Man beschloß, energisch zu handeln. Der Gehilfe des Polizeimeisters wurde sofort beauftragt, vier Zeugen für die Haussuchung und zur Hilfeleistung aufzutreiben, und dann begab m...
63. Part 63„Schreiben Sie es nur auf, meine Herren, ich begreife ja sehr gut, daß das wiederum ein Verdachtsmoment gegen mich ist. Aber ich fürchte keine Verdachtsmomente und rede selbst w...
64. Part 64Ich werde natürlich nicht die ganze Erzählung dessen, was dem Leser bereits bekannt ist, wiederholen. Dmitrij Fedorowitsch wollte alles ganz ausführlich erzählen und doch in sei...
65. Part 65Mitjä bat, sich einen Augenblick erholen zu dürfen. Das wurde ihm höflich erlaubt. Nachdem er eine Weile still vor sich hingesonnen hatte, fuhr er fort. Es wurde ihm aber augens...
66. Part 66Alle Sachen wurden den Zeugen gezeigt, man schrieb darauf das Ergebnis der Besichtigung auf, und schließlich ging der Untersuchungsrichter fort, und die Kleidungsstücke wurden i...
67. Part 67„Dann wundere ich mich über Sie. Aber es ist wahr, ich werde mich deutlicher erklären müssen; es ist vielleicht wirklich nicht ganz klar. Hören Sie und passen Sie auf: Ich eigne...
68. Part 68„Ich danke Ihnen, meine Herren, ich wußte es, wußte, daß Sie ehrenhafte und gerechte Menschen sind, abgesehen von allem ... Sie haben mir eine Last vom Herzen genommen ... Nun,...
69. Part 69Sie verließ das Zimmer. Mitjä war ruhig und schien wieder Mut und Kraft geschöpft zu haben, – doch schien das nur eine kurze Zeit so. Es überkam ihn immer wieder eine ganz sonde...
70. Part 70Koljä, der Jüngste unter ihnen, und daher von den anderen etwas herablassend Behandelte, hatte aus knabenhaftem Ehrgeiz oder aus unverzeihlicher Tollkühnheit vorgeschlagen, nach...
71. Part 71„Hör mal, leichtsinniges Frauenzimmer,“ begann Krassotkin, sich von seinem Platz erhebend, „kannst du mir schwören bei allem, was es Heiliges hier in dieser Welt gibt und außerd...
72. Part 72So regte Koljä sich unnütz auf, während er wartete und sich aus allen Kräften bemühte, eine möglichst ungezwungene Haltung anzunehmen. Am meisten quälte ihn, daß er so klein von...
73. Part 73In dem uns bekannten Zimmer, das der Hauptmann Ssnegireff mit seiner Familie bewohnte, war die Luft in diesem Augenblick ebenso drückend, wie das Zimmer selbst durch die zahlrei...
74. Part 74Koljä hielt die kleine Kanone hoch, damit alle sie sehen konnten. Iljuscha richtete sich im Bett auf und betrachtete, den rechten Arm um den Hals Pereswonns geschlungen, ganz en...
75. Part 75„O ja, alles ... das heißt ... warum glauben Sie, daß ich ihn nicht verstanden hätte? Es kommen dort natürlich viele schmutzige Gemeinheiten vor ... Ich verstehe doch, daß es ei...
76. Part 76„Ich will keinen guten Jungen! Ich will keinen anderen Jungen!“ kam es in wildem Geflüster aus ihm heraus, und er knirschte mit den Zähnen, „wenn ich dein vergäße, Jerusalem, so...
77. Part 77„Iwan hat mit mir kein einziges Mal über Mitjä gesprochen,“ sagte er langsam, „und überhaupt hat er in diesen zwei Monaten wenig mit mir gesprochen, und wenn ich zu ihm gegangen...
78. Part 78oder so ähnlich, ich kann alles eher, als Verse behalten. Ich habe das Gedicht hier irgendwo, ich werde es Ihnen später zeigen. Und wissen Sie, es war darin nicht nur vom Füßche...
79. Part 79„Ich will mich verderben. Hier gibt es einen kleinen Knaben, der zwischen den Schienen gelegen hat, während der Zug über ihn hinwegfuhr. Der Glückliche! Wissen Sie, Ihren Bruder...
80. Part 80„Ich habe es hier, wart, ich werde es dir vorlesen. Du weißt noch nicht alles, ich habe es dir nicht erzählt, das ist ja eine ganze Geschichte. Der Spitzbube! Denk dir, vor drei...
81. Part 81„Aljoscha, mein Liebling, es ist Zeit, daß du gehst!“ sagte er plötzlich eilig, als wollte er ihn schneller forthaben. „Der Aufseher hat schon auf dem Hof gerufen, er wird gleic...
82. Part 82Schon auf der Rückfahrt hatte er die ganze Zeit im Waggon an Ssmerdjäkoff und sein letztes Gespräch mit ihm am Abend vor seiner Abreise gedacht. Vieles hatte ihn beunruhigt, vie...
83. Part 83„Erinnerst du dich noch dessen, wie ich damals, als Dmitrij nach Tisch plötzlich hereingestürzt war und den Vater verprügelt hatte, – wie ich dir auf dem Hofe sagte, daß ich das...
84. Part 84P. S. Ich schreibe einen Fluch, und doch bete ich dich an! Das fühle ich in meiner Brust. Eine einzige Saite ist noch geblieben, und die klingt fort. Besser ist, man reißt das H...
