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Die menschliche Familie nach ihrer Entstehung und natürlichen Entwickelung

Dem Buche, welches ich hiermit der Öffentlichkeit übergebe, habe ich nur wenige Worte voranzusenden. Die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der menschlichen Familie ist in den jüngsten Jahren mehrfach erörtert und selbst in populärer Weise dargestellt worden. Ernste Forsc...

Chapters

4. Part 4

Wie verschiedenartig auch der geschlechtliche Verkehr in der Tierwelt sich gestalten möge, die vereinigende Begegnung hat doch nur in wenigen Fällen die +Familie+ zur Folge. Nat...

32. Part 32

Wo das Weib ein Besitzgegenstand des Mannes wird, da fallen diesem auch die +Kinder+ als Eigentum zu. Kinder vermehren aber seinen Wohlstand, männliche als spätere Arbeitskräfte...

16. Part 16

Gegen diese Deutung, die er eine „verwegene“ nennt, wendet sich der jüngste, glaubensstarke Anwalt der Naturvölker, Dr. +Schneider+, und es verlohnt der Mühe, den Bocksprüngen e...

24. Part 24

Zu den Polyandristen des Himalayagebietes zählen vornehmlich mongolenähnliche, wenn auch in schwachem Masse hinduisierte Stämme, wie die Bhutia, welche als Hirten in Bhutan an d...

42. Part 42

Aus dem Mitgeteilten erhellt die Natur dieser eigentümlichen Bündnisse. +Moriz Lüttke+ nennt sie kurzweg „legalisierte Prostitution“,[962] trifft aber damit schwerlich das Richt...

18. Part 18

Im allgemeinen darf man den nackten, auf rohe Gewalt gegründeten Weiberraub unter den heutigen Wilden für eine Seltenheit erklären, und sogar bei vielen Stämmen Australiens ist...

20. Part 20

In der That, wenn die Kinder als Fortsetzer der Mutter galten, so musste auch ihr Eigentum bei ihnen sich fortsetzen. Aber auch die Brüder der Mutter konnten ihr Eigentum nur de...

21. Part 21

Ich sagte oben, dass unter den Mortlockinsulanern der älteste Mann aus der ältesten Familie das politische Haupt des Stammes sei. Der ganze Stamm nennt ihn seinen Häuptling: _Só...

13. Part 13

Ich wende mich zunächst nach jenem Erdteile, welcher seiner Entdeckung nach der jüngste, doch in Wahrheit als einer der ältesten zu betrachten ist, denn wir haben ihn als eine v...

28. Part 28

Diese Stufe des +Scheinraubs+ wird also hauptsächlich dadurch gekennzeichnet, dass man von der zu übenden Rache Abstand zu nehmen begann und zur Umwandlung des Vergeltungs- oder...

11. Part 11

Unwillkürlich fragen wir nach Gründen, geeignet, die Lieblosigkeit der Urzeit einigermassen zu erklären. Einer darunter mochte wohl darin liegen, dass die Geschlechter von einan...

8. Part 8

Die Wucht aller dieser Thatsachen ist nicht zu unterschätzen, und auch +Lippert+ scheint der +Peschel+schen Ansicht beizupflichten; ja er unterstützt dieselbe durch ein weiteres...

51. Part 51

In Athen hatte die solonische Gesetzgebung die Entwicklungskeime der Demokratie gepflanzt, und je schneller diese sich entfalteten, wurde der Mann, dessen Heimat die Öffentlichk...

7. Part 7

Aus dem Gesagten erhellt, dass wenn man vielleicht mit „Schamlosigkeit“ den Mangel an Keuschheit, Sittsamkeit und Schamgefühl zusammenfassend bezeichnen darf, doch nur für letzt...

3. Part 3

Wenden wir uns von den Werbesitten den Formen des Verkehrs zwischen den Geschlechtern zu, so bietet die Tierwelt darin grosse Mannigfaltigkeit. Wohl die niedrigste Stufe, zuglei...

9. Part 9

Nur aus der sekundären Natur dieses Instinktes erklären sich endlich die erstaunlichen Rösselsprünge, welche das mehr oder weniger entwickelte Schamgefühl macht. Bei den sehr we...

27. Part 27

Im Wesen aller menschlichen Dinge liegt es nun, dass sie sich wandeln, dass sie alle gewissermassen nur eine Durchgangsphase sind und schliesslich zu etwas ganz anderem werden,...

22. Part 22

Gleichviel indessen, ob Vielweiberei oder Vielmännerei Platz griff, ein Zusammenleben der Gatten ist in der matriarchalischen Gesellschaftsordnung durchaus +nicht+ erforderlich...

