Swiss fiction (German)

Der Dechant von Gottesbüren

In einer schönen alten hessischen Kleinstadt steht ein ebensolcher Dom, an dem ein Mann von bedeutenden Qualitäten als Dechant wirkt. Das heißt, die Qualitäten fangen eben erst recht an, wie ein Sternnebel zu atmen und zu leuchten; eine Zeitlang schien es, als sollten sie sich...

Chapters

1. Part 1

In einer schönen alten hessischen Kleinstadt steht ein ebensolcher Dom, an dem ein Mann von bedeutenden Qualitäten als Dechant wirkt. Das heißt, die Qualitäten fangen eben erst...

2. Part 2

»Ich bin jetzt eigentlich gar nicht zu Frechheiten aufgelegt«, bemerkte er beinahe nachdenklich. »Mir ist eher sentimental zumut, elegisch wegen dem Wiedersehen mit der Heimat u...

3. Part 3

Der Garten fiel mit seinen Büschen und Bäumen steil zwischen alten Mauern zum Bach hinab; man beging ihn meistens auf Treppen außer den Querwegen, auf die die hängenden Beete st...

4. Part 4

Wie sie dann doch nach Hause gekommen waren, das wußten sie nachher jedenfalls in der Eile nicht zu sagen, und Bob konnte darüber auch weiter nichts mitteilen. Bei Tisch glaubte...

5. Part 5

Allmählich führte sie der Reihe nach die verschiedenen Ersatzstoffe ein, die von der Chemie oder auch nicht von der Chemie hergestellt wurden. Sie bestand darauf, daß man das Mi...

6. Part 6

Da sich Linde völlig selbstvergessen einem fremden Bedürfnis hingab, gelang ihr ebenso selbstvergessen ein Sieg über die kaltherzige Frau gerade durch jenes tiefe, geheimnisvoll...

7. Part 7

Darüber hinaus lagen ihm noch die Träume dieser Nacht in den Knochen. Er hatte sich selber sterbend »auf blutiger Wahlstatt« -- diese Worte tönten ihm unausgesetzt in den Ohren...

8. Part 8

Dem Leutnant imponierte sie sehr, und er wurde von ihr als ebenfalls musikalischer Mensch mehrmals ausgezeichnet, so daß er sich schließlich auch selber ein bißchen wichtig vork...

9. Part 9

Dort erlebte sie von allen Erschütterungen des Tages die größte. Das Bett des Soldaten stand vollkommen unberührt, und wenn Heinz nun nicht in der Stadt auf Abenteuern war, so w...

10. Part 10

Heinz hatte seinen Posten mit Bedacht gewählt, weil vor ihm der Drahtverhau beinahe vollständig weggeräumt war und ein ganz freies Einbruchstor offen ließ. Es wurde auch von den...

11. Part 11

Mit diesem rostigen Nadelöhr und dem zugehörigen schlechten Faden schlug sie dann die besondere Bewandtnis zur Naht, von der schon die Rede war. Eben bemerkte der Dechant halb v...

12. Part 12

Inzwischen lief der Schlosser zum Arzt, unter dessen Händen endlich die Kranke erwachte. Ihre erste Handlung war, daß sie außer diesem alle Personen hinausschickte; was sie dann...

13. Part 13

Anstatt zu lesen, saß sie jedoch leise fröstelnd in der Sonne und begann zu überlegen. An eine Abreise konnte sie zunächst wegen ihres Zustandes noch nicht denken, und außerdem...

14. Part 14

Vor allem verwendete sie viel Aufmerksamkeit darauf, daß Linde immer fern vom Dechanten vollauf beschäftigt war, da ihr an einem verständnisvollen Beisammensein der beiden wenig...

15. Part 15

Unterdessen hatte auch der Dechant seine Morgenlektüre beendigt, und sie war von einer Qualität, daß sie ihm die aufmerksam auf die heutige Leistung gesammelte Stimmung, mit der...

16. Part 16

Von Lindes Zimmer weg stieg sie in die Küche hinunter, um zu sehen, was zu tun sei. Kochen war nun gerade die Angelegenheit, von der sie am wenigsten verstand. Außerdem wäre es...

17. Part 17

Nach dem Essen wurden der Dechant und die Klingse in seinem Zimmer, wo sie ihn jetzt manchmal ein bißchen besuchte, bei einer Tasse Kaffee über Lindes Fall noch vollständig eini...

18. Part 18

In der Zeit ging die Haussuchung bei Linde vor sich. Die Klingse übereilte sich nicht damit, sondern nahm sich eine Woche Zeit, bis der Dechant selber danach fragte. Dann ging s...

19. Part 19

Aber die frommen Geister, die mit gütigen Herzen im Baum schwebten und ihnen die schon prosaischen Augen und die abwartenden Mienen beglänzten, weckten und lockten auch rasch da...

20. Part 20

Es war um die Zeit der weissagungsvollen Zwölf Nächte. Als Brigitt das Mädchen so rasch von der Kraft kommen sah, fuhr ihr ein heilloser Schreck in die Glieder, der sie auf Wege...

21. Part 21

Linde in ihrem Teil war ihrem fernen Freund in zunehmendem Maß dankbar, daß er ihre Bitte erfüllte und sie nicht durch Erklärungen beunruhigte, die bloß neue Unklarheiten bringe...

22. Part 22

Als Bob erkannte, daß man ihn allein gelassen hatte, war er zuerst bestrebt, seinen Blick wieder zu befreien. Er fuhr sich einige Male hastig und ungeduldig, weil er nicht mehr...

23. Part 23

Die Sachen waren dem einfachen Gefühl und dem geraden Sinn des Mädchens unendlich verwirrend und quälend, und schließlich taten diese Lesestunden ebensoviel zu Lindes fortdauern...

24. Part 24

Unter dem hohen Ernst des Augenblicks eilig dahinschreitend, suchte sich der Dechant nach so langer Zeit zum erstenmal wieder die Lage des jungen Mädchens zu vergegenwärtigen, d...

25. Part 25

Auf sie selber wirkte die Nachricht von der Verwundung und dem in Aussicht stehenden Urlaub, wie immer ein Blitz wirkt, ob erwartet oder unerwartet. »Er hat dem Dechanten geschr...

26. Part 26

Dieser Traum hielt auch noch stand, während er mit seinem Begleiter den Dom betrat. Als er vor dem Allerheiligsten vorbeigehend mit dem Zeichen des Kreuzes sich tief verneigte,...

27. Part 27

Sie besann sich einen Augenblick, indem sie erwägend auf ihre nervös wippende Schuhspitze blickte. »Es ist doch seltsam«, sagte sie dann langsam, »daß du nicht wenigstens von ~e...

28. Part 28

Den Parisern glückte es nun freilich nicht so schnell, wie sie gerechnet hatten. Die erste Sturmwelle, oder was davon nach vorne kam, mußte vor den Drahthindernissen liegenbleib...

29. Part 29

»Nun, mein Freund, so weit hätten wir's also gebracht miteinander«, sagte sie, ihm das kranke Gesicht flüchtig zuwendend, um dann wieder unbehaglich dahin und dorthin zu blicken...