Sämtliche Werke 3-4

Part 75

Chapter 753,307 wordsPublic domain

»Wo sind denn ... die Karten?«

»Hier ...« sagte Rogoshin nach noch längerem Schweigen, zog aus der Tasche ein gebrauchtes, in Papier gewickeltes Spiel Karten hervor und reichte es dem Fürsten. »Da ...«

Der Fürst nahm es zögernd, als begriffe er nicht, weshalb man es ihm reichte. Ein neues, trauriges, trostloses Gefühl schnürte ihm das Herz zusammen; doch plötzlich begriff er, daß er schon lange gar nicht davon sprach, wovon er sprechen wollte, und immer nicht das tat, was er tun müßte, und daß diese Karten, die er jetzt in der Hand hielt, und über die er sich so gefreut hatte, jetzt nichts, nichts mehr ändern konnten. Er stand auf und rang die Hände. Rogoshin blieb unbeweglich liegen und schien den Fürsten weder zu sehen noch zu hören; seine Augen aber glänzten hell im Dunkel und waren ganz offen und unbeweglich. Der Fürst setzte sich auf einen Stuhl und sah ihn angstvoll an. Wohl eine halbe Stunde verging so. Plötzlich lachte Rogoshin laut auf, es war ein fast schreiendes, abgerissenes Lachen -- als hätte er ganz vergessen, daß er nur flüsternd sprechen durfte:

»Den Offizier, den Offizier ... weißt du noch, wie sie den Offizier mit der Peitsche schlug, beim Konzert, weißt du noch, ha ha ha! Und der Kadett ... Kadett ... Kadett sprang noch hinzu.«

Der Fürst schnellte erschrocken vom Stuhle empor. Als Rogoshin verstummt war -- ebenso plötzlich, wie er aufgelacht hatte --, beugte sich der Fürst leise über ihn, setzte sich neben ihm nieder und begann mit stark klopfendem Herzen, schwer atmend, sein Gesicht zu betrachten. Rogoshin wandte den Kopf nicht zu ihm und schien ihn sogar völlig vergessen zu haben. Der Fürst sah ihn an und wartete. Die Zeit verging. Die Nacht wurde heller. Rogoshin begann von Zeit zu Zeit irgendwelche Worte zu murmeln, leise, laut, schroff hervorstoßend, zusammenhanglos, begann schließlich laut aufzuschreien und zu lachen. Dann streckte der Fürst jedesmal seine zitternde Hand aus und berührte leise seinen Kopf, seine Haare, streichelte sie und streichelte seine Wangen ... das war alles, was er tun konnte! Er selbst begann wieder zu zittern und plötzlich empfand er auch wieder das Schwächegefühl in den Beinen. Irgendein ganz neues Gefühl quälte sein Herz mit unendlicher Sehnsucht. Der Morgen brach an; da beugte er sich endlich in völliger Erschöpfung und Verzweiflung auf das Kissen nieder und schmiegte sich mit seinem Gesicht an das bleiche, unbewegliche Antlitz Rogoshins. Tränen flossen aus seinen Augen auf Rogoshins Wangen -- doch wird er wohl kaum seine Tränen gefühlt haben und vielleicht wußte er von nichts mehr ...

Wenigstens fand man, als nach mehreren Stunden die Tür gewaltsam geöffnet wurde und Leute eindrangen, den Mörder bewußtlos und im Fieber. Der Fürst aber saß unbeweglich neben ihm. Und jedesmal, wenn der Kranke einen Schrei ausstieß oder zu phantasieren begann, beeilte er sich, wieder mit zitternder Hand sein Haar und seine Wangen zu streicheln, wie um ihn zu beruhigen und zu liebkosen. Doch er begriff nichts mehr, begriff nicht, was man ihn fragte, und von den Eingetretenen, die ihn umgaben, erkannte er keinen einzigen. Wenn Professor Schneider jetzt selbst aus der Schweiz gekommen wäre, um seinen einstigen Schüler und Patienten zu sehen, so würde er, der ihn einmal vor der Heilung in den Stunden nach einem Anfall gesehen hatte, wieder nur mit der Achsel gezuckt und wie damals gesagt haben: »Ein Idiot!«

XII. Schluß.

Die Lehrerswitwe war, der Verabredung gemäß, nach Pawlowsk gefahren und hatte sogleich Darja Alexejewna, die sich von der Aufregung noch ganz krank fühlte, in ihrem Hause aufgesucht und durch die Mitteilung alles dessen, was sie wußte, in große Angst versetzt. Beide Damen hatten sich dann nach kurzer Beratung zu Lebedeff begeben, der sich als ergebener Freund und Hauswirt des Fürsten gleichfalls beunruhigt fühlte. Nachdem dann noch Wjera alles erzählt hatte, was sie über die Abfahrt des Fürsten erzählen konnte, waren die beiden Damen und Lebedeff nach Petersburg gefahren, auf Lebedeffs Rat, um »eventuell noch zu verhüten, was sehr leicht geschehen könnte«. So kam es, daß am nächsten Morgen schon um elf Uhr die Tür zur Wohnung Rogoshins auf Veranlassung der Polizei in Anwesenheit Lebedeffs, der beiden Damen und des älteren Bruders von Rogoshin, Ssemjon Ssemjonytsch Rogoshin, der den Seitenflügel des Hauses bewohnte, aufgebrochen wurde. Das polizeiliche Vorgehen wurde wesentlich beschleunigt durch die Aussage des Hausknechts, der am Abend vorher gesehen hatte, wie Parfen Ssemjonytsch mit einem Gast ins Haus eingetreten, und ganz leise die Treppe hinaufgegangen war. Nach dieser Aussage hatte man nicht länger gezögert die Tür mit Gewalt aufzubrechen.

Rogoshin lag zwei Monate an einer Gehirnentzündung danieder. Als er gesund geworden war, kam sein Prozeß zur Verhandlung. Seine Aussagen waren klar, genau, unzweideutig und genügten vollkommen, so daß der Fürst auf Grund derselben ohne weiteres von der Untersuchung ausgeschlossen wurde. Bei der Gerichtsverhandlung war Rogoshin im übrigen schweigsam. Er widersprach zwar nicht seinem Verteidiger, der geschickt, klar, logisch und beredt zu beweisen suchte, daß der Mord von ihm in bereits unzurechnungsfähigem Krankheitszustande verübt worden sei und daß man ihn eigentlich nur als Folge der Gehirnentzündung, die bereits früher begonnen habe, betrachten müsse; doch fügte Rogoshin von sich aus nichts hinzu, was die Richtigkeit dieser Annahme bestätigen konnte, und auf die an ihn gestellten Fragen antwortete er wieder klar, bestimmt, und durchaus bemüht, sich aller Einzelheiten des Geschehenen zu entsinnen. Er wurde unter Annahme mildernder Umstände zu fünfzehn Jahren Zwangsarbeit nach Sibirien verbannt. Wortlos, mit fast strenger Miene, vernahm er sein Urteil, »wie in Gedanken versunken«, erzählte man. Sein ganzes, großes Vermögen, von dem er, im Verhältnis gesprochen, nur einen kleinen Teil verschwendet hatte, ging auf seinen Bruder Ssemjon Ssemjonytsch über, zur nicht geringen Zufriedenheit dieses letzteren. Die Mutter Rogoshins lebte nach wie vor in ihrer stillen Wohnung, und mitunter scheint es, als gedenke sie ihres geliebten Sohnes Parfen, doch sind ihre Gedanken wohl nur unklar: Gott hat ihren Geist und ihr Herz davor bewahrt, das Entsetzen, das ihr trauervolles Haus heimgesucht, in seiner ganzen Größe zu erfassen.