25. Part 25

Ist Vielmännerei, nach dem im vorhergehenden Abschnitte Gesagten, keineswegs als eine notwendige Übergangsform anzusehen, welche jedes Volk einmal durchlaufen haben muss, so erh...

2. Part 2

Im allgemeinen dürfte jedoch dem Urteile nicht zu widersprechen sein, dass bei niedrigen Menschenstämmen und unter normalen sozialen Verhältnissen der erotische Antrieb, der Paa...

52. Part 52

Die Monogamie wurde in Rom zwar von den ältesten Zeiten an streng eingeschärft; jede zweite, gleichzeitige Ehe war nichtig, infam und wurde als Ehebruch bestraft, aber zu allen...

53. Part 53

Eine weitere Folge dieser Ansichten von der Ehe war eine starke Missbilligung der zweiten Heirat. Schon den Römern wurde die zweite Ehe einer Frau anstössig; dass Männer eine zw...

38. Part 38

Der Stifter des Islâms hatte, wie gesagt, vor allem die Vermehrung seiner Völker im Auge. Daher übte er Nachsicht für die folgenreichen Fehltritte unverheirateter Frauen; andere...

40. Part 40

Die Haremsitten wechseln natürlich von Volk zu Volk; richtiger: jedes Volk folgt darin je nach seiner Anlage bestimmten Gepflogenheiten, wenngleich die Vorschriften des Gesetzes...

37. Part 37

Die landläufigen Urteile über Vielweiberei, von den christlich-sittlichen Anschauungen unserer Zeit beeinflusst, sind überhaupt nicht selten herzlich schief. Vielfach verwechsel...

30. Part 30

Was die +slavischen+ Völker anbelangt, so scheint sich bei ihnen der Frauenkauf nicht zu so allgemeiner Geltung emporgerungen zu haben. Doch soll diese Form der Ehe in Polen im...

45. Part 45

Einer höheren Stufe der Rechtsentwicklung als Manus Gesetzbuch gehört das Gesetzwerk des +Narada+[1030] an, dessen Abfassung in das fünfte oder sechste christliche Jahrhundert z...

14. Part 14

[242] Ich selbst hatte einmal Gelegenheit, aus dem Munde einer jungen, nicht ungebildeten und durchaus nicht sinnlich veranlagten Deutschen das naive Geständnis zu vernehmen, da...

5. Part 5

Die unter den zahlreichen Menschenstämmen der Gegenwart und der Vergangenheit -- so weit wir davon Kunde besitzen -- unleugbar obwaltenden Abstufungen gestatten nun, an ihnen bi...

10. Part 10

Es ist also immerhin die Rolle der Sinnlichkeit selbst in der idealsten Liebe, die sich ausschliesslich und heroisch einem einzigen Gegenstande opfert, nicht zu unterschätzen. S...

43. Part 43

[995] Dass Ähnliches, wenn auch hoffentlich nur ausnahmsweise, unter den Kulturnationen möglich ist, beweist folgende, im September 1886 aus Marseille gemeldete Begebenheit: die...

54. Part 54

Je mehr der Mensch jedoch sich geistig und moralisch entfaltete, desto mehr enttierten sich auch seine geschlechtlichen Ansprüche. Der wilde Mann befriedigte sie zunächst nach d...

34. Part 34

Die Wandlung der religiösen Vorstellungen vollzog sich begreiflicherweise Hand in Hand mit der Ausbildung der neuen Familienordnung und der darauf sich aufbauenden Gesittung. Un...

35. Part 35

Deshalb kann es nicht überraschen, fast bei allen staatenbildenden Völkern der Geschichte in der einen oder anderen Gestalt der Vielweiberei zu begegnen. Ich sage: in der einen...

31. Part 31

Schon der Venezianer +Marco Polo+ gedenkt der Sitte aus Tibet,[684] wie wir wissen, einem Hauptherde der Polyandrie. Bestätigung erhält seine Angabe durch +Biddulph+, der von de...

48. Part 48

Ist die Brüderschaft ein treues Bild des Clans, so läge es nahe, die Hausgemeinschaft der Sippe gleichzustellen. Dem ist indes nicht ganz so. Die Sippe wurzelt in der Blutsverwa...

41. Part 41

Bei der wichtigen Rolle, welche dem Harem in der Geschichte des Familienlebens so vieler Völker zufällt, dürfen -- so sehr das Anstandsgefühl sich dagegen sträubt -- jene Punkte...

