Category: Short Stories

Sämtliche Werke 20

Die Großstadt ist der Kampfplatz des modernen Lebens, sie ist die große Siegesstätte und zugleich die große Schädelstätte der modernen Menschheit. Auch wenn man die Großstadt vor dem allgemeinen Hintergrund des ganzen Volkes sieht und sich durchaus darüber klar ist, daß die nä...

Chapters

1. Part 1

Die Großstadt ist der Kampfplatz des modernen Lebens, sie ist die große Siegesstätte und zugleich die große Schädelstätte der modernen Menschheit. Auch wenn man die Großstadt vo...

2. Part 2

... Ich lebe schon lange so, – zwanzig Jahre. Jetzt bin ich vierzig. Früher hatte ich eine Anstellung in einer Kanzlei; jetzt aber nicht mehr. Ich war ein boshafter Beamter. Ich...

3. Part 3

„Warum nicht? Auch im Zahnschmerz ist Genuß,“ antworte ich. Einmal habe ich einen ganzen Monat Zahnschmerzen gehabt – ich weiß, wie das ist! Natürlich, hierbei erbost man sich n...

4. Part 4

Dann also – das sind immer noch Ihre Meinungen, meine Herren – werden die neuen ökonomischen Verhältnisse beginnen, vollkommen ausgearbeitete und gleichfalls mit mathematischer...

5. Part 5

Und warum sind Sie so fest, so feierlich überzeugt, daß ausschließlich das Normale und Positive – mit einem Wort, daß nur die Wohlfahrt dem Menschen vorteilhaft sei? Sollte sich...

6. Part 6

Bei uns, bei uns Russen – im allgemeinen gesprochen – hat es niemals jene dummen überirdischen deutschen und besonders französischen Romantiker gegeben, jene, auf die nichts meh...

7. Part 7

„Versteht sich, nicht stark stoßen,“ dachte ich, schon im Voraus durch die Freude gütiger gestimmt, „sondern nur so, einfach nicht ausweichen, mit ihm zusammenprallen, natürlich...

8. Part 8

„Glaubt Ihr denn wirklich, Swerkoff wird uns allein zahlen lassen?“ fragte plötzlich hochmütig auffahrend Ferfitschkin – ganz wie ein unverschämter Lakai, der mit den Orden sein...

9. Part 9

„Was fehlt Ihnen eigentlich, Verehrtester: Sie scheinen ja, wenn Sie einmal ins Gackern hineingekommen sind, nicht mehr aufhören zu können. Oder haben Sie Ihren Verstand viellei...

10. Part 10

Vor mir stand ein Weibsbild mit dummem Lächeln; das war die Wirtin. Sie kannte mich schon von früher. Nach einer Minute öffnete sich eine Tür und eine andere Person trat ein.

11. Part 11

„Hm! ... ja. Vielleicht. Aber sieh, Lisa ... der Mensch liebt es, nur sein Leid in Betracht zu ziehen, sein Glück aber nicht. Würde er aber alles richtig einschätzen, so müßte e...

12. Part 12

Armes Ding! Sie bewahrte diesen Brief des Studenten wie einen Schatz auf, und lief nach diesem ihrem einzigen Hab und Gut, da sie nicht wollte, daß ich fortginge, ohne zu erfahr...

13. Part 13

„Geh! Tu’s nur!“ schrie ich heiser, „geh sofort, sofort, hörst Du! Ein Henker bist Du doch! Henker! Henker!“ – Er jedoch schenkte mir nur einen Blick und schritt ruhig und selbs...

14. Part 14

Wie, was? Ich hätte es doch wissen müssen, daß sie es tun würde. Hätte es wissen müssen? Nein. Ich war so weit Egoist, achtete die Menschen im Grunde so wenig, daß ich von ihr n...

15. Part 15

Semjon Iwanowitsch hatte sich nämlich eine sehr schlaue Taktik ausgedacht, mittels der er sich auf anständige Weise des Abends zu den Anderen gesellen konnte, ein Manöver, das d...

16. Part 16

Semjon Iwanowitsch lag so zwei oder drei Tage lang in Fieber, durch seinen Bettschirm von jeglicher Gotteswelt und all ihren Lebensstürmen abgeschieden. Schon am nächsten Morgen...

17. Part 17

„Senjka!“ brüllte außer sich Simoweikin, dieses Mal jegliches Lärmen übertönend, „Freidenker Du! Ich werde sofort alles sagen! Was bist Du! Wer bist Du! Du Schafsgehirn! Nur ein...