Lebedeff, Keller, Ganjä und Ptizyn und noch viele andere Personen, die wir kennen gelernt haben, leben gleichfalls in alter Weise weiter, haben sich wenig verändert -- daher läßt sich auch nichts Besonderes über sie berichten. Hippolyt starb etwas früher, als er erwartet hatte, etwa zwei Wochen nach dem Tode Nastassja Filippownas. Er soll vorher entsetzlich aufgeregt gewesen sein. Koljä war durch die Ereignisse tief erschüttert. In der Folge traten er und seine Mutter sich bedeutend näher, ja er schloß sich sogar ganz an sie an. Nina Alexandrowna ist recht besorgt um ihn: sie findet ihn zu nachdenklich für seine Jahre. Vielleicht aber wird aus ihm doch noch einmal ein tätiger und tüchtiger Mensch. Zum Teil ist es auch auf seine Bemühungen zurückzuführen, daß für das weitere Schicksal des Fürsten gesorgt wurde. Unter all seinen neuen Bekannten hatte ihm am meisten Jewgenij Pawlowitsch Radomskij gefallen; zu diesem hatte er sich denn auch sogleich aufgemacht und ihm das Ereignis mitgeteilt, sowie alles Nähere, was er selbst über den Zustand des Fürsten wußte. Seine Erwartung täuschte ihn nicht: Jewgenij Pawlowitsch nahm den lebhaftesten Anteil am traurigen Schicksal des armen »Idioten«, und dank seiner Bemühungen kam der Fürst wieder in die Schweiz zu Professor Schneider, der ihn von neuem in seine Heilanstalt aufnahm. Jewgenij Pawlowitsch begab sich ins Ausland. Er hatte sogar die Absicht, recht lange in »Europa« zu bleiben, da er sich selbst ganz offen einen »in Rußland vollkommen überflüssigen Menschen« nannte. Seinen kranken Freund besucht er ziemlich oft, wenigstens ein paarmal im Jahre. Professor Schneider macht aber, wenn er nach der Genesungsmöglichkeit seines Patienten gefragt wird, eine immer bedenklichere Miene, schüttelt den Kopf und deutet an, daß es diesmal wohl eine vollständige Zerrüttung der Verstandeskräfte sei; zwar redet er nicht von Unheilbarkeit, äußert aber doch die traurigsten Mutmaßungen. Jewgenij Pawlowitsch nimmt sich das sehr zu Herzen -- und _er hat_ ein Herz, was allein schon durch den einen Umstand bewiesen wird, daß er von Koljä Briefe erhält, und diese Briefe hin und wieder sogar beantwortet. Außerdem aber haben wir noch etwas sehr Seltsames über ihn erfahren, und da dieses Seltsame ein guter Charakterzug ist, so sei es hier mitgeteilt: Jewgenij Pawlowitsch schreibt nämlich nach seinen Besuchen in der Heilanstalt des Professor Schneider außer an Koljä regelmäßig noch einen Brief nach Petersburg, der den ausführlichsten Bericht über den Zustand des Fürsten enthält. Doch außer diesen Berichten und der höflichsten Versicherung seiner Hochachtung, finden sich in diesen Briefen mitunter -- und zwar immer häufiger -- auch einige Darlegungen seiner Anschauungen, Begriffe, Gefühle, und diese werden mit jedem Brief sogar immer länger. Mit einem Wort, es beginnt in ihnen etwas durchzublicken, das an freundschaftliche oder noch innigere Gefühle gemahnt. Die Person aber, an die Jewgenij Pawlowitsch diese Briefe schreibt -- natürlich tut er es immerhin noch ziemlich selten -- und die seine Aufmerksamkeit und Achtung in so hohem Maße gefesselt und erworben hat, ist Wjera Lebedewa. Leider ist es uns nicht möglich gewesen, Näheres darüber zu erfahren, wie sich diese Beziehungen haben anknüpfen können, doch nehmen wir an, daß es wohl infolge des Unglücks gewesen sein wird, das den Fürsten betroffen hatte. Wjera war durch das Geschehnis zunächst so erschüttert, daß auch sie erkrankte. Doch wie gesagt -- bei welcher Gelegenheit sie sich näher getreten sind, wissen wir nicht. Im übrigen haben wir dieser Briefe auch deshalb Erwähnung getan, weil einzelne von ihnen Mitteilungen über Jepantschins und namentlich über Aglaja Iwanowna enthalten. In einem ziemlich krausen Brief aus Paris teilte er mit, daß diese zu einem polnischen Grafen und Emigranten eine große Neigung gefaßt und ihn bald darauf geheiratet habe, sehr gegen den Wunsch ihrer Eltern, die, wenn sie auch schließlich ihre Einwilligung gegeben, es nur deshalb getan hätten, weil es sonst