Category: Short Stories

Erzählungen aus dem Ries

Die erste der drei Erzählungen dieses Bandes wurde 1852 im ~Morgenblatt~ veröffentlicht. Der Beifall, den sie erhielt, und die freundliche Aufforderung von Seiten der Redaction veranlaßten mich, im letzten Winter die zweite zu liefern. Die dritte, im laufenden Jahr geschrieben...

Chapters

1. Part 1

Die erste der drei Erzählungen dieses Bandes wurde 1852 im ~Morgenblatt~ veröffentlicht. Der Beifall, den sie erhielt, und die freundliche Aufforderung von Seiten der Redaction...

2. Part 2

Der Angerbauer war nach ländlichen Begriffen ein reicher Mann. Er hatte seiner Tochter, die im Dorfe verheirathet war, sechstausend Gulden mitgegeben, und mehr als das Doppelte...

3. Part 3

Allgemeinste Aufmerksamkeit! Die Musikanten, der Clarinettist voran, fanden sich bald in die einfache Weise und nach einigen Mißtönen ging's. Der Erfolg war außerordentlich. Als...

4. Part 4

Der Sohn erkannte das Gewicht dieser Worte und schwieg. Dann sagte er in traurigem Ton: »Ich hätt' gedacht, du zum wenigsten würdest nicht so hart gegen mich sein und dich meine...

5. Part 5

Nun war die Kraft, mit welcher der Angerbauer den Ausbruch seiner Wuth niedergehalten hatte, zu Ende. »Wie!« schrie er den kecken Sohn an, »du unterstehst dich mir zu trotzen? S...

6. Part 6

Wenn Ludwig mehr innerlichen Lebens fähig war als viele seines Gleichen, so war er doch kein Mann der Einbildungskraft von Profession und keineswegs bestimmt, sich durch bloße V...

7. Part 7

Der Angerbauer, der sein Herz erleichtern wollte, sagte hierauf: »Ich kanns noch immer nicht begreifen, so viel ich auch darüber nachgedacht habe. Lustig und ein bischen auf's V...

8. Part 8

»Bedenk, wie deine Eltern gegen mich sind! Denn das muß ich dir noch sagen, seitdem dein Vater vom Herrn Pfarrer erfahren hat, was ich zu ihm gesagt hab', glauben sie bei dir, e...

9. Part 9

Nach einem längeren Schweigen, während dessen sie nachdenklich vor sich hingesehen hatte, begann sie wieder: »Vater, ich möchte dir etwas sagen, aber du mußt nicht bös werden.«...

10. Part 10

Am andern Morgen zerriß er den Brief an Annemarie und schrieb einen andern, der kurz so lautete: »Liebe Annemarie! Ich bin im Streit vom Schmiedbauer geschieden und folge nun de...

11. Part 11

Endlich kam der Tag, wo es zwischen Ludwig und Annemarie »schriftlich gemacht« werden sollte. Die Liebenden hatten ihn in der letzten Zeit sehr herbeigesehnt. Ihr Glück war zu g...

12. Part 12

Und sie, die schöne Christine? Unstreitig werde ich nicht nöthig haben den Leserinnen erst noch ernsthaft zu versichern, daß ~sie~ gar wohl wußte, wie es mit dem Herzen des gute...

13. Part 13

Um diese Zeit begegneten sich drei Bauern auf der Gasse. »Was isch denn mit deana' Kinder (diesen Kindern) iatz?«, begann der erste; »die deant (thun) ja wie narret!« -- »'Sisch...

14. Part 14

Durch Alles, was bisher in ihm vorgegangen, hatte Hans die Fähigkeit erlangt, der Christine zu ihrer Verlobung ehrlich und ruhig Glück zu wünschen. Er that es und ging so weit,...

15. Part 15

In Christine regte sich, nachdem sie ihre Furcht und Verlegenheit vor Hans gänzlich abgelegt hatte, die gute Natur. Die Achtung, die sein Benehmen ihr einflößte, wurde zur Freun...

16. Part 16

Die folgenden Tage beschäftigte sich Christine mit den ersten Zurüstungen für die Stadt. Es war ihr lieb, daß ihr noch eine Frist im Vaterhause vergönnt war, und sie ging mit ei...

17. Part 17

Dieser begann seinen Unterricht mit der praktischen Klugheit, die uns an ihm nicht unbekannt ist. Die ersten Stunden wurden mehr mit Unterhaltung ausgefüllt; das Verfahren war d...

18. Part 18

Christine ging in ihre Stube hinauf, zündete ein Talglicht an, setzte sich an den Tisch und versuchte in einem Buche zu lesen, das ihr Forstner als unterhaltend empfohlen hatte....

