Category: Novels

Sämtliche Werke 18

Zur Einführung. Bemerkungen über sibirische Möglichkeiten von VII Moeller van den Bruck Vorwort XV Alexander Petrowitsch Goräntschikoff 1 Erster Teil 11 1. Kap. Das Totenhaus 13 2. „ Die ersten Eindrücke 40 3. „ Die ersten Eindrücke, Fortsetzung 71 4. „ Die ersten Eindrücke, F...

Chapters

1. Part 1

Zur Einführung. Bemerkungen über sibirische Möglichkeiten von VII Moeller van den Bruck Vorwort XV Alexander Petrowitsch Goräntschikoff 1 Erster Teil 11 1. Kap. Das Totenhaus 13...

2. Part 2

Als ich eintrat, saß Alexander Petrowitsch mit der Kleinen am Tisch und unterrichtete sie im Lesen. Wie er mich erblickte, erschrak er dermaßen, als hätte ich ihn auf einem Verb...

3. Part 3

„Wir sind verlorenes Volk,“ sagten sie, „wer nicht konnt’ in Freiheit leben, mag jetzt harte Straßen gehen.“ – „Wer Vater und Mutter nicht hat gehorcht, der gehorche jetzt dem T...

4. Part 4

Ich entsinne mich noch, wie ich zum erstenmal ein Almosen erhielt. Es war bald nach meiner Ankunft im Ostrogg. Ich kehrte von der Morgenarbeit ganz allein mit einem Soldaten uns...

5. Part 5

Von russischen Edelleuten waren außer mir noch vier im Ostrogg. Einer von ihnen, ein niedriges, gemeines Geschöpf, war entsetzlich ausschweifend, ein geborener Spion und Hinterb...

6. Part 6

Ich sagte bereits, daß die Sträflinge stets noch eine eigene Arbeit hatten, und daß diese Art von Beschäftigung ein natürliches Bedürfnis im Sträflingsleben sei, daß der Sträfli...

7. Part 7

Schon in den ersten Tagen meines Ostrogglebens erweckte ein junger Arrestant, ein, ich möchte sagen, ganz reizender kleiner Knabe, besonderes Interesse in mir. Er hieß Ssirotkin...

8. Part 8

Es kam zuweilen auch zu meiner Zeit vor, wenn auch nur sehr selten, daß einer der Offiziere den Ostrogg ohne Begleitmannschaft betrat. Da hätte man sehen sollen, wie das den Arr...

9. Part 9

Links von meinem Pritschenplatz befand sich eine Gruppe Kaukasier, die alle verschiedenen kaukasischen Bergvölkern angehörten, und größtenteils wegen Diebstahls zu mehr oder wen...

10. Part 10

Da habe ich zum Beispiel einen Menschen, der während der ganzen Zeit meiner Kátorga beständig bei mir war, erst nach vielen, vielen Jahren völlig kennen gelernt. Das war der Arr...

11. Part 11

Ich habe schon davon gesprochen, daß im Ostrogg alles so verrottet war, daß Spionage und heimliche Anzeigen geradezu blühten, die Arrestanten aber über die Spione oder Hinterbri...

12. Part 12

Darauf kamen ein Offizier, die Unteroffiziere, Soldaten und die Arbeitsaufseher. Alle Namen wurden aufgerufen. Der Teil der Arrestanten, der in den Schneiderwerkstätten arbeitet...

13. Part 13

Jetzt wird man auch begreifen, warum meine erste Frage nach dem Eintritt in den Ostrogg, wie ich schon erwähnte, gerade diese war: wie ich mich hier verhalten, wie ich mich zu d...

14. Part 14

Desgleichen vermag ich nicht zu sagen, aus welchem Grunde es mir fortwährend schien, daß er gar nicht im Ostrogg lebte, sondern irgendwo ganz weit von uns in einem anderen Hause...

15. Part 15

„So wenn die Erbsen reif werden, wird es immer schon das zweite Jahr sein ... Nu und wie wir nach K. ankamen, wurde ich auf kurze Zeit dort selbentlich in den Ostrogg eingesperr...

16. Part 16

Einmal aber geschah es, daß der Major mit dem Offizier ^du jour^ und seiner Begleitmannschaft genau in dem Augenblick die Kaserne betrat, als Issai Fomitschs Beteifer den Gipfel...

17. Part 17

„Nun, es vergeht ein Tag, noch ein Tag und noch einer. Luisa sah ich nicht mehr. Inzwischen aber erfuhr ich durch eine Gevatterin – ein altes Weib, gleichfalls Wäscherin, zu der...

18. Part 18

Inzwischen begannen – noch war es kaum Tag geworden – von der Wache her die Rufe zu erschallen: „Köche her!“ – die sich im Laufe von mindestens zwei Stunden fast in jeder Minute...

