Category: Historical Novels

Das deutsche Wunder: Roman

Der vorliegende Text wurde anhand der 1916 erschienenen Buchausgabe so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Ungewöhnliche, altertümliche und regional gefärbte Ausdrücke wurden nicht korrigiert; fremdsprachliche Zitate und Ausdrücke wurden unverändert übernommen -- in...

Chapters

1. Part 1

Der vorliegende Text wurde anhand der 1916 erschienenen Buchausgabe so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Ungewöhnliche, altertümliche und regional gefärbte Ausdrück...

2. Part 2

„Ein Narr! Kuriert Muschiks und Popen umsonst! Als ob es nicht genug davon gäbe!“ sagte der General lachend und trat mit seinem Begleiter in die schwere byzantinische Pracht des...

3. Part 3

Sie schrieb die Adresse: ‚Herrn Hauptmann Paul Isebrink, Berlin, Alt-Moabit 330‘ und hielt das Schreiben in der Hand, während sie ihren Vater zu dem nahen, über Hütten und Holzp...

4. Part 4

Draußen flatterten im Frühlingswind die blau-weiß-roten, die schwarz-weiß-gelben Fahnen, das rot-weiße Doppelkreuz im blauen Feld, dazwischen, als Gäste von jenseits des Ozeans,...

5. Part 5

Er zog den Frack an und folgte mit umwölkter Stirne und unruhigem Gemüt den vorausgegangenen Damen. Im Letzten des Herzens verachtete sein asiatischer Hochmut diese reichen Kauf...

6. Part 6

Der blonde Volksschullehrer stand dienstlich stramm und setzte sich dann auf den freien Platz zwischen dem Grafen Vläming und dem Kaiserlichen Regierungsrat und Hauptmann der La...

7. Part 7

Das klang in russisch gefärbtem Deutsch. Vor ihr war ein längliches, unruhiges und kluges Gesicht mit kühlen grauen Augen und dunkelblondem Schnurrbart. Eine vornehm-hagere Gest...

8. Part 8

Das war Berlin, die Stadt ohne Nacht. Berlin, der Riese in den Flegeljahren, die genußsüchtige Hochburg der Arbeit, Berlin, das alle seine Sünden und Schwächen frei auf der Frie...

9. Part 9

Das Higginssche Haus lag, die kleinen Fenster von wildem Grün umsponnen, mitten in den Mauerresten der mittelalterlichen Stadtumwallung von Oxford. Nach rückwärts sah man auf di...

10. Part 10

Aber das war ihm zu ihrem Erstaunen wieder nicht recht, daß er dort Ingeborg Tillesen nicht begegnen sollte. Er winkte nur ab, mit einer Handbewegung, deren zerstreute und nachl...

11. Part 11

Aber Hannah Higgins wußte von der englischen Kunst, das, was man nicht wollte, nicht zu hören und nicht zu sehen. Es war manchmal ihr einziger Trost, daß sie sich sagte: die Chr...

12. Part 12

Ja: Gospodin Schjelting aus Petersburg wartete bereits. Ihm war die Einladung zur Hoftafel zu Teil geworden. Ein paar Minuten später verbeugte er sich vor dem Duodezkönig mit de...

13. Part 13

Der Pascha verlor keinen Augenblick seine Würde. Er setzte sich jetzt nur so, daß man von außen seinen weißen Kopf aus Tausendundeiner Nacht mit dem Purpurfez nicht sah. Einer d...

14. Part 14

„Auf diese Zeiten müssen wir zurückgreifen. Wir müssen Preußen seine organische Stellung anweisen. Öffnet man den Hecht, so findet man zahllose, unverdaute Dinge in seinem Magen...

15. Part 15

„Sie werden nicht soweit kommen! Immerhin... Vielleicht geht Madame für einige Wochen, bis der Rhein von unseren Verbündeten überschritten ist, ein wenig an die See. Nach Ostend...

16. Part 16

„Die Zeit, die heraufsteigt, ist so groß, daß in ihr die Wunder zum Polichinellspiel werden! Nichts ist mehr unmöglich, außer einer Niederlage! Dieser unerschrockene Schjelting...

17. Part 17

Gegenüber, in der Sonnebergerstraße, saß der Geheimrat Tillesen nach Tisch mit seinem Schwiegersohn, dem Großindustriellen Martius, im Schatten der Veranda. Der Reichstagsabgeor...

18. Part 18

„Aber wie!... Liebster, Bester...“ Er faßte ungestüm die Hände des Geheimrats und preßte sie zwischen die seinen. „Ich hab’ gleich nach Berlin telegrafiert. Eben hab’ ich Antwor...

19. Part 19

„Flüchten Sie weiter nach Osten -- ~enfin~ -- ich gebe zu, daß Ihre Muschiks da unter der Faust der Junker sich schlagen werden. Aber dort, an der Elbe, sind ja inzwischen schon...

20. Part 20

Sie schritten Arm in Arm weiter, umbrandet und umbraust von dem Rauschen eines uferlosen Meeres. Tausend Töne lebten darin, Gesang und Geschrei, Lachen und Grollen, und es war d...

21. Part 21

„Der Amerikaner ist gottvoll! Der macht ’n Gesicht, wie ’ne Katze, wenn’s donnert!“ sagte der kleine Graf halblaut. Nicolai Schjelting stellte sich schlafend. Er dachte sich: Im...

22. Part 22

„Bei uns verdient ein Arbeiter Dollars fünf den Tag!“ sagte der Yankee. „In den Zeiten der Prosperität läßt er sich nicht leicht anwerben!“ Dann plötzlich, unvermittelt, mit ein...

23. Part 23

Es waren nur wenige Kilometer. Dann war man zum zweitenmal über der Grenze. Dahinten lag Deutschland. Nicolai von Schjelting blickte bleich, mit eingesunkenen Augen, zurück. Und...

24. Part 24

Naive Genugtuung lag in seinen Worten. Da waren tausend Dinge. Die hatte man bisher nicht. Nun durfte man sie nehmen. Sie gehörten ja den Deutschen. Endlich erlaubte es der Zar....

25. Part 25

„Es wird Madame nichts nützen! Hein? Sie haben nie gedient? Sie sind vierzig Jahre alt. Ein großer, kräftiger Mann... Deutschland würde auch Ihnen die Muskete in die Hand drücke...

26. Part 26

„Und wie diese Frauen kreischen! Ich kann diese schrillen, heiseren Stimmen gar nicht mehr hören! Ob Eine von den Trinen sich jemals ordentlich kämmt und ihre schwarzen Haarwusc...

27. Part 27

Paris... Du totes Paris... Nein. Es war nicht tot. Es war nur wo anders. Ausgewandert. Nicolai Schjelting fand es wieder, als er, nach endloser Fahrt vom Bahnhof die Garonne ent...

28. Part 28

„Dabei hast Du in Deutschland gelebt und eine Deutsche zur Frau!“ sagte Hannah Higgins zu ihrem Mann laut auf Deutsch über den Tisch. Es war ein peinliches Schweigen. Frostige G...

29. Part 29

„Nein, Exzellenz! Gar nichts Neues! Drüben Alles ruhig wie immer!“ sprach der General in den Apparat. „Aber ich bin in Unruhe... Unsere Gräben füllen sich mit Schnee... Wie?......

30. Part 30

Ah... ~c’est ma guerre~... Schjelting dachte sich: Dein Leben war dieser Nachtwanderung durch den Schnee geweiht. Durch ganz Europa bist Du gefahren, in allen Zungen hast Du ges...