19. Part 19

Forstner hatte jedoch nur auf Eines resignirt bei Christine: auf ihre Geistesbildung. Die Hoffnung, daß sie das Benehmen lernen werde, mit dem sie in der Stadt als seine Frau du...

20. Part 20

Forstner hatte sich an jenem Abend geradeswegs zu Dobler begeben, um dort, wo nicht Aufheiterung, doch Zerstreuung zu finden. Das Band, das ihn an Christine knüpfte, beruhte nur...

21. Part 21

Von seinem Sitz emporgefahren, stellte er sich vor sie hin und rief mit dem Ausdruck des Zorns und tiefer Verachtung: »Das ist Unsinn, der abgeschmackteste Unsinn, der je aus de...

22. Part 22

In Folge des Lebens in der Stadt und der Leiden, die sie darin ausgehalten hatte, war die Gestalt des Landmädchens um vieles schlanker geworden; die Fülle des Gesichts war gesch...

23. Part 23

Die Alte schwieg, seufzte tief und verließ die Stube. In ihrer Herzensangst ging sie in den Stall und traf dort den Vetter, der eben vom Felde heimgekommen war. Sie sah ihn trau...

24. Part 24

Das Gesetz der Schwere, wie man weiß, gilt in der geistigen Sphäre so gut wie in der materiellen. Die Schwäche gravitirt nach der Stärke; wer außer sich ist, strebt zu dem Feste...

25. Part 25

Hans war an einem andern Tisch niedergesessen, den etliche nähere Bekannte von ihm in Besitz genommen hatten. Nach dem Naturgesetz, das auf dem Lande wie in der Stadt, in der ni...

26. Part 26

Als das nette »Gefährt« im Sonnenschein über den trockenen Weg hinrollte, näher und näher dem lieben Ziel, da hatte unser Freund eine glückselige Empfindung, und die Wirkung dav...

27. Part 27

Mit der Erwähnung der feierlichen Einladung haben wir schon gesagt, daß die Hochzeit im Wirthshause gehalten wurde. So hatte es Hans gewollt. Alle Welt sollte die Christine sehe...

28. Part 28

Auf dem Lande heirathet man verhältnißmäßig früh, und früh knüpfen sich auch Liebesbündnisse. Zwei junge Leute, die sich gefallen, gedeihen eben darum bald zum Liebespaar, weil...

29. Part 29

Recht schön fügte sich's, daß er das Mädchen eines Abends, als ihn ein Geschäft auf den Fußweg hinter den Dorfgärten geführt hatte, ganz allein gegen sich herkommen sah. Die Gel...

30. Part 30

Es gibt auf dem Lande nichts Reizenderes als jene Gänge zwischen lebendigen Hecken, die eben breit genug sind, daß man sich ausweichen kann. In der schönen Jahreszeit, wo die He...

31. Part 31

Wenn sie in andern Momenten wieder dachte, Michel könnte sich am Ende doch bessern, so erfüllte dieser ihre Erwartung fürs erste nicht. Er trutzte weiter -- er wollte in der Tha...

32. Part 32

Die Sonne zerschmolz eben am Horizont -- der Alte mahnte zum Aufbruch. Die Gret, um den Michel für sein Ungeschick zu strafen, ging zuerst hinunter und that, als ob er gar nicht...

33. Part 33

Wie vorsichtig die gute Frau war, und wie sehr sie eine Scheu empfand, über ihren Michel ein Gerede zu veranlassen, das ihn erzürnen würde -- den Widerspruch zwischen der Erzähl...

34. Part 34

Von da an war unser Bursche kein aufmerksamer Hörer der Predigt mehr, und auch die Rede des Schullehrers ging ungewürdigt an ihm vorüber. Es begann ihn zu reuen, daß er der Mutt...

35. Part 35

Durch diese Bemerkung sah der Bursche seinen Argwohn bestätigt, er fühlte sich verkauft und verrathen und ließ eine »Schluap« herunterhängen, daß es die Alten Mühe kostete, ihm...

36. Part 36

Einem Autor, der sich die Darstellung des Volkslebens zum Ziel gesetzt hat, muß es gestattet sein, gelegentlich eine die Volkssitten und ihre administrative Behandlung angehende...

37. Part 37

Schallendes Gelächter erfolgte auf diesen gewaltigen Rückschlag, in welches der vermeintlich Getroffene herzlich mit einstimmte, während die Gret etwas erröthete und einen mitle...

38. Part 38

Ein Gendarm trat herein, nicht einer von den gutmüthigen und volksfreundlichen, wie es deren giebt, sondern ein grimmiger, der als Repräsentant des Gesetzes das Gefühl hatte, da...