Category: German Literature

Die dreizehn Bücher der deutschen Seele

Ob du den Berg der Geschehnisse anschneiden könntest bis auf die Sohle, daß du die Zeitalter im Querschnitt ihrer qualvollen Verschiebungen geschichtet sähest, du würdest keine Heimat für deine Seele finden, weil die Schlacke des Gewesenen nur oben die dünne Ackerkrume deiner...

Chapters

9. Part 9

Aber schon grüßten die Dächer von Mainz und Worms ins Wahlfeld herüber; um die Burgen der Großen und um den geschützten Gewinn ihrer Märkte wuchsen die Städte, wie Rom und Raven...

11. Part 11

So ging das Irrlicht von Schwaben aus im normännischen Land, wo die Fackel längst schon erlosch: das Abenteuer der staufischen Weltherrenträume fand in der flackernden Fahrt des...

20. Part 20

Er ritt nach Neapel und lag vor Toulon, er kämpfte in Holland und Flandern, von der blutigen Walstatt zu Malplaquet fuhr er nach Frankreich und brach dem König das prahlende Lil...

18. Part 18

Dietrich von Falkenberg lag unter den rauchenden Trümmern begraben, den Prinzen von Brandenburg fingen die Söldner lebendig; er wurde in Wien wieder katholisch und lebte noch la...

25. Part 25

Und als die Fürsten Europas mit ihrer Heeresmacht kamen, dem Thron in Frankreich zu helfen, flammte das Volk der Franzosen auf und war ein gewaltiger Brand vor den Söldnern der...

26. Part 26

Indessen die Straßen Berlins von dem Schritt und dem Hörnerschall französischer Bataillone widerhallten, indessen Spione das Wort und die Haltung des Bürgers allerorts überwacht...

13. Part 13

Wetter und Wind zauste sie nicht in den Stuben, sie schliefen in Betten und waren geschützt vor den Hunden: aber sie sahen den Himmel nur durch die Fenster und kannten die Lust...

21. Part 21

Einsam und bitter ins Abendrot blickend von seiner hohen Terrasse, starb Friedrich, der König von Preußen; nur noch sein Windspiel war um ihn, als er die großen Augen zu Sanssou...

4. Part 4

Die Kaiserin von Byzanz, die eine Buhldirne war und eine Betschwester wurde, Theodora steckte zuerst die Fackel der Rechtgläubigkeit an; ihr Warnung zu sagen, sandte der König d...

10. Part 10

Immer noch hielt der Streit der Belehnung die Kirche in Zorn; aber dem Papst wie dem Kaiser waren die deutschen Bischöfe zu mächtig, und heimlich wurden die Stricke geflochten,...

24. Part 24

So hob ein anderer Lobgesang an, als der vom Griechentum war: die Brunnen begannen zu rauschen, der Wind im Wald wurde wach mit heiliger Mahnung, Donner und Blitz sprachen laut...

1. Part 1

Ob du den Berg der Geschehnisse anschneiden könntest bis auf die Sohle, daß du die Zeitalter im Querschnitt ihrer qualvollen Verschiebungen geschichtet sähest, du würdest keine...

12. Part 12

Aber danach war Waldemar König der Dänen, den sie Atterdag nannten; er trat dem hansischen Hochmut die Haustür ein: Wisby auf Gotland ging der Hansa verloren, die hansische Flot...

8. Part 8

Die da landeigen saßen auf einsamen Höfen, hatten keinen Herrn gekannt als sich selber; sie hatten der freien Gemeinde, dem Weistum und Recht der eigenen Herkunft die Treue geha...

5. Part 5

Karlmann und Pipin hießen die Söhne; sie holten den Childerich her aus dem Dunkel unnützer Tage und hoben ihn auf den Thron; sie führten Kriege und mehrten das Reich und hielten...

17. Part 17

So war es in Genf, in Zürich und Bern, in Basel und Straßburg; aber die Männer in Wittenberg blieben mit Eifer lutherisch; hatte der Meister mit großen Worten gepoltert, so zank...

14. Part 14

Da hingen ihm Jünglinge an und taten wie er, halfen ihm lehren, nahmen nicht Lohn und lebten gemeinsam; nicht mit dem Leinensack bettelnd, tätig und treu im Stegreif der Stände...

19. Part 19

Eine Reichsstadt war Straßburg seit Urvätertagen, und deutsches Leben hatte dort seine vornehme Werkstatt gehabt; als der Kaiserglanz noch am Rhein seinen Auf- und Untergang hat...