85. Part 85„Aber sie hätten doch selbiges Geld nie gefunden. Das hatte doch nur ich ihnen so gesagt, daß das Geld unter dem Kissen sei. Das war ja gar nicht wahr. Zuerst, seht mal, hatte e...
86. Part 86„Nun was, erschlagt mich doch. Erschlagt mich jetzt gleich,“ sagte Ssmerdjäkoff plötzlich in ganz eigentümlicher Weise, und der Blick, mit dem er Iwan anblickte, war so sonderba...
87. Part 87„Mein Freund, heute habe ich eine besondere Methode gewählt, ich werde sie dir später erklären. Wart, wo blieb ich denn eigentlich stehen, wovon sprach ich doch? Ach so! Also ic...
88. Part 88„Mein Freund, ich wollte dich ja nur erheitern. Aber ich schwöre dir, das ist die echteste Jesuitenkasuistik, und du kannst mir glauben, daß ich Wort für Wort wiederhole, was ic...
89. Part 89„Nein, er weiß, was er sagt. Aus Stolz sagt er, aus Stolz wirst du hingehen, du wirst dich hinstellen und sagen: ‚_Ich_ bin es, der ihn erschlagen hat! Warum windet ihr euch vor...
90. Part 90Endlich kündigte der Vorsitzende laut den Gegenstand der Verhandlung an: den Prozeß wegen Ermordung des verabschiedeten Titularrats Fedor Pawlowitsch Karamasoff. Ich erinnere mi...
91. Part 91„Ich verstehe, oh, ich verstehe nur zu gut!“ rief Fetjukowitsch aus, als wäre er ganz konfus geworden, und als wolle er sich entschuldigen. „Sie konnten ja wie jeder andere in V...
92. Part 92Es geschah das sogar für Aljoscha ganz unerwartet. Er wurde unvereidigt vernommen, und ich erinnere mich, daß man sich allerseits, von den ersten Worten des Verhörs an, außerord...
93. Part 93Fetjukowitsch fragte sie, wie ich mich erinnere, unter anderem auch über Rakitin und die fünfundzwanzig Rubel aus, die sie ihm versprochen hatte, wenn er Alexei Fedorowitsch Kar...
94. Part 94„Er quälte sich maßlos,“ rief sie aus, „er wollte dessen Schuld vermindern, indem er mir eingestand, er selbst hätte seinen Vater nicht geliebt und vielleicht sogar seinen Tod g...
95. Part 95„In der Tat,“ fuhr er fort, „was ist nun diese Familie der Karamasoffs, die plötzlich eine so traurige Berühmtheit erlangt hat, sogar bis in die fernsten Gegenden Rußlands? Viel...
96. Part 96Nun begann Hippolyt Kirillowitsch äußerst weitläufig und umständlich das Bild der ganzen verhängnisvollen Leidenschaft des Angeklagten für Gruschenka aufzurollen. Er begann mit...
97. Part 97Hippolyt Kirillowitsch hielt es für nötig, zuerst den Charakter Ssmerdjäkoffs, „der sich wahrscheinlich in einem Anfall krankhafter Angst oder in völligem Irrsinn das Leben geno...
98. Part 98Und weiter: plötzlich wird hierher in diesen Saal Geld gebracht, eine Summe von genau dreitausend Rubel. ‚Das sind dieselben Dreitausend, die in jenem Kuvert, das dort auf dem T...
99. Part 99„Und da steht er nun vor seinen Richtern, die über sein Leben zu entscheiden haben. Meine Herren Geschworenen, es gibt Augenblicke, in denen uns bei unserer Pflicht fast Grauen...
100. Part 100Alles war verstummt, als die ersten Worte des berühmten Redners erklangen. Alle Blicke hingen wie gebannt an ihm. Er begann ganz ohne Umschweife, einfach und überzeugt, ohne die...
101. Part 101„Meine Herren Geschworenen,“ hub der Verteidiger wieder an, „im vorliegenden Fall setzt jeden unvoreingenommenen Menschen sofort eine charakteristische Besonderheit in Erstaunen...
102. Part 102„Meine Herren Geschworenen, es handelt sich um ein Menschenleben, da müssen wir vorsichtiger sein. Wie wir gehört haben, hat der Ankläger selbst zugegeben, daß er bis auf den he...
103. Part 103An dieser Stelle wurde der Verteidiger durch ziemlich starken Applaus unterbrochen. In der Tat, seine letzten Worte hatte er in einem so ehrlich klingenden Tone gesprochen. Alle...
104. Part 104„Meine Herren Geschworenen, Sie erinnern sich dieser furchtbaren Nacht, von der heute schon so viel gesprochen worden ist, in der der Sohn über den Zaun geklettert war, der des...
105. Part 105Und darauf Punkt für Punkt dieselbe Antwort: Schuldig, schuldig, schuldig, und zwar ohne die geringste Milderung! Das hatte niemand erwartet! Selbst die Strengsten waren überzeu...
106. Part 106„Und was ich dir noch sagen wollte, Alexei,“ fuhr Mitjä mit einer ganz eigentümlich klangvollen Stimme fort, „wenn man mich unterwegs oder _dort_ schlagen will – das werde ich n...
107. Part 107„Mama, bekreuze ihn, segne ihn, küsse ihn!“ rief ihr Ninotschka weinend zu. Die Mama aber zuckte nur immer mit ihrem Kopf, sprachlos wie ein Automat, während ihr Gesicht von hei...
108. Part 108