Category: Novels

Sämmtliche Werke 2: Die Abenteuer Tschitschikows oder Die toten Seelen II

Warum bloß wollen wir die Armut, nichts als die Armut und die beklagenswerte Unvollkommenheit unseres Lebens öffentlich zur Schau stellen, indem wir die Menschen aus der Wildnis, aus den entlegensten Winkeln unseres Vaterlandes ausgraben und hervorziehen? -- Was ist zu machen,...

Chapters

1. Part 1

Warum bloß wollen wir die Armut, nichts als die Armut und die beklagenswerte Unvollkommenheit unseres Lebens öffentlich zur Schau stellen, indem wir die Menschen aus der Wildnis...

2. Part 2

Andrei Iwanowitsch hatte einen stillen und sanften Charakter. Er fand kein Gefallen an den nächtlichen Orgien seiner Kameraden, die vor dem Fenster der Wohnung ihres Direktors g...

3. Part 3

Früher sprach noch von Zeit zu Zeit ein Nachbar bei ihm vor; irgend ein Husarenleutnant a. D., ein leidenschaftlicher Raucher, der ganz mit Tabakqualm gesättigt war, oder ein ra...

4. Part 4

In den ersten Tagen fürchtete Andrei Iwanowitsch ein wenig für seine Unabhängigkeit; er hatte einige Sorge, der Gast könne ihn belästigen, unliebsame Änderungen in seiner Lebens...

5. Part 5

In einer knappen halben Stunde trugen die braven Rosse Tschitschikow über die etwa zehn Werst lange Strecke hinweg -- erst ging es durch den Eichwald, dann durch das Kornfeld, d...

6. Part 6

Weidenbüsche, dünne Erlen und Silberpappeln flogen rasch an ihnen vorbei und streiften die beiden auf dem Bocke sitzenden Leibeigenen Seliphan und Petruschka beständig mit ihren...

7. Part 7

Es fing schon an zu dämmern, als man zurückkehrte. Es wurde finster; die Ruder schlugen jetzt das Wasser, in dem sich der Himmel schon nicht mehr spiegelte. Als man am Ufer land...

8. Part 8

»Nein bitte, wie kann ich das? So etwas kann man doch nicht niederschreiben. Wenn sie auch wirklich tot sind, so soll es doch den Anschein haben, als ob sie noch leben ...«

9. Part 9

»Ja,« versetzte Kostanshoglo kurz, es schien fast, daß er sich über Tschitschikow ärgerte, »man muß die Arbeit lieb haben, ohne das kann man nichts erreichen. Man muß an der Lan...

10. Part 10

»Da, sehen Sie,« sagte er, indem er mit dem Finger auf das Dorf wies: »was er aus den Bauern gemacht hat! Dieses Elend! Nicht mal Pferd und Wagen haben sie mehr. Wenn eine Viehs...

11. Part 11

Bald hatten sie ihn vergessen. Platonow dachte nicht mehr an ihn, weil ihn die Menschen bei seiner Trägheit und Apathie ebensowenig interessierten wie die ganze übrige Welt. Sei...

12. Part 12

Nur die Mißernte hielt viele Gutsbesitzer zu Hause zurück. Dafür machten die Beamten, die ja unter keinen Mißernten leiden, ihren Beutel um so weiter auf, und ihre Frauen taten...

13. Part 13

Unterdessen wurden bei den Gerichten immer neue Klagen eingereicht. Es tauchten plötzlich Verwandte auf, von denen niemand je etwas gehört hatte. Wie die Geier auf das Aas, so s...

14. Part 14

»Pawel Iwanowitsch!« sprach der alte Murasow und hielt einen Augenblick inne. »Es liegt nicht in meiner Macht, Sie zu retten -- das sehen Sie doch selbst. Aber ich verspreche Ih...

15. Part 15

Der Fürst versank in Nachdenken, doch in diesem Augenblick trat ein junger Beamter ins Zimmer und blieb mit dem Portefeuille unter dem Arm ehrfurchtsvoll an der Türe stehen. Sor...

16. Part 16

»Nein, nun wird es mir klar,« rief die Alte, »es soll nicht sein! So mag er denn meinetwegen den Namen seines Vaters bekommen, wenn man nun einmal keinen besseren wählen kann. D...

