Category: Novels

Sämtliche Werke 19

Die ersten Werke, die Dostojewski nach seiner Rückkehr aus Sibirien geschrieben, bezw. vollendet hatte, waren die satirisch-humoristischen Dichtungen „Das Gut Stepantschikowo“ und „Onkelchens Traum“ gewesen, beide aus dem Jahre 1859. Diesen Dichtungen ließ er im Jahre 1861, no...

Chapters

1. Part 1

Die ersten Werke, die Dostojewski nach seiner Rückkehr aus Sibirien geschrieben, bezw. vollendet hatte, waren die satirisch-humoristischen Dichtungen „Das Gut Stepantschikowo“ u...

2. Part 2

Ich aber stürzte dem Alten nach. Einige Schritte rechts von der Konditorei lag eine kleine Gasse, finster und eng, zwischen hohen Häuserfassaden. Etwas sagte mir, der Alte müsse...

3. Part 3

Der Fürst, der sich bis dahin, wie ich schon erwähnte, in seinen Beziehungen zu Nikolai Ssergejewitsch nur auf eine trockene Geschäftskorrespondenz beschränkte, schrieb ihm jetz...

4. Part 4

„Na, Freund Wanjä, kein Wort zu reden, es ist gut, sogar sehr gut! Hast uns überrascht, das muß ich sagen! Hast uns sogar so überrascht, wie ich es gar nicht erwartet hatte. Es...

5. Part 5

Sie lächelte nur bitter zur Antwort. Was sollte diese Frage auch? Ich hätte doch verstehen sollen, daß ihr Entschluß nicht mehr zu ändern war. Doch auch ich war meiner selbst ni...

6. Part 6

„Nein, hören Sie mich an,“ fügte er mit unglaublicher Naivität hinzu, „beurteilen Sie mich nicht darnach, wie ich scheine; ich besitze viel Beobachtungsvermögen; Sie werden selb...

7. Part 7

„Nun, hab’ ich’s nicht gesagt!“ rief er außer sich, als ginge ihn die Sache etwas an und als wäre der verstorbene B. sein eigener Bruder gewesen. „Nichts! Also, so ... so, nicht...

8. Part 8

„Ach, mein Lieber, als ob es noch nicht genug wäre, als ob der Kelch nicht zum Überfließen voll wäre! Erinnerst du dich, mein Freund, oder weißt du nicht mehr, daß ich ein golde...

9. Part 9

In der ersten Zeit seines Zusammenlebens mit Natascha hatte sich Aljoscha mit seinem Vater ganz überworfen. Die damaligen Absichten des Fürsten, seinen Sohn mit Katherina Fedoro...

10. Part 10

„Wo kommst du denn her?“ rief Mawra, als ob sie ein Recht dazu hätte. „Was? Wo hast du dich herumgetrieben? Nun, geh nur, geh! Mir wirst du nichts vormachen! Marsch, wollen wir...

11. Part 11

„Kein Wort mehr, Natascha!“ rief feurig Aljoscha, „du irrst dich in allem und beleidigst mich! ... Ich werde dir nichts darauf antworten; höre weiter und du wirst sehen ... Ach,...

12. Part 12

„So ist es,“ bestätigte der Fürst, „aber abgesehen davon, ist seine ganze Entschlossenheit doch nur eine Folge Ihres Einflusses. Dies hatte ich mir alles auf der Fahrt nach Haus...

13. Part 13

Ich fuhr weiter, sprang aber, als ich eine kurze Strecke am Kai entlang gefahren war, aus der Droschke und bog in die sechste Linie ein, wo ich ihr auf der anderen Seite folgte....

14. Part 14

Und in dieser Weise redete er noch eine ganze Weile und wurde immer mehr und mehr betrunken. Zuletzt war er bis zu Tränen gerührt. Masslobojeff war immer ein guter Bursch gewese...

15. Part 15

Masslobojeff stieß die Tür auf und wir traten in ein Zimmer mit zwei Fenstern, auf denen einige Geranientöpfe standen, mit einem alten Klavier an der Wand ... und allem was dazu...

16. Part 16

„Ich habe dich doch nicht der Arbeit wegen zu mir genommen, Helene. Du scheinst zu fürchten, daß ich wie die Bubnowa dir Vorwürfe machen könnte, daß du umsonst bei mir lebst? Un...

17. Part 17

„Das ist zu ideal, und einfach grausam. Sie verlangen von ihr Kräfte, die Sie ihr als Vater bei ihrer Geburt vielleicht nicht gegeben haben. Und willigt sie denn in diese Ehe ei...

18. Part 18

Wie furchtbar war diese Erzählung; die Geschichte einer verlassenen Frau, die ihr Glück überlebt hatte; krank, gequält und von allen verlassen; selbst von ihrem nächsten Mensche...