12. Part 12

Zweifellos hat von allem Anfange an der Mensch zu den geselligen Geschöpfen gehört. Sind doch gerade diese Triebe bei seinen nächsten Verwandten im Tierreiche besonders stark en...

23. Part 23

[458] G. A. +Wilken+. _Over de verwantschap en het Huwelijks- en Erfrecht bij de volken van het maleische Ras._ Amsterdam 1883. S. 7. Die Namen dieser Siedlungen sind bei den an...

6. Part 6

Wir nehmen nun die Bibel zur Hand, die einzige Quelle alles Wissens der Gläubigen über die Urzeit. Es ist wohl unnötig zu betonen, dass wer nicht mit vorgefassten Meinungen an d...

50. Part 50

Ursprünglich allerdings liefen Gentilität und Agnation nicht auf denselben Ursprung zurück. +Mac Lennan+ hat es sehr wahrscheinlich gemacht, dass die Geschlechter der Griechen u...

29. Part 29

Sicherlich war der Weg vom Weiberraube zum Frauenkaufe ein langer und weiter. Seine einzelnen Stationen begleiteten überall der Verfall des Mutterrechtes und die Ausbildung der...

33. Part 33

Wie lange es gedauert, ehe das Vaterrecht in der Familie den vollen Sieg errang, lässt sich nicht aussprechen. Die Menschen der urzeitlichen Muttergruppe und des strengen Mutter...

26. Part 26

Unwillkürlich drängt sich wohl dem Leser der Zusammenhang solcher Ehesitten mit der Prostitution im allgemeinen auf, d. i. der gewerbsmässigen Polyandrie, welche auch bei den hö...

55. Part 55

Was die Ehe anbetrifft, so hat sich gezeigt: +keine+ Eheform ist +unbedingt+ notwendig. Die Menschheit hat es schon mit gar vielen versucht. Sie wird neue Formen ersinnen. Nach...

39. Part 39

Alles bisher Gesagte bezieht sich auf die höchstens +vier+ gesetzmäßigen Gattinnen (_Hanum_), welche der Korân dem Gläubigen gestattet. Die Verpflichtungen, welche ihm jeder geg...

19. Part 19

[364] +Humboldts+ Reise in die Äquinoctial-Gegenden. Bd. II. S. 15-16. „Gewiss sind dies Verwandte von mir, denn ich verstehe sie, wenn sie mit mir sprechen,“ sagen Indianer von...

36. Part 36

Die chinesische Familie ist nach +Tscheng-ki-Tong+ eine Art Teilhabergenossenschaft, in welcher die Güter gewöhnlich in gemeinsamem Besitz sind und deren Mitglieder, solidarisch...

1. Part 1

Dem Buche, welches ich hiermit der Öffentlichkeit übergebe, habe ich nur wenige Worte voranzusenden. Die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der menschlichen Familie ist in...

47. Part 47

Wie man sieht, entspricht die Dorfschaft so ziemlich dem Clane, zumeist dem unreinen, wie er auf dem Boden des Patriarchats gedeiht. Mehrere Dörfer bilden dann einen Stamm, doch...

44. Part 44

Werfen die erwähnten Eheformen schon einiges Licht auf die dem strengen Patriarchate vorangegangenen Familienverhältnisse der Hindu, so geschieht dies noch viel mehr durch die e...

17. Part 17

[313] „Es giebt kein kommunistisches Volk,“ sagt ziemlich gewagt Professor +Ratzel+ (Völkerkunde. Bd. I. Grundzüge S. 85), setzt aber hinzu: doch ist besonders bei nomadisierend...

49. Part 49

Lehrreich ist, bemerkt treffend +Sigmund Riezler+, die Doppelbedeutung des alten Wortes +Sippe+. _Sibja_ heisst zugleich Friede, Bündnis (_Pax_, _Foedus_) und Familie, Geschlech...

46. Part 46

Es ist bedauerlich, dass die meisten Ausdrücke, auf deren Benutzung wir uns angewiesen sehen, einer scharfen Sinnbegrenzung entbehren. Wo z. B. die Grenze zwischen Horde und Sta...

15. Part 15

Fasst man das über die älteste Urzeit Gesagte zusammen, so darf man wohl mit +Moriz Wagner+[321] behaupten: Der Mensch war in seiner frühesten Entwicklung während der vergangene...

56. Part 56

Monogamie (Einzelehe) im Tierreiche 25-30; erste Form des Geschlechtsverkehrs 125-129. -- in der Geschlechtsgenossenschaft 284. -- der Armut 324. Falsche -- 368. 369. -- in Chin...