Category: Novels

Sämtliche Werke 3-4

Die russische Mystik ist ein Od, das den russischen Menschen umgibt. Die russische Mystik ist der Atem, der dem Leib und dem Leben des russischen Volkes entströmt. Die russische Mystik ist die Stimmung, die der russischen Erde entsteigt, dämmernd und dampfend, mit jeder Scholl...

Chapters

1. Part 1

Die russische Mystik ist ein Od, das den russischen Menschen umgibt. Die russische Mystik ist der Atem, der dem Leib und dem Leben des russischen Volkes entströmt. Die russische...

2. Part 2

»Oh, was meinen Fall betrifft, so irren Sie sich sehr!« fiel ihm der in der Schweiz nicht geheilte Kranke mit seiner sympathischen, versöhnenden Stimme ins Wort. »Natürlich kann...

3. Part 3

»Ich werde mit dem größten Vergnügen zu Ihnen kommen, und ich danke Ihnen dafür, daß Sie mich liebgewonnen haben. Vielleicht werde ich sogar heute schon kommen, wenn ich Zeit fi...

4. Part 4

»Natürlich nicht! Diese Qual! ... Der Verbrecher war ein intelligenter, furchtloser, starker Mann, nicht mehr jung, Legros hieß er. Nun, glauben Sie es mir oder glauben Sie es n...

5. Part 5

»Das fehlte noch, daß du dich weigerst!« rief der General ärgerlich aus, ohne seinen Ärger verbergen zu wollen. »Hier mein Freund, handelt es sich nicht mehr darum, daß du dich...

6. Part 6

Als er an seine Gattin herantrat, um ihr einen »Guten Morgen« zu wünschen und die Hand zu küssen, bemerkte er in ihrem Gesicht einen ganz eigenartigen Ausdruck, und wenn er auch...

7. Part 7

Inzwischen vergingen fünf Jahre nach ihrem ersten Erscheinen in Petersburg, und während dieser Zeit hatte sich manches offenbart. Tozkijs Lage war einfach trostlos; und das Dümm...

8. Part 8

»Gewiß doch, _maman_, wenn man mit ihm nicht so zeremoniell zu sein braucht. Und nach der Reise wird er sicherlich Hunger haben, weshalb also soll man ihm nicht zu essen geben,...

9. Part 9

»Was das Leben im Gefängnis betrifft, so kann man auch anderer Meinung sein,« sagte der Fürst. »Ich habe einmal gehört, wie ein Mensch, der zwölf Jahre im Gefängnis verbracht ha...

10. Part 10

»Dort ... dort gab es viele Kinder, und ich habe meine ganze Zeit mit Kindern zugebracht, nur mit Kindern. Das waren die Dorfkinder, die die Schule besuchten, eine ganze Schar....

11. Part 11

»Da habt ihr ihn jetzt examiniert!« rief sie aus. »Nun, was, meine verehrten Damen, ihr dachtet wohl, daß ihr ihn noch protegieren würdet, so als armen Jungen -- und dabei würdi...

12. Part 12

»Dieser Mensch versichert,« sagte Aglaja scharf, als der Fürst den Brief zu Ende gelesen hatte, »daß das verlangte Wort, er solle mit allem brechen, mich nicht kompromittieren u...

13. Part 13

»O--oh!« war die Antwort des Gastes, worauf er die Stirn in Längsfalten legte, während das Haar dabei gleichsam zu Berge stieg und er selbst in die entgegengesetzte Zimmerecke z...

14. Part 14

Er erschien dort in einem recht gefährlichen Augenblick: Nina Alexandrowna war bereits im Begriff, gänzlich zu vergessen, daß sie sich »vollkommen ergeben« hatte. Ihre Tochter v...

15. Part 15

»Bei Gott, durchaus nicht stark! Es kam zwar zu einem großen Skandal, aber ich hatte ja nur ein einziges Mal den Schlag zurückgegeben, eben nur -- nun, um ihn zurückzugeben. Da...

16. Part 16

»Wie kamen Sie dann darauf, ihr ins Gesicht zu sagen, daß sie nicht >so< sei? Und Sie haben auch, glaube ich, die Wahrheit erraten. Es zeigte sich, daß sie vielleicht wirklich n...

17. Part 17

»Sehen Sie dort diese erleuchteten Beletagen,« fuhr der General unermüdlich fort, »hier leben alle meine Freunde, ich aber, der ich dem Vaterlande am meisten gedient und für das...

18. Part 18

Nastassja Filippowna hatte eine nicht sehr große, doch luxuriös eingerichtete Wohnung inne. Zu Anfang dieser fünf Jahre, die sie nun schon in Petersburg lebte, hatte Afanassij I...