17. Part 17

Dieser Schneider liebte die starken Effekte und fand ein ganz besonderes Vergnügen darin, seine Kunden zu verblüffen und dann mit seinem einzigen schielenden Auge den Ausdruck i...

18. Part 18

Die Straßen waren noch beleuchtet. Die kleinen von den Dienstboten und dem niederen Volke besuchten Läden waren noch geöffnet; einige waren zwar schon verschlossen, doch konnte...

19. Part 19

Eines Tages verbreitete sich in St. Petersburg das Gerücht, daß in der Nähe der Katharinenbrücke Nacht für Nacht ein Gespenst in der Uniform eines Kanzleibeamten erscheine, eine...

20. Part 20

Der Major Kowalew pflegte jeden Tag einen Spaziergang auf dem Newski-Prospekt zu machen. Sein Hemdkragen war stets peinlich sauber und frisch gestärkt. Sein Backenbart war von j...

21. Part 21

»Das ist ein Stück,« sagte er oft, »wie es nirgends ein besseres gibt: es braucht keine Nahrung, nimmt wenig Platz ein, läßt sich bequem in die Tasche stecken und zerbricht nich...

22. Part 22

Kowalew setzte sich, und Iwan Jakowlewitsch band ihm eine Serviette um. In einem Moment verwandelte sich der ganze Bart und ein Teil der Wangen mit Hilfe eines Pinsels in einen...

23. Part 23

»Ja, hab Geduld, hab nur Geduld!« wiederholte er verdrießlich; »aber schließlich hat auch die Geduld ihr Ende. Hab Geduld, und womit soll ich denn eigentlich morgen das Mittagse...

24. Part 24

»Gott sei Dank, der Teufel hat sie geholt!« sagte Tschartkow, als er hörte, daß die Tür des Vorzimmers sich hinter ihnen geschlossen hatte. Er warf noch einen Blick in den Flur,...

25. Part 25

»Was soll ich mit ihnen anfangen?« dachte der Künstler. »Wenn sie es selbst durchaus wollen, gebe ich einfach die »Psyche« für das aus, was ihnen am meisten behagt!« Und er sagt...

26. Part 26

Er blieb stehen und erzitterte plötzlich am ganzen Leibe. Sein Blick begegnete einem Augenpaar, das starr auf ihn gerichtet war. Es war jenes ungewöhnliche Porträt, das er einst...

27. Part 27

All diese Leute habe ich nur zu dem Zwecke angeführt, um Ihnen zu zeigen, wie oft dieses Volk in die Notlage kommt, eine plötzliche, vorübergehende Hilfe in Anspruch und zu eine...

28. Part 28

Der Gedanke an dieses Ereignis beunruhigte ihn die ganze Nacht und den ganzen Tag hindurch; am andern Morgen ließ ihm der Wucherer durch eine Frau, das einzige Wesen, das bei ih...

29. Part 29

2. In der Gesamtausgabe der Werke Gogols, die 1867 unter der Redaktion von Th. W. Tschishow erschienen ist, hat diese Stelle folgenden Wortlaut: »Dieser wunderbare Lehrer machte...

30. Part 30

»Ach laß doch, Bruder! Laß doch das Klügeln! Was wollt Ihr nur mit Euren Nachkommen! Alle Menschen glauben, sie seien Genies, wie Peter der Große. Achtet doch lieber darauf, was...

31. Part 31

Der vornehme Kaufmann hob sofort das Brett, das die zwei Ladentische verband, in die Höhe, schaffte sich so einen Durchgang und stand sogleich dienstbereit da, indem er seinen W...

32. Part 32

»Mögen sie sich meinetwegen alle miteinander in den Haaren liegen,« dachte Chlobujew, als er sich von Murasow verabschiedet hatte. -- »Afanassij Wassiljewitsch ist nicht dumm. E...

33. Part 33

»Eine _Nase_ ... das heißt, Sie verstehen mich falsch. Meine -- meine eigene Nase ist ganz spurlos verschwunden. Der Teufel selbst hat sich einen Scherz mit mir erlaubt. -- Und...

34. Part 34