18. Part 18

Ich sah mir diesen Menschen näher an. Sogar in seinem Äußeren hatte er etwas so Besonderes, das einen unfreiwillig zwang, wie zerstreut man auch gewesen wäre, ihn sich näher anz...

19. Part 19

„Ja, mein Herr, das wären Sporteln gewesen, die mir ein käuflicher Mensch bezahlt hätte! Und das wäre doch wirklich keine Sünde gewesen. Aber ich werde meine Erzählung jetzt wie...

20. Part 20

„Zum Narren, Herr. Ja, selbst einen Unbeteiligten kränkt das, und die Wut packt mich, wenn es auch nicht mein Mäntelchen war. Weiß Gott, es gibt doch nichts Schändlicheres auf d...

21. Part 21

„Und was glauben Sie, Herr – der Mensch ging wirklich fort! Ich warte einen Tag, denke bei mir, er kommt am Abend – nein! Am zweiten Tag – wieder nicht, am dritten auch nicht. D...

22. Part 22

„Solch ein Gaunervolk!“ schimpfte wütend Herr Pralinski. „Die Kanaille wollte sich bei mir vorhin die Erlaubnis ausbitten, hier auf der Petersburger Seite eine Hochzeit mitzumac...

23. Part 23

„Ew. Exzellenz, bitte, geruhen ... Ehre ...“ stotterte er unter erneuten Bücklingen, „geruhen Platz zu nehmen ...“ Und noch etwas mehr zu sich gekommen, wies er plötzlich mit be...

24. Part 24

Der Mitarbeiter goß sich, allein zurückgeblieben, ein noch größeres Glas ein, um sich etwas Mut anzutrinken, darauf nahm er ein Kaviarbrötchen – und noch niemals hatte sich der...

25. Part 25

„Die Wahrheit, die heilige Wahrheit vor allen anderen Dingen und die Aufrichtigkeit! Das ist’s: mit Aufrichtigkeit werde ich sie nehmen. Sie werden mir sofort Glauben schenken,...

26. Part 26

Er nahm seine Mütze und lief so schnell als möglich zum Hause hinaus. Schließlich blieb nur noch der gutmütige Jüngling übrig, der von dem Traumbuch erzählt hatte. Auch er war l...

27. Part 27

Das war, wenn Sie wissen wollen, – das heißt, wenn ich ganz von Anfang beginnen soll: ... sie kam damals ganz einfach zu mir ihre Sachen versetzen, um in der „Stimme“ annonciere...

28. Part 28

Ich wollte, zum Beispiel, daß die Trauung ^à l’anglaise^ sei, mit höchstens zwei Zeugen, Lukerja und noch irgend jemand, und dann direkt in den Waggon und so auf zwei Wochen nac...

29. Part 29

Und so war’s denn am folgenden Tage, daß ich dort in jenem Zimmer hinter der Tür stand und zuhörte, wie sich mein Schicksal entschied, – doch in meiner Tasche hatte ich einen Re...

30. Part 30

Dieser Gedanke bezauberte mich unwiderstehlich. Füge noch eines hinzu: zuweilen geschah es, daß ich mich selbst gewissermaßen aufhetzte und meinen Geist und meine Vernunft so we...

31. Part 31

„Ich sehe, sie steht an der Wand, ganz nah am Fenster, hat die Hand an die Wand gelegt und preßt den Kopf in die Hand, steht so und denkt. Und steht so tief nachdenklich, daß si...

32. Part 32

„Das ist aber wirklich stark! Da sehen wir’s ja, wie Sie sind! Sogar hier noch wollen Sie Ihre Rechnungen einkassieren! Gehen Sie nur nach oben. Fragen Sie bei meiner Nichte; di...

33. Part 33

„Was? – Tja, Sie können mich doch nicht erreichen und ich kann Sie ja von hier aus necken so viel ich will – wie Julchens Mops. Und übrigens, – äh, meine Herren, was ist er denn...

34. Part 34

Im Traum fällt man zuweilen von einer Höhe herab oder man wird ermordet, oder geschlagen, doch fühlt man dabei niemals einen Schmerz, es sei denn, daß man sich selbst irgendwie...

35. Part 35

Ja, ja, es endete damit, daß ich sie alle verdarb! Wie das geschehen konnte – weiß ich nicht. Ich weiß es nicht mehr, wie es geschah. Der Traum durchflog Jahrtausende und hinter...