19. Part 19

Der Fürst saß stumm da und betrachtete Aljoscha mit einem triumphierend-ironischen Lächeln, als wäre er froh gewesen, daß sein Sohn sich von einer so lächerlichen und leichtsinn...

20. Part 20

„Ich spreche jetzt,“ unterbrach ihn Natascha mit Nachdruck. „An dem Abend fragten Sie sich: ‚was soll man nun tun?‘ und beschlossen, nicht in der Tat, doch anscheinend in eine H...

21. Part 21

Am andern Morgen erzählte mir Nelly eigenartige Dinge vom gestrigen Besuch. Es war übrigens schon sonderbar, daß Masslobojeff sich gerade den Abend ausgesucht hatte, an dem, wie...

22. Part 22

„Durchaus nicht mit Bergamottenpomade, sondern mit der besten echten französischen Pomade ...“ unterbrach ihn ganz erregt Alexandra Ssemjonowna. „Urteilen Sie selbst, Iwan Petro...

23. Part 23

„Ja, sieh mal: als sie nach Madrid zurückkehrte – nach zehnjähriger Abwesenheit – da hieß es vor allen Dingen: auskundschaften, unter welchem Namen sie lebte, wo der Bruderschaf...

24. Part 24

Der „Diplomat“ – da ich seinen Familiennamen nicht kenne, nenne ich ihn den „Diplomaten“ – sprach ruhig und erhaben und verfocht irgend eine seiner Theorien. Die Gräfin hörte ih...

25. Part 25

„So mache ich es auch immer,“ unterbrach sie mich, – offenbar wollte sie an diesem Abend noch über vieles mit mir reden. „Sobald ich es einmal nicht weiß, frage ich gleich mein...

26. Part 26

„O, selbstverständlich nicht. Nur, was ist da zu machen, wenn gerade diese delikaten Seiten in der Hauptsache eine große Rolle spielen. Man kann sie doch nicht totschweigen. Doc...

27. Part 27

„^Quelle idée, mon cher!^“ Er verfiel wieder in den früheren heiter-gutmütigen Plauderton. „Sie haben mich jetzt nur vom Thema abgelenkt. ^Buvons, mon ami^, erlauben Sie, daß ic...

28. Part 28

Ich führte sie vorsichtig zum Bett, doch war es mir unmöglich, sie zu bewegen, sich hinzulegen und einzuschlafen: sie klammerte sich krampfhaft an mich, immer als fürchte sie si...

29. Part 29

Ich sagte bereits, daß sich zwischen ihr und dem Doktor ein merkwürdiges Freundschaftsverhältnis entwickelt hatte. Nelly schien ihn sehr gern zu haben und begrüßte ihn immer mit...

30. Part 30

Ja, Tränen über Nelly, zu gleicher Zeit fühlte ich etwas Unversöhnliches gegen sie: sie hatte nicht aus Not gebettelt; sie war durchaus nicht der Macht des Schicksals überlassen...

31. Part 31

Ich sah mir die Sache an und konnte die Alte insofern beruhigen, daß er in dieser großen Erregung sich kaum dieser Kleinigkeiten erinnern dürfte, und denken würde, er habe selbs...

32. Part 32

Um neun Uhr morgens war ich bereits wieder bei ihr. Zu gleicher Zeit mit mir fand sich auch Aljoscha ein – um Abschied zu nehmen. Ich möchte nicht von diesen Augenblicken sprech...

33. Part 33

„Und sie sagte mir auch,“ fuhr Nelly fort, sich immer mehr und mehr belebend und offenbar mit dem Wunsch, Nikolai Ssergejewitsch ihre Aussage zu beweisen, obgleich sie sich an A...

34. Part 34

„Ich ging drei Tage nicht zu Großpapa,“ begann Nelly wieder zu erzählen, „Mama aber fühlte sich damals schon sehr schlecht. Geld hatten wir keinen Kopeken mehr, so konnten wir a...

35. Part 35

Mitte Juni. Ein heißer, drückend schwüler Tag; ganz unmöglich in der Stadt zu bleiben: überall Staub, Kalk, Baugerüste vor den Häusern, glühend heiße Pflastersteine, von Ausdüns...

36. Part 36

Doch ihr Zustand beunruhigte uns nicht wenig. Selbstverständlich wurde es schon von Anfang an als stillschweigend beschlossen angenommen – eben weil es so selbstverständlich war...

37. Part 37

„Siehst du, Freund,“ begann er dann, „ich bin da auf eine Spur gestoßen ... das heißt, genau genommen bin ich weder auf eine Spur gestoßen, noch hat es eine Spur überhaupt gegeb...

38. Part 38

Noch einmal, zum letzten Male umarmte sie mich krampfhaft. Der Alte konnte es nicht fassen, daß sie sterben solle, konnte diese Möglichkeit überhaupt nicht zugeben. Bis zum letz...