zu einem vielleicht aufsehenerregenden Skandal gekommen wäre. Im nächsten Brief, den Wjera nach etwa einem halben Jahre erhielt, schrieb Jewgenij Pawlowitsch -- es war wieder ein langer, ausführlicher Brief -- daß er während seines letzten Aufenthaltes in der Schweiz bei Professor Schneider mit Jepantschins und dem Fürsten Sch. zusammengetroffen sei. Das Wiedersehen mußte, so wie er es schilderte, ein sehr seltsames gewesen sein: alle hatten ihn fast begeistert empfangen, Alexandra und Adelaida hatten sich ihm sogar zu heißem Dank verpflichtet gefühlt für alles Gute, das er dem Fürsten erwies, und für seine »rührende Sorge um ihn«. Lisaweta Prokofjewna hatte beim Anblick des armen Fürsten in seinem kranken, erniedrigenden Zustande bitterlich zu weinen begonnen. Offenbar hatte sie ihm längst alles verziehen. Fürst Sch. hatte bei der Gelegenheit ein paar gute Gedanken ausgesprochen. Wie es Jewgenij Pawlowitsch geschienen, hätte sich das junge Ehepaar noch nicht so ganz harmonisch verbunden gefühlt, doch wäre es vorauszusehen, daß Adelaidas lebhaftes, mitunter recht feuriges Temperament sich mit der Zeit freiwillig und von Herzen der geistigen Überlegenheit und Erfahrenheit des Fürsten anpassen und unterordnen würde. Hinzu kam noch, daß die Lehren, die die Familie in letzter Zeit erhalten hatte, für sie unvergeßlich waren, so vor allem das letzte Erlebnis Aglajas mit dem polnischen Grafen. Alles, was man befürchtet, als man die Einwilligung zur Heirat Aglajas mit diesem Grafen verweigert hatte, war schon nach wenigen Monaten, nach kaum einem halben Jahre, in Erfüllung gegangen, und dazu noch mit solchen Überraschungen, daß man an die leidigen Tatsachen fast immer noch nicht glauben wollte. Es hatte sich nämlich herausgestellt, daß der emigrierte Graf zwar ein Emigrant, deshalb aber noch längst kein Graf war, seine Vergangenheit vielmehr etwas sehr Dunkles und Zweideutiges hatte. Aglaja hatte er durch die »seltene Vornehmheit seiner von Heimweh nach dem Vaterlande sich verzehrenden Seele« gefesselt und bezaubert, und das in solchem Maße, daß sie bereits vor der Heirat Mitglied irgendeines Emigrantenkomitees geworden war, das sich die Wiederherstellung des Königreichs Polen zum Ziel gesetzt hatte. Überdies war sie noch in den Beichtstuhl irgendeines berühmten Jesuitenpaters geraten, der ihren Geist bis zum Wahnsinn zu beeinflussen wußte. Das riesige Vermögen des Grafen, von dem er Lisaweta Prokofjewna und dem Fürsten Sch. erzählt und für das er ihnen fast unantastbare Beweise geliefert hatte, war nichts als Schwindel gewesen. Außerdem war es ihm mit Hilfe seines Freundes, des Jesuitenpaters, in dieser kurzen Zeit gelungen, Aglaja vollständig mit ihrer Familie zu entzweien, so daß die Mutter und Geschwister sie schon seit mehreren Monaten nicht gesehen hatten ... Kurzum, erzählen ließe sich noch manches, doch hatten Lisaweta Prokofjewna, ihre Töchter und Fürst Sch. schon so viel unter diesem »Schrecken« gelitten, daß sie im Gespräch mit Jewgenij Pawlowitsch fast angstvoll gewisse Dinge zu umgehen gesucht hatten, zumal sie wußten, daß er ohnehin über die letzten Verirrungen Aglaja Iwanownas gut unterrichtet war. Die arme Lisaweta Prokofjewna wäre gern sogleich nach Rußland zurückgekehrt: nach dem Bericht Jewgenij Pawlowitschs habe sie sehr parteiisch, fast sogar erbittert alles Ausländische kritisiert. »Nicht einmal Brot verstehen sie zu backen, den Winter über frieren sie wie die Mäuse im Keller!« habe sie ganz erbost gesagt. »Hier habe ich mich doch wenigstens über diesen Armen auf gut Russisch ausweinen können,« habe sie hinzugefügt, erregt auf den Fürsten weisend, der keinen von ihnen erkannt hatte. »Aber jetzt hat man sich genug hinreißen lassen, es ist Zeit, endlich wieder vernünftig zu werden! Und all das hier, euer ganzes Europa, alles das ist nur Phantasie, und wir Russen, wir alle hier im Auslande, sind nichts als Phantasie ... behaltet meine Worte, ihr werdet es selbst sehen!« habe sie sich beim Abschied von Jewgenij Pawlowitsch fast zornig geäußert.