35. Part 35

Unserer Väter Werke stand an den Toren und Türmen geschrieben; aber die Väter hatten das ihre mit Würde und weiser Beschränkung getan, die Enkel zogen den Stil aller Vergangenhe...

3. Part 3

Als Tacitus seine Germania schrieb, mit warnenden Worten zu sagen, was für ein Land hinter der Stachelschnur seiner Kastelle Rom unbekannt sei und was für ein Volk darin wohne:...

15. Part 15

Ihm war die Weite nicht mehr verschüttet, und keine Wirrnis der Fragen hielt ihm den Willen gefesselt; er wollte das Werk seiner kunstreichen Hände, wie eine Schwalbe den Flug w...

37. Part 37

Daß Fliegergeschwader -- über den Vögeln zu fliegen wie unter den Fischen zu schwimmen hatte der Mensch die Maschine gelehrt -- die eiserne Fracht ihrer Bomben abwarfen, hoch au...

16. Part 16

So wurde in Zürich der rauschende Prunk der römischen Kirche vor die Türe gekehrt; so mußten die Klöster Schulen und die Chorherrn Lehrer sein; so wurde das Münster, von Messe u...

34. Part 34

Die Zeit, da Dürer in Nürnberg Meister der Malerzunft war, da Hans Sachs auf der Diele des Hauses als freundlicher Greis saß, da Peter Vischer die festen Erzgüsse machte, da die...

22. Part 22

Eine Stimme allein war eine Taube, die kläglich flatternd den Raum nach den andern absuchte; erst wenn der Baß ein Paar daraus machte und wenn die Brut der Mittelstimmen dazukam...

29. Part 29

So mußte Hebbel den Weg einsam beginnen, und niemand holte ihn ein, bis er im Felsengebirg seiner Höhe sich abseits der Zeit, abseits der Liebe, abseits der Ehrfurcht trotzig al...

33. Part 33

Hier sollte der Feldzug des Kaisers nach Mainz und Preußen beginnen, aber die Sieger von Spichern und Wörth nahmen ihn gleich in die Zange; auch die stolze Rheinarmee fand den g...

2. Part 2

Bis an die höchsten Ränder der Welt züngeln Muspils gierige Flammen; die aus Urgebraus kam, aus dem rauschenden Naß durch die Scheidung der elementaren Mächte: die Welt der schu...

23. Part 23

Daß hinter dem ragenden Münster und seiner krausen Gestaltung mehr als ein Baumeister stünde, daß es ein Wahrzeichen alter Reichsherrlichkeit sei, und daß die rechte Betrachtung...

32. Part 32

Sie waren Meister der Schule, er lachte zu ihren Ränken und stellte die hohe Diplomatie getrost auf den Kopf; er nannte die Dinge tolldreist beim Namen und war seiner Sache gewi...

36. Part 36

Denn Serbien lag als ein Stein vor der Tür in den Balkan; sollte Groß-Österreich werden, war Belgrad der Schlüssel, und sollte der Schlüssel Habsburg gehören, mußte das serbisch...

30. Part 30

Eigentum haben hieß Hehler und Dieb sein, hieß sträflich Güter der Erde besitzen, die allen gehörten; Eigentum haben hieß Armut und Knechtschaft beschwören; Eigentum haben hieß...

7. Part 7

Sie wurden nicht alt in der römischen Sonne, die deutschen Päpste des Kaisers, zwölf Jahre nur hielten die fünf den heiligen Stuhl: aber sie hoben den Fischerring aus dem römisc...

28. Part 28

Mit seinen kläglichen Stücken auf allen Theatern gespielt, mit Orden und Ehren der Fürsten befrachtet, als deutscher Spion von den Russen bezahlt, lebte er recht als die Laus im...

31. Part 31

Denn die Spree war kein Neckar, und der gerodete Boden zwischen Kiefern und Seen barg keine Fruchtbarkeit: wie den Wenden das Land, so waren die kargen Weiden und Felder dem San...

27. Part 27

Sie führten den kleinen Krieg zwischen den Kanonen der Großen und hätten mit ihren Waffen allein dem Korsen kaum Schaden getan; aber der Ruhm der schwarzen Freischar umflatterte...

6. Part 6

Gottgleich oder gottähnlich, so stritten die Priester mit Zirkeln und Zangen um den Zimmermannssohn; und hitziger hatten die Juden nicht vor Pilatus gestanden, als nun die Chris...

38. Part 38

Diese Volksausgabe endlich bot mir nach zwölf Jahren Gelegenheit, noch einmal Hand an das Werk zu legen. Es wäre undankbar, wollte ich nicht die beiden Männer nennen, die mich d...