19. Part 19

„Ich werde Euch, Alexander Petrowitsch, gehorsamst vermelden, daß ich von mir aus einmal sehr hübsch war und die Mädels mich sehr geliebt haben ...“ begann plötzlich Warlamoff,...

20. Part 20

Unsere Militärkaserne, in der die Aufführung stattfand, war ungefähr fünfzehn Schritt lang. Vom Hof trat man zuerst auf die Treppe, von der Treppe in den Flur und aus dem Flur i...

21. Part 21

Kedrill scheint eine Abart vom Don Juan zu sein, wenigstens wird sowohl der Herr wie der Diener zum Schluß des Stückes von Teufeln in die Hölle geschleppt. Von dem ganzen Lustsp...

22. Part 22

Wie ich schon bemerkt habe, lagen hier unter den Kranken auch Sträflinge aus unserem Ostrogg. Einige von ihnen kannten mich bereits oder hatten mich wenigstens gesehen. Die Mehr...

23. Part 23

Inzwischen war es dunkel geworden und man zündete die Nachtlampen an. Einige Kranken besaßen auch ihre eigenen Lichte und Leuchter, doch waren es nur sehr wenige. Endlich, nach...

24. Part 24

Unser Abteilungsarzt blieb gewöhnlich bei jedem Kranken stehen, untersuchte ihn ernst und äußerst gewissenhaft, richtete verschiedene Fragen an ihn, verschrieb die Medizin, best...

25. Part 25

Und die Soldaten schlagen zu aus aller Kraft, Funken sprühen aus den Augen des Armen, er sperrt den Mund auf und schreit. Sherebätnikoff aber läuft die Front entlang und lacht,...

26. Part 26

Ich kam auf den Henker zu sprechen. Die Eigenschaften eines Henkers finden sich – allerdings nur im Keim – fast in jedem Menschen unserer Zeit, doch entwickeln sich diese tieris...

27. Part 27

Was nun die Medizin und das Einhalten der Diät anbetrifft, so befolgten, soweit ich beobachtet habe, die Leichtkranken fast überhaupt nicht die Anordnungen der Ärzte und nahmen...

28. Part 28

„Ich war aber, mußt du wissen, vom Morgen früh bis Abend spät besoffen. Unser Häuschen ging noch an, nichts zu sagen, war es auch verfault, so gehörte es doch uns, aber innen dr...

29. Part 29

„Ach!“ seufzt dann plötzlich der Arrestant und macht sich, als hätte er mit einem energischen Entschluß das Träumen und Sehnen abgeschüttelt, ungeduldig und mürrisch wieder an d...

30. Part 30

„Schneid mal für vier: mögen einen die Leute beneiden,“ antwortet der junge Sträfling. „Ja, was ich sagen wollte ... es kommt nämlich wirklich ein General aus Petersburg hergefa...

31. Part 31

Der Ankauf eines braunen Pferdes, das bei uns nach seiner Farbe nur Gnjedko genannt wurde, beschäftigte und zerstreute die Sträflinge in weit angenehmerer Weise als der hohe Bes...

32. Part 32

Auch die Gänse hatten sich ganz zufällig bei uns angesiedelt. Wer sie zuerst gebracht hatte und wem sie gehörten – das weiß ich nicht, eine Zeitlang aber erfreuten sie sich groß...

33. Part 33

Ich will nicht einmal auf den Unterschied der Lebensbedürfnisse eingehen, auf die Lebensweise überhaupt, die Nahrung u. s. w., einen Unterschied, der für den Menschen aus der ob...

34. Part 34

Die Sträflinge, die ohne Kopfbedeckung dastanden – wenn ich nicht irre, seit dem Augenblick, in dem sie nach dem Major geschickt hatten – richteten sich jetzt alle gerader auf u...

35. Part 35

Hier muß ich aber, um die Wahrheit nicht in ein schiefes Licht zu rücken, eine Bemerkung machen: nach diesem einen Fall darf man sich über die Behandlung der verschickten Adlige...

36. Part 36

Doch sein schöner Traum verwirklichte sich nicht: es kam nicht zur Heirat, obschon er sich bis zur Beendung des Anstriches völlig dazu entschlossen hatte. Anstatt vor den Altar...

37. Part 37

„Aber es _sind_ doch zwei entflohen, warum soll man es denn nicht können! ...“ Und ein jeder wurde bei diesem Gedanken mutiger und blickte herausfordernd die anderen an. Wenigst...

38. Part 38

„Ich muß noch lange bleiben, sehr lange noch muß ich hier bleiben,“ murmelte er und drückte mir die Hand. Da fiel ich ihm um den Hals und wir küßten uns.