19. Part 19

Der Einfall war allerdings sehr eigenartig. Doch gefiel er keinem der Gäste. Einige waren verstimmt, andere lächelten verschmitzt, und wieder andere versuchten dies und jenes ei...

20. Part 20

Nastassja Filippowna betrachtete während der ganzen Zeit seiner Erzählung unverwandt das Spitzenmuster an ihrem rechten Ärmel, indem sie mit den Fingern der linken Hand die Spit...

21. Part 21

»Fertige«, in des Wortes buchstäblicher Bedeutung, gab es wiederum keinen einzigen unter ihnen; denn Rogoshin hatte selbst die ganze Zeit über streng darauf achtgegeben, daß sie...

22. Part 22

»Also wirklich Fürstin!« murmelte sie gleichsam etwas spöttisch vor sich hin, und als ihr Blick zufällig auf Darja Alexejewna fiel, lachte sie hellauf. »Eine etwas unverhoffte L...

23. Part 23

Als der General auf die Straße trat, waren die Troiken schon fort und er sah nur noch, wie der Fürst dem nächsten Droschkenkutscher zurief: »Nach Jekateringoff, hinter den Troik...

24. Part 24

Vor nicht langer Zeit war in Petersburg ein gewisser Fürst Sch. eingetroffen, ein Moskauer Aristokrat, der sich eines sehr, sehr guten Rufes erfreute. Er war einer jener Leute o...

25. Part 25

»Na, weißt du, jetzt kannst aber auch aufhören, Alter! Werden Sie es glauben, Fürst, jetzt ist es ihm eingefallen, sich mit der Advokatur zu befassen: er spielt den Verteidiger...

26. Part 26

»Sie ist nun einmal eine Dame mit unruhigem Geist. Jawohl, ja! Und wie ich beobachtet habe, gar zu geneigt zu ernsten, wenn auch nebensächlichen Gesprächen. Ja, das hat sie gern...

27. Part 27

»Und das mit dem Offizier, dem Semtjushnikoff in Moskau -- war denn das kein Schimpf? Ich weiß es ganz genau, daß sie mir die Schande, die Schmach angetan hat, und das noch, nac...

28. Part 28

»Ach, wir sind aber auch!« lachte er dann auf, plötzlich zur Besinnung gekommen. »Verzeih mir, Bruder, mein Kopf ist mir jetzt so schwer, und diese Krankheit ... ich bin jetzt i...

29. Part 29

Doch kaum waren ein paar Minuten vergangen, nachdem er diesen krankhaften und bisher vollkommen unbewußten Vorgang bemerkt hatte, als plötzlich auch noch eine andere Erinnerung...

30. Part 30

Aber hatte er sich auch wirklich bestätigt? Hatte es wirklich seine Richtigkeit damit? Weshalb zitterte er denn jetzt wieder? Woher kam dieser kalte Schweiß auf der Stirn, diese...

31. Part 31

»Jawohl ja. Erstens: wie ich merke, schickt er sich bereits an, sich bei mir häuslich niederzulassen. Na, das mag noch hingehen. Zweitens ist er seinen Mitmenschen überaus zuget...

32. Part 32

»Was ist das für ein >armer Ritter<?« fragte die Generalin verständnislos und blickte ärgerlich die Sprechenden an. Als sie aber sah, daß Aglaja plötzlich rot wurde, fuhr sie un...

33. Part 33

»Es sei eine geschäftliche Angelegenheit, sagen sie; aber sie sind jetzt so weit, daß sie, wenn man sie nicht empfängt, schließlich noch einen großen Skandal machen werden. Sie...

34. Part 34

»Lesen! Um jeden Preis weiterlesen!« befahl Lisaweta Prokofjewna kurz und bündig. Man sah es ihr an, daß sie nur noch mit Mühe an sich hielt. »Fürst!« wandte sie sich an diesen,...

35. Part 35

»Verzeihung, Verzeihung, meine Herren,« beeilte sich der Fürst einzuwenden, »verzeihen Sie mir, bitte. Ich sagte es ja nur, weil ich glaubte, wir täten besser, vollkommen offen...

36. Part 36

»Pardon, Herr Terentjeff, erlauben Sie, daß ich fortfahre,« unterbrach ihn Gawrila Ardalionytsch, »beruhigen Sie sich, Sie regen sich ganz unnütz auf. Sie sind, glaube ich, sehr...

37. Part 37

»Wenn ich mich hinlege, so werde ich ja doch nicht mehr aufstehen, bis man mich aus dem Bett in den Sarg legt,« meinte Hippolyt lächelnd. »Ich wollte mich eigentlich schon geste...

38. Part 38

Man sah es ihm an, daß er sich nur vorübergehend belebte, daß er aus seinen Fieberdelirien ganz plötzlich nur auf kurze Zeit zu sich kam und mit vollem Bewußtsein dachte und spr...

39. Part 39

»Doch, doch, ich weiß, ich hab's gehört!« unterbrach ihn Fürst Sch. eilig. »Aber was bedeutete das, was sie ihm da zurief? Das ist, ich muß gestehen, ein solches Rätsel ... für...

40. Part 40

»Aber das ist doch bestimmt nicht so gewesen, das eine ist nur ganz zufällig zum anderen gekommen, zwei Gedanken sind sich begegnet, wie das sehr oft geschieht. Bei mir geschieh...

41. Part 41

»Merk' dir's. Ich habe dich wie die Vorsehung selbst erwartet -- bist es natürlich nicht wert gewesen! Ich habe mein Kissen in jeder Nacht mit Tränen benetzt -- nicht deinetwege...

42. Part 42

Endlich aber sollte auch ihr Mutterherz eine Freude erleben: Adelaida verlobte sich. »Gott sei Dank, wenigstens eine vom Halse!« sagte Lisaweta Prokofjewna, wenn sie sich laut ü...

43. Part 43

»Gewiß, gehen wir, der Abend ist wundervoll!« rief Jewgenij Pawlowitsch lebhaft aus. »Doch um Ihnen zu beweisen, daß ich diesmal im Ernst gesprochen habe, um es vor allem Ihnen...

44. Part 44

Bei den Pawlowsker Kurhauskonzerten[22] ist das Publikum bekanntlich an Wochentagen ein besseres und gewählteres, als an den Sonn- und Feiertagen, an denen alle Welt aus Petersb...

45. Part 45

»Und mir hat ein Soldat, mit dem ich einmal darüber gesprochen habe, gesagt, sie hätten beim Militär ausdrücklich Befehl, wenn sie Übungen machen, gerade in die Mitte des Mensch...

46. Part 46

»Weshalb hegst du jetzt solchen Groll gegen mich?« fragte der Fürst traurig und doch mit verhaltener Leidenschaft. »Du weißt doch jetzt selbst, daß alles, was du früher dachtest...

47. Part 47

»Nein, erlauben Sie, das geht nicht an!« schrie Lebedeff, sprang vom Stuhl und fuchtelte und zappelte mit Händen und Füßen, als wollte er das Gelächter aller verstummen machen....

48. Part 48

Hippolyt, der gegen Ende des Lebedeffschen Vortrags auf dem Diwan eingeschlafen war, erwachte plötzlich: ganz als ob ihn jemand in die Seite gestoßen hätte, fuhr zusammen, erhob...

49. Part 49

Sehr erstaunt war ich darüber, daß der Fürst vorhin bemerkte, daß mich >schlechte Träume< quälen; er sagte buchstäblich, in Pawlowsk würden >meine Erregung und meine Träume< nac...

50. Part 50

Die Treppe war steil, die Stiegen waren schmal; als ich auf dem dritten Treppenabsatz ankam, war ich außer Atem. Im fünften Stock wurde eine Tür geöffnet und wieder geschlossen....

51. Part 51

Ich verzeichne hier in meiner Erklärung alle diese Daten. Die können mir freilich jetzt ganz gleichgültig sein, doch wünsche ich, daß diejenigen, die mein Vorhaben beurteilen we...

52. Part 52

Meine letzte Erklärung: Ich sterbe durchaus nicht deshalb, weil ich nicht imstande wäre, diese drei Wochen noch zu ertragen; oh, dazu hätte ich wohl noch die Kraft, und wenn ich...

53. Part 53

»Wann das? Bei Ihnen?« fragte sie, jedoch ohne besondere Verwunderung. »Gestern abend lebte er doch noch, glaube ich? Aber wie konnten Sie dann hier so schlafen, nachdem er sich...

54. Part 54

»Nein,« antwortete der Fürst, »nein, ich liebe sie nicht. Oh, wenn Sie wüßten, mit welch einem Entsetzen ich an jene Zeit, die ich mit ihr zusammen verbracht habe, jetzt zurückd...

55. Part 55

»Ich schätze das Kind wegen seines Begriffsvermögens,« äußerte sich Lebedeff, ihm nachblickend. »Ein feiner Knabe, wenn auch mitunter etwas naseweis. Doch ein ungeheures Unglück...

56. Part 56

»Wenn es sich so verhält, dann werde ich Ihnen gern behilflich sein,« sagte der Fürst, sich gleichfalls erhebend, »nur will ich Ihnen gestehen, Lebedeff, daß mich die Sache erns...

57. Part 57

Es gibt Menschen, von denen sich nur schwer etwas sagen läßt, was sie einem in ihrer typischen, charakteristischsten Art sogleich handgreiflich-deutlich vor Augen führte. Es sin...

58. Part 58

»Ach, bitte, laß jetzt das Philosophieren! Selbstverständlich hast du's gesucht. Jetzt können wir mit einer langen Nase abziehen und damit ist es aus. Wenn ich offen sein soll,...

59. Part 59

»Weil Sie ein Nichtsnutz sind! Eine halbe Stunde lang quälen Sie Menschen und glauben sie zu erschrecken -- mit Ihrer ungeladenen Pistole, und dem verfehlten Selbstmord. Ich hab...

60. Part 60

Lebedeff erschien unverzüglich, »es sich zur Ehre anrechnend«, wie er schon in der Tür zu versichern begann. Nichts, aber auch nichts verriet, daß er drei Tage lang sich gleichs...

61. Part 61

»Erstens das; doch nehmen wir an, er wäre damals schon geboren gewesen. Aber wie kann er mir ins Gesicht behaupten, daß ein französischer Chasseur eine Kanone auf ihn gerichtet...

62. Part 62

Er bedeckte sein Gesicht mit den Händen und verließ schnell das Zimmer. Wenigstens an der Echtheit seiner Aufregung konnte der Fürst nicht zweifeln, wenn er auch begriff, daß de...

63. Part 63

Lisaweta Prokofjewna war wie betäubt. Doch im Grunde genommen: was war denn schließlich so Ungeheuerliches geschehen? Nichtsdestoweniger erreichte ihre Unruhe die äußerste Grenz...

64. Part 64

Fürst Lew Nikolajewitsch selbst ließ sich durch nichts verwirren und fuhr fort, ungetrübt selig zu sein. Oh, auch er bemerkte mitunter etwas gleichsam Düsteres und Ungeduldiges...

65. Part 65

Aller Wahrscheinlichkeit nach war zuerst die Rede von einem Briefe, den Aglaja geschrieben haben sollte. Plötzlich beschuldigte Lebedeff voll Bitterkeit den Fürsten: der Fürst h...

66. Part 66

Diese ganze Gesellschaft nun nahm der Fürst für bare Münze, für reines, unlegiertes Gold. Im übrigen schienen die Leute an diesem Abend in besonders guter Stimmung und sehr mit...

67. Part 67

»Seht richtig, gerade daher!« rief der Fürst. »Das haben Sie vorzüglich ausgedrückt! Gerade von der Langeweile, von unserer Langeweile, nicht von der Übersättigung, sondern im G...

68. Part 68

»Hören Sie! Ich weiß, daß es nicht gut ist, zu reden: besser ist einfach ein Beispiel, einfach mit der Tat zu beginnen ... ich habe schon begonnen ... und -- und wie kann man üb...

69. Part 69

Hahaha!« brach er in hysterisches Lachen aus, das in einem Hustenanfall endete. »Und das Beste ...« wollte er heiser fortfahren, doch wieder unterbrach ihn der Husten, »das Best...

70. Part 70

»Hören Sie auf!« sagte Nastassja Filippowna angeekelt, und es war, als kämpfe sie einen Schmerz nieder: »Sie haben mich ebenso verstanden, wie ... Darja Alexejewnas Kammerzofe,...

71. Part 71

Jewgenij Pawlowitsch beobachtete ihn inzwischen aufmerksam: diese schnellen Fragen und ihre kindliche Geradheit, sowie die Verwirrung und gleichzeitig Offenherzigkeit, die Unruh...

72. Part 72

Darauf trat er militärisch auf den Fürsten zu, drückte und schüttelte ihm kraftvoll beide Hände und erklärte, daß er zuerst, als er von dieser Heirat erfahren, ihr natürlich fei...

73. Part 73

Nastassja Filippowna trat allerdings bleich wie eine Leiche auf die Treppe; doch in ihren großen schwarzen Augen glühte ein unheimliches Feuer, und diesem Blick hielt die Menge...

74. Part 74

Die Lehrerswitwe, deren Schwester und Mutter rieten ihm, noch einmal zu Rogoshin zu fahren, jedoch nicht sogleich, sondern erst gegen Abend, und dann möglichst stark die Klingel...

75. Part 75

Der Fürst nahm es zögernd, als begriffe er nicht, weshalb man es ihm reichte. Ein neues, trauriges, trostloses Gefühl schnürte ihm das Herz zusammen; doch plötzlich begriff er,...