German fiction -- 20th century

Wenn ich die Sonne grüße ...

Du deutsche Erde an Haff und Strom, Es rauscht ein Lied durch den Föhrendom! Wie Schildgetöne, so trutzhaft klingt's, Durch Mark und Bein, durch die Seele dringt's: Seit wann ist der Deutsche des Teufels Knecht? Seit wann vergaß er sein heilig' Recht? Seit wann sind Zucht und...

Chapters

1. Part 1

Du deutsche Erde an Haff und Strom, Es rauscht ein Lied durch den Föhrendom! Wie Schildgetöne, so trutzhaft klingt's, Durch Mark und Bein, durch die Seele dringt's: Seit wann is...

2. Part 2

»Ich meine nichts Bestimmtes. Nur das ist mir klar, daß wir dem Untergang zutreiben. Es hat einmal einer gesagt, wir brauchten eine schwere Kolonisationsaufgabe, um zu gesunden....

3. Part 3

Sibylle wurde dunkelrot. »Helfen Sie mir, Graf Brelow,« sagte sie lachend. »Ihre Frau ist ja schlimmer, als die Drachenburger Ulanen!« Und sie wollte ins Haus schlüpfen. Aber si...

4. Part 4

»Das schadet nicht. Erlaucht werden es noch einmal hören! Und meiner Frau schadet es auch nicht! -- Das, was Erlaucht fordern, und was jeder rechte Gutsherr grundsätzlich erstre...

5. Part 5

Frau von Kambach hatte ihr Gegenüber ruhig angehört. »Und Sie glauben wirklich, daß Sie diese hungernden Seelen satt machen?« fragte sie, »glauben wirklich, daß das Erleben, das...

6. Part 6

Aber ein echtes Weib trägt die Krone des Gottesgnadentums und mißt seine Arbeit mit ewigem Maß. Selbstzufriedenheit kennt es nicht. Auch die greise Kambacherin trug ihr Werk in...

7. Part 7

»Es mag sein, daß es einem Starken eine Zeitlang gelingt,« entgegnete sie ernst, -- »aber« -- sie sah ihn fragend an -- »ob du so stark bist, Harro? -- Außerdem müssen wir mit d...

8. Part 8

Oben das Aufstrahlen neuen Lichts, neuen Glanzes. Gold- und Silbergefunkel, leuchtende Epauletts, blitzende Orden, Brokat, rosendurchwirkte Schleier, Smaragdkolliers, Brillanten...

9. Part 9

In ihrem Gedächtnis war eine kleine Begebenheit lebendig geworden, -- nein, keine Begebenheit, nur ein flüchtiges Bild, ein kaum zutage tretender und doch ihrem scharfen Auge ni...

10. Part 10

Der Sohn küßte ihr die Hand. »Leb wohl, Mama, ich muß eilen! Auf Wiedersehen, Fräulein Eichel! Bitte, tu' mir die Liebe, Mama, und bleibe nicht etwa auf, es kann sehr spät werde...

11. Part 11

Es kam alles von dem ewigen Alleinsein her. Warum hatte Jutta Eichel nicht ja sagen können? Sie liebte ihn doch. Er wußte es ganz genau. Die Folge war, daß sie sich und ihn ungl...

12. Part 12

»Sie sehen, warum die liberale Theologie keinen Boden unter den Füßen hat,« fuhr der Geistliche fort. »Sie wurzelt letzten Endes, wenn sie es auch nie zugeben wird, in dieser Er...

13. Part 13

»Ja,« sagte sie leise und schmiegte ihr heißes Gesicht an die schmalen Frauenhände. Und dann kam eine Ruh' über sie, die sie nie gekannt. Sie wußte, jetzt konnte sie alles sagen...

14. Part 14

Aber unsere Gegner sollen es auch wissen. Darum zugefaßt und aus dem Schlamm geholt, was sich noch herausholen läßt! Nur keine Glacéhandschuhe angezogen, -- sonst kommen wir nic...

15. Part 15

»Darf ich mit ganz gehorsamsten Dank den Worten unserer hochverehrten Exzellenz von Kambach, die wohl uns allen aus der Seele gesprochen waren, die Bitte hinzufügen, daß die Arb...

16. Part 16

Ilse strich das Goldhaar aus dem erhitzten Gesicht. »Warum?« Sie senkte den Blick, und die Lippen zuckten. »Großmama, du weißt es doch, -- weil -- weil's zu Hause unmöglich ist....

17. Part 17

»Ick bring's ja nich wieder zusammen, was Herr Pastor Wendler gesagt hat! Aber die Hauptsache weiß ick noch. Vor allem klang durch alles sein lebendiger Osterglaube hindurch. Üb...

18. Part 18

Schenker verbeugte sich. »Ich dank' auch für die Ehre, Herr Pastor!« sagte er; dann nahm er mit einer Miene, als sei ihm der Hort der Nibelungen anvertraut worden, den Geldsack...

19. Part 19

In einem stillen Dreilindener Gartenzimmer mit lichten Wänden und duftigen Mullgardinen, lag Gräfin Ilse Bühler in den weißen Kissen. In schweren Zöpfen hing das goldblonde Haar...

20. Part 20

Da klang ihres Schwiegervaters Stimme laut und erregt herein: »Wenn wir nicht in allernächster Zeit mit einer bestimmten pekuniären Sicherheit für mindestens zwei Jahre rechnen...

21. Part 21

In der Seele der Großmutter erwachte die Erinnerung. Die kleine schlichte Begebenheit aus der Kambacher Kinderstube trat aus dem Rahmen des Alltäglichen, aus der Enge in die Wei...

22. Part 22

Die Greisin antwortete nicht. Was sie da vernahm, war Art von ihrer Art, die Jahrhunderte alte Überlieferung des Begriffes Adel. Sie hätte denselben, ohne schwarz weiß zu nennen...

23. Part 23

Wenn eine Seele in brennender Sehnsucht, Den goldenen Sonnenaufgang zu schauen, Leise, leise die Flügel entfaltend Den Fuß von der dämmernden Erde löst, Blicke ihr nach in die s...

24. Part 24

Dann sagte er: »Ist's nicht, als sei ein edles Samenkorn in die Erde gesenkt, das sterbend Frucht bringt? So wenig ich die Heimgegangene gekannt, ein Wort von ihr, das mir, ohne...

25. Part 25

Aber die große Freude über Deutschlands Erwachen vermochte die Sorge aus dem Herzen der alten Frau nur vorübergehend zu bannen. Die Seherin schaute nicht nur die sonnigen Bergku...