Category: Novels

Auf märkischer Erde

Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1910 so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht mehr gebräuchliche Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original unverändert. Frem...

Chapters

1. Part 1

Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1910 so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnlic...

2. Part 2

Die beiden Alten sahen ihr wohlgefällig nach. Es war immer, als schwebte sie über dem Boden. Ganz eigen zierlich setzte sie unter dem weitbauschigen Rock, der grad nur die modis...

3. Part 3

„Na, wenn’s wahr ist und Sie haben gar nicht zugehört, Herr Doktor ... dann ist’s schon ’ne kuriose Geschichte. Wozu halten Sie sich denn justement das Blatt? Das heißt: wenn Si...

4. Part 4

Helene Hackentin zierte sich nicht. Wie hätte man sich denn auch vor der Bude von Tante Hufnagel zieren können. Sie stopfte ein paar Pralinees ins Kröpfchen und steckte sich die...

5. Part 5

Am Tage nach dem Markt war Tante Marie nach Rohlbeck gekommen. Unangemeldet, auf ihrem Selbstkutschierer mit den Ponys. Hatte sich die liebe ~petite-nièce~ auf acht Tage ausgebe...

6. Part 6

Heut mochte das angehen. Die Rohlbecker waren heraufgekommen. Die Rohlbecker Damen -- mit denen war zwar in bezug auf kulinarische Genüsse nicht viel anzