Temperance -- Fiction

Im Kampf um die Ideale, die Geschichte eines Suchenden

Mit diesen Worten vertraute mir mein Freund auf seinem Sterbebette ein Manuskript, das Werk seines Lebens, an. In der Arbeit für andere, in seinem Helferberufe, hatte er seine Kräfte erschöpft. Bei der Pflege des kranken Kindes einer armen Witwe hatte er den Keim des Todes ein...

Chapters

1. Part 1

Mit diesen Worten vertraute mir mein Freund auf seinem Sterbebette ein Manuskript, das Werk seines Lebens, an. In der Arbeit für andere, in seinem Helferberufe, hatte er seine K...

2. Part 2

An der Scheldemündung stoppte plötzlich der Dampfer. Wie ein Falke schoß durch die brandenden Wogen ein Boot auf uns zu und, nachdem es unseren Schiffsrumpf berührte, wieder zur...

3. Part 3

Mit fröhlichem Lachen betrat nach ihm ein Ehepaar in mittleren Jahren unser Schiff. Frohe Hoffnung lag auf ihren Gesichtern. Sie war blond, schlank, mit den grau-blauen Augen, d...

4. Part 4

Dann kamen sie allwöchentlich, und wir verschlangen die Dramen von Schiller, Goethe, Lessing, Shakespeare und vergaßen darüber Wurst und Bier. Und sie nannten mich ihren Führer,...

5. Part 5

Als ich in Göttingen ankam, rüsteten sich die Freunde gerade zur Fahrt zum Kyffhäuser --, von dem ich eben herkam, -- um dort die erste große Versammlung der deutschnational ges...

6. Part 6

Halt, -- nun ist's genug. Etwas in mir regt sich und gibt mir neue Kraft. Ein heißer Strom rinnt durch meine Adern. Den Lindwurm, der mit seinen Ringen unser herrliches deutsche...

7. Part 7

Aber der Heinsen war doch dankbar, daß ich kam. Leid tut er mir doch, trotz seines Trinkens und seiner selbstverschuldeten Not. Das Wasser in den Beinen zu haben und dabei das B...

8. Part 8

Ja, -- was ist los? Alle zwanzig wollen zurücktreten. Kinder, -- eine Wohnung brauche ich nur. Da erhebt sich ein wohlgenährter Brauer und sagt bestimmt und gutherzig: »Mir mach...

9. Part 9

Aber der eine Brief von dem ostpreußischen Dorfvorsteher, der ist doch zu bunt. Die Zuckerfabrik hat das ganze Flüßchen, aus dessen Fischereiertrag das einst arme Dörfchen sich...

10. Part 10

Da habe ich es ihnen naturwissenschaftlich klargemacht, was ich gesagt habe. Vampyre und Kreuzspinnen sögen ihren Mitgeschöpfen das Blut aus. Und daß viele, nur zu viele unter d...

11. Part 11

Als ich am Morgen erwachte, hielt ich meine Tageblätter noch in den Händen. Der Himmel hatte sich etwas aufgehellt. Von Englands Küste war kaum etwas zu sehen. Dort im Nebel muß...

12. Part 12

Heda, Herr Kultusminister! Jetzt hab' ich dich! -- -- Merkst du's, Wie die schwingenden Wellen Meines Geistes dich treffen? -- Gegen den Nordoststurm an, Der mir die Schneeflock...

13. Part 13

Der Balte war es! Als ich ihm meine Hand auf die Schulter legte, schüttelte er sie ab, und warf den Kopf zur Seite, -- ich verstand ihn, -- er wollte allein sein! und so verließ...

14. Part 14

Noch ein Opfer des Sturmes in der Biskaya. Der 3. Maschinist war bei dem starken Seegang mit dem Knie gegen die Treppe geschleudert. Er mußte einige Tage das Bett hüten. In sein...

15. Part 15

Unter ihr, wie die durch die Gegenwart besiegte Vergangenheit, völlig beherrscht von dem machtvoll gebietenden Zauberschloß, ein kahler Hügel, der Felsberg mit der alten, zerfal...

16. Part 16

Madeira, du Insel der Seligen, wie ein Traumbild steigst du aus den Tiefen des funkelnden Meeres empor! Wie trotzige Wächter erheben sich die zerklüfteten Uferfelsen zu deinen F...

17. Part 17

Nein, und tausendmal nein, -- ich durfte nicht verzagen! Hatte ich doch Freunde allüberall! Und nach Tausenden zählte das Heer der Mitarbeiter und Mitstreiter! Ich durfte nicht...

18. Part 18

Und ihre Seele war groß. Ihre Seele war sie selbst, denn sie selbst war ganz Seele. Und groß wie ihre Seele war ihre, unsere Liebe. Unsere Liebe hatte nichts Selbstsüchtiges; di...

19. Part 19

Als unser Rheinländer geendet hatte, herrschte einen Augenblick nachdenkliches Schweigen in unserem Kreise. Es lag wie eine stille Anerkennung auf aller Gesichter für unseren wa...

20. Part 20

Vor meinem geistigen Auge tauchten meine Maurer und Zimmerleute, Garten- und Zigarrenarbeiter auf, denen ich ihre Häuschen durch unseren Bauverein hatte schaffen können. Manche...

21. Part 21

Noch ein Weilchen raschen Steigens und leuchtend weiß liegt vor mir die schneebedeckte Felsenwelt -- Ruhe ringsum, große, majestätische Ruhe, -- unter mir, um mich herum strahle...

22. Part 22

Haben es geschehen lassen, daß Menschen von der Natur, dieser allgütigen Mutter aller, entfernt, in steinerne Massenquartiere zusammengedrängt wurden, so daß sie verlernten, die...

23. Part 23

Die Wilden, zu denen wir kamen, die als blutgierig und grausam galten, waren wie Kinder, und ich mit ihnen wie ein Kind. Sie hatten nur, wie jedes Tier, jedes Pferd, jeder Hund,...

24. Part 24

Merkwürdig, -- beide, Asmussen und Freund Heinz klagen in gleicher Weise, was auch mir immer schon ein Rätsel war, daß sie unsere Lehre so schwer in die Reihen der Freimaurer tr...

25. Part 25

Nach einer Weile, während wir beide in Schweigen unseren Gedanken nachgegangen waren, griff mein amerikanischer Reisegefährte den Faden unserer Unterhaltung noch einmal auf. »Se...

26. Part 26

Nach einer Weile Schweigen berichtete er mir denn aus seinen Zeitungen von dem entsetzlichen Erdbeben in Messina: »Zweimal hunderttausend Menschen mit einem Schlage tot, eine ga...

27. Part 27

Von dem jungen Könige Manuel wußten die Freunde nur Gutes zu berichten. Er hatte bestimmt, daß die acht Millionen, die seinem Vater von der Regierung zu Unrecht vorgestreckt war...

28. Part 28

Eben erst weilte eine Schar deutscher Arbeiter in England, um das Leben englischer Arbeiter kennen zu lernen. Eine Deputation englischer Stadtoberhäupter macht eine Studienreise...

29. Part 29

Wie er sich um alles kümmert, Du glaubst es nicht! Ich weiß aber aus sicherer Quelle, daß er seit einiger Zeit zu allen besonderen Kongressen der Gartenstadtgesellschaften und B...

30. Part 30

Da, die Lichter von Cuxhaven. Die Anker zu Grund. Wir müssen erst den Schein vom Hafenarzt haben. Nach den üblichen Formalitäten, dem Vorlegen der Krankenlisten, Einhändigen des...

31. Part 31

Du hast mir weh getan, Wie noch kein Mensch mir weh getan! Ich habe dich lieb gehabt Wie meine Seele, -- Und du hast mich betrogen! Du hast mich verraten und verleumdet Und hast...

32. Part 32

Und das ist wahr! Das Weib muß den Mann wieder mehr lieben um des Mannes willen, und der Mann das Weib um des Weibes willen. Denn das Weib ist für den Mann das, was Gott für die...