Category: Historical Novels

Los von Rom: Eine Geschichte aus dem Leben

Wer abenteuerliche Verwicklungen, romantische Liebesbeziehungen, oder jenen Naturalismus sucht, der die Wahrheit der Lebensverhältnisse nur in Sumpf und Schmutz finden zu können glaubt, für den ist diese Geschichte nicht geschrieben. Und doch macht sie gerade darauf Anspruch,...

Chapters

1. Part 1

Wer abenteuerliche Verwicklungen, romantische Liebesbeziehungen, oder jenen Naturalismus sucht, der die Wahrheit der Lebensverhältnisse nur in Sumpf und Schmutz finden zu können...

2. Part 2

Das lag so freundlich und behäbig nahe bei der Kirche. Zwei alte Linden standen davor und beschatteten den Eingang, und zur Seite schloß sich ein kleiner, gutgepflegter Garten a...

3. Part 3

»Lassen Sie sich's nicht anfechten -- 's ist zuletzt ganz gleich, wo der Mensch begraben liegt, wenn ihm nur die Liebe nachfolgt. 's ist mancher hinter'm Zaun verscharrt worden,...

4. Part 4

»Es giebt ein höheres Gesetz, als das Deiner Kirche, welches nur für einen Teil der Menschen gilt -- ein Gesetz, das für alle vorhanden ist, die über die Erde hingehen, das ist...

5. Part 5

So war der Sommer hingegangen, und herbstlich wehte es über die Stoppeln und durch die Obstgärten. Die Zeit, da man überall Kirchweihfeste feierte, war gekommen, und Peter hatte...

6. Part 6

»Ja, mein lieber Peter, ich hab's Dir's ja vorausgesagt, daß Dich das Leben erst noch abschleifen werde, und das thut allemal ein wenig weh. Dein alter Pfarrer, Deine liebe Barb...

7. Part 7

»Ach Gott, ich weiß ja, was Sie meinen -- der hochwürdige Herr! Sollte er aber denn nicht auch glauben, daß er das Glück zweier Menschen -- ich meine mich und meine Kleine -- in...

8. Part 8

»Mein lieber Vogel! Ich denke, das mit dem Austritt überlegen Sie sich doch noch. Ich werde dafür sorgen, daß Sie an einen anderen Tisch kommen und werde ein Auge haben auf die...

9. Part 9

So lief der Herbst in den Winter hinein, und eines Tages erhielt Peter ein Schreiben aus der Heimat, in welchem Freidank ihm in bescheidener und höflicher Weise anzeigte, daß er...

10. Part 10

»Ein solcher Gedächtnisfehler ist verzeihlich, mein lieber Doktor, und ein einzelner kann nicht auf allen Gebieten ausgezeichnet sein. Herr Stahl hat diesmal sein Recht mit juge...

11. Part 11

Drei Dinge stehen jedwedem Menschen zu, Die niemand niemals ihm verkümmern darf: Die Gabe Gottes, daß er sei und froh sei; Die Hilfe seiner Lebensmitgenossen; Das Dritte macht i...

12. Part 12

Am selben Nachmittage war es, daß auch Hans Stahl von der Kleinseite, wo das Wendische Seminar sich befindet, über die Franz-Josefsbrücke hinübergegangen war, um dem Treiben zu...

13. Part 13

»Ich wäre nicht gekommen, Herr Doktor, wenn nicht Ihre Mutter und Marie mir Mut dazu gemacht hätten, und wenn mir's nicht besonders um die letztere zu thun wäre. Ich hatte einen...

14. Part 14

Aber die Wirkung war nicht nachhaltig. Es war eine seltsame Fügung, daß er, daheim angekommen, ein lateinisches Buch aufschlug und gerade dort eine Stelle fand, wo der Jesuitenp...

15. Part 15

»Wollen Sie das Wesentliche ihrer Grundsätze? Das ist die Lehre vom Probabilismus und: der Zweck heiligt die Mittel. Ihnen wird man stets vorgehalten haben, daß das Letztere ein...

16. Part 16

»Ei, das wissen Sie nicht? Mein Mann hat sich seit drei Tagen als praktischer Arzt hier niedergelassen, und ich fühle mich in dieser ländlichen Umgebung ungemein wohl. Doppelt f...