Fußnoten

[1] Diminutiv von Ssemjon. E. K. R.

[2] Alexander. E. K. R.

[3] Abkürzung von Gawrila (Gabriel). E. K. R.

[4] Abkürzung von Nastassja. E. K. R.

[5] Lust. E. K. R.

[6] Chanat Kiptschak, dessen tatarische Fürsten in der Stadt Ssarai an der Achtuba (unteren Wolga) lebten und sich von den russischen Teilfürsten nach deren Unterwerfung Tribut zahlen ließen. E. K. R.

[7] Abkürzung von Warwara. E. K. R.

[8] Berühmter Chirurg. E. K. R.

[9] In Rußland übliche Benennung des Portiers, der in reicheren Häusern beständig an der Tür sitzt und den Eintretenden öffnen muß. E. K. R.

[10] Hauptmannsfrau. E. K. R.

[11] Landsitz, Sommervilla mit dazugehörigem Garten. E. K. R.

[12] Vornehmer Villenort in der Nähe von Petersburg. E. K. R.

[13] Mit zwei Fingern bekreuzen sich nur die Altgläubigen. E. K. R.

[14] Brüderschaft schließen. E. K. R.

[15] Öffentlicher Garten in Petersburg. E. K. R.

[16] Ein Stadtteil in Petersburg jenseits der Newa. E. K. R.

[17] Verbrecher, auf deren Mordtaten Lebedeff seine Behauptungen stützt, und deren Prozesse damals allgemeines Aufsehen erregten. E. K. R.

[18] Zitat aus der Komödie »Unglück durch Verstand« von Gribojedoff. E. K. R.

[19] Diminutivform von Lew. E. K. R.

[20] In Gribojedoffs Komödie »Unglück durch Verstand« drückt eine der Hauptpersonen (der alte Famussoff), nachdem das »Unglück« geschehen ist, seine größte Sorge in dem Stoßseufzer aus:

»Mein Gott, was wird jetzt sagen Die Fürstin Maria Alexejewna!«

E. K. R.

[21] Die Hauptmahlzeit wird in Rußland gewöhnlich um sechs Uhr eingenommen. E. K. R.

[22] Sommerkonzerte bei Petersburg. E. K. R.

[23] Njänjä = Kinderfrau. E. K. R.

[24] Entspricht dem westeuropäischen Fasching. E. K. R.

[25] Stadtteil auf einer Insel in Petersburg. E. K. R.

[26] Berge bei Moskau. E. K. R.

[27] Hauptfigur in Gogols Lustspiel »Die Heirat«, ein ältlicher Junggeselle, der sich schließlich dank tatkräftiger Unterstützung seiner Freunde und Bekannten verlobt, dann aber, kurz vor der Trauung, durch das Fenster entflieht und die Braut im Stich läßt. E. K. R.

[28] Typ in Gogols »Newskij Prospekt«. E. K. R.

[29] Kapiton (familiär Kapitoschka) -- russischer Vorname. E. K. R.

[30] Stadtteil von Petersburg. E. K. R.

[31] Kartenspiel, ähnlich dem deutschen Schafskopf. E. K. R.

[32] Eine Deßjätine entspricht ungefähr einem Hektar. E. K. R.

[33] Die Anhänger dieser Sekte verwerfen die Sakramente, die Geistlichkeit und die Kirche, beobachten jedoch äußerlich den Ritus der griechischen Kirche. In ihren geheimen Versammlungen geißeln sie sich drehend und singend, bis sie halb bewußtlos werden und in diesem Zustande zu wahrsagen beginnen. Eine der ältesten Sekten Rußlands. E. K. R.

Übersetzung französischer Textstellen

{[1]} Handelsreisender

{[2]} wie das Lumpengesindel

{[3]} Vorab bemerkt.

{[4]} Mein Mann irrt sich

{[5]} sich irren

{[6]} das ist falsch

{[7]} Das ist neu!

{[8]} zum Zeitvertreib

{[9]} kleines Spiel

{[10]} Scham des Reichtums

{[11]} so viel Geist

{[12]} Die Kameliendame

{[13]} in Mode

{[14]} der jüngere

{[15]} Meisterwerk

{[16]} von echter Abstammung

{[17]} den Hof machen

{[18]} Kamelienherr

{[19]} meine Cousine

{[20]} Zeremonieller Mogenempfang, wörtlich: Aufstehen des Königs.

{[21]} Elend

{[22]} Augenblick

{[23]} zur rechten Zeit

{[24]} wie es sich gehört

{[25]} Lieber Prinz

{[26]} Lebemann

{[27]} viel Glück!

{[28]} Nach mir die Sintflut.

{[29]} die Extreme berühren sich

{[30]} Oh, wird deine heilige Schönheit erkannt / So viele Freunde hören meinen Abschied nicht! / Mögen sie tagelang sterben, ihr Tod betrauert werden. / Möge ein Freund ihre Augen schließen!

{[31]} Du hast es gewollt, George Dandin!

{[32]} Was für ein aufgeweckter Junge! Wer ist dein Vater?

{[33]} Ah, der Sohn eines Bojaren und tapfer dazu! Ich liebe die Bojaren. Magst du mich, Kleiner?

{[34]} der kleine Bojar

{[35]} Feldzug von 1815

{[36]} Rat des Löwen

{[37]} Bah! Er wird abergläubisch!

{[38]} der König von Rom

{[39]} Also ein kleines Mädchen.

{[40]} Lüge niemals! Napoleon, dein aufrichtiger Freund.

{[41]} Aber, mein Gott!

{[42]} Brüderlichkeit oder Tod!

{[43]} Das ist sehr seltsam und sehr ernst!

{[44]} Lass ihn reden

{[45]} Wirklich?

Anmerkungen zur Transkription

Die »Sämtlichen Werke« erschienen in der hier verwendeten ursprünglichen Fassung der Übersetzung von E. K. Rahsin in mehreren Auflagen und Ausgaben 1906--1922 im Piper-Verlag. Dieses Buch wurde transkribiert nach:

F. M. Dostojewski: Sämtliche Werke. Erste Abteilung: Dritter Band. Erste Abteilung: Vierter Band. Der Idiot R. Piper & Co. Verlag, München, 1918. Sechste bis achte Auflage

Für diese ebook-Ausgabe wurden der dritte und der vierte Band vereinigt. Band 4 beginnt mit »Dritter Teil«. Zwischen Band 3 und Band 4 (zwischen den Seiten 628 und 653) gibt es eine Lücke in der Seitennumerierung. Dabei handelt es sich lediglich um einen Fehler in den gedruckten Seitennummern, es fehlen keine Seiten.

Die Anordnung der Titelinformationen wurde innerhalb der »Sämtlichen Werke« vereinheitlicht und entspricht nicht der Anordnung in den ursprünglichen Ausgaben. Alle editionsspezifischen Angaben wie Jahr, Copyright, Auflage usw. sind aber erhalten und wurden gesammelt direkt nach der Titelseite eingefügt.

Fußnoten wurden am Ende des Buches gesammelt.

Die Bearbeiter haben diesem Text Übersetzungen der französischen Textstellen in Form von Fußnoten hinzugefügt und der _public domain_ zur Verfügung gestellt.

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Zu den Anführungszeichen: Gespräche wurden in doppelte Anführungszeichen (»«) eingeschlossen. Die Wiedergabe von Äußerungen anderer innerhalb von Gesprächen wurde in einfache Anführungszeichen (><) eingeschlossen.

Besonderheiten der Transliteration russischer Begriffe und Namen: Der Buchstabe »ä« (oder auch "jä") steht für den kyrillischen Buchstaben »ja«. Die Schreibweise häufig vorkommender russischer Namen wurde vereinheitlicht (nicht verwendete Varianten in Klammern):

Burdowskij (Burdowski) Ismailowskij (Ismailowsky) Jeropjegoff (Jeropjekoff) Parfen (Parfenn) Pjotr (Pjoter) Ptizyn (Ptizin) Ssemjonowitsch (Semjonowitsch) Timofej (Timofei) Tozkij (Totzkij)

Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigert. Weitere Änderungen, teilweise unter Zuhilfenahme anderer Auflagen oder des russischen Originaltextes, sind hier aufgeführt (vorher/nachher):

[S. 23]: ... zur Heiligen Verklärungskirche. Außer diesen äußerst ... ... zur Heiligen Verklärungskirche. Außer diesem äußerst ...

[S. 144]: ... einsamen Berge aufsuchte, um allein zu sein, begegneten ... ... einsamen Berge aufsuchte, um allein zu sein, begegnete ...

[S. 235]: ... Familie empfindet ... nun, und, versteht sich auf für ... ... Familie empfindet ... nun, und, versteht sich auch für ...

[S. 240]: ... sein kein origineller Mensch. Merken Sie sich, lieber ... ... sei kein origineller Mensch. Merken Sie sich, lieber ...

[S. 267]: ... rief seine Andeutung doch gewisses Erstaunen und ... ... rief seine Anmeldung doch gewisses Erstaunen und ...

[S. 301]: ... »Nastassja Filippowna!« sagte im beschwörendem, ... ... »Nastassja Filippowna!« sagte in beschwörendem, ...

[S. 603]: ... »Das ist es ja, weiß der Teufel, womit Sie einem ... ... »Das ist es ja, weiß der Teufel, womit Sie einen ...

[S. 698]: ... schien, wenn ihnen so viel Verehrer folgten. ... ... schien, wenn ihnen so viele Verehrer folgten. ...

[S. 753]: ... mich nun betrifft, als Mensch des zwanzigsten Jahrhunderts, ... ... mich nun betrifft, als Mensch des neunzehnten Jahrhunderts, ...

[S. 771]: ... und dem zu sterben selbstverständlich nichts kostete. Ich ... ... und den zu sterben selbstverständlich nichts kostete. Ich ...

[S. 1193]: ... Stuhl und sah in angstvoll an. Wohl eine halbe ... ... Stuhl und sah ihn angstvoll an. Wohl eine halbe ...

[S. 1198]: ... armen »Idioten«, und dank seine Bemühungen kam ... ... armen »Idioten«, und dank seiner Bemühungen kam ...