17. Part 17

»Ach, Herr Doktor, wollen Sie nicht nach dem Malschthalmüller sehen -- bitte, lieber Herr Doktor,« sagte der Wirt flehend und in höchster Verlegenheit; der Doktor aber, welcher...

18. Part 18

»Es ist mir lieb, daß ich Sie allein treffe, meine Freundin,« sagte Felice, »und daß ich Ihnen sagen kann, daß Sie allen Einfluß aufzubieten haben, daß der Bischof sich nicht ge...

19. Part 19

Er ließ sich breit und roh in einen der Polstersessel fallen, und seine gierigen Augen schweiften die Wände entlang, indes das Weib noch immer mit gerungenen Händen vor ihm stand.

20. Part 20

»Meine hochwürdigsten Amtsbrüder! Sie wissen, weshalb ich Sie hierher gebeten habe. Es ist Ihnen nicht unbekannt, daß in dem Kreise der italienischen, spanischen und orientalisc...

21. Part 21

Die schöne, heißbegehrende Egypterin lag mit halb erhobenem Leibe auf purpurdunklem Pfühle. Das nilgrüne, duftig-durchsichtige Gewand war von dem Oberkörper herabgesunken, wie a...

22. Part 22

Er hatte den Prälaten zurückkehren sehen aus der Kirche, und bei dem Gedanken, daß er trotz der Sünde des gestrigen Abends die Messe zelebriert und den Leib des Herrn in Brot- u...

23. Part 23

So kamen sie nach Frascati. Im freundlichen Garten einer Schenke hielten sie Einkehr, fröhliche Leute, die auf dem kurzen Wege völlig Freunde geworden waren, und bald saßen sie...

24. Part 24

»'s ist wohl schon bald auf der Neige, he? -- Ja, sagen Sie mir um's Himmels willen, was treiben Sie denn eigentlich hier, und wie denken Sie sich denn die spätere Sachlage? Sie...

25. Part 25

Parelli hatte sich wieder entfernt und Frohwalt war es zu Mute, als beschere ihm der Himmel die erste glückliche Stunde in Rom. Er wollte auch nicht zaudern mit der ihm geworden...

26. Part 26

Mit fanatisch leuchtenden Augen saßen die einen, mit würdevoller Gleichgültigkeit nickten die Häupter der andern Zustimmung, nur auf den Sitzen des deutschen, österreichischen,...

27. Part 27

»Und wenn, wie nicht mehr zu zweifeln ist, durch eine einfache Stimmenmehrheit dieser neue, unerhörte Glaubenssatz angenommen wird, so kann nur eine Kirchenspaltung die Folge se...

28. Part 28

»Mein Sohn wird doch in diesen Tagen heiraten. Er ist evangelisch wie der Vater und nimmt auch eine Evangelische aus Burgdorf. Daß ich als Mutter der Trauung beiwohnen will, auc...

29. Part 29

»Da Sie nicht zu mir kommen, muß ich mich bei Ihnen einfinden,« sagte Herr von Sorb; »ich darf Sie wohl daran erinnern, daß heute der 14. ist, und daß ich am 10. bereits eine Za...

30. Part 30

Ein Fuhrmann hatte am Morgen den Toten gefunden am Straßenrand, gelehnt an eine alte Fichte, wie einen Schlafenden. In der Stirn war eine kleine, runde, schwarz gerandete Oeffnu...

31. Part 31

Es war ihm, als höre er den Vetter Martin reden, so schlicht und bündig, treuherzig und gerade. Ja, der Alte, der ihm das Büchlein von Leopold Schefer einst gegeben, war wohl ei...

32. Part 32

Als der erste Sonnenstrahl in das Fenster fiel, standen die Drei um die bleiche Tote her, und Frohwalt betete in ergreifender Andacht ein Vaterunser, und machte über die erkalte...

33. Part 33

So gingen sie mit einander. Niemals noch hatte Frohwalt eine protestantische Kirche betreten, und darum wohl ergriff ihn eine seltsame Befangenheit. Aber bald schwand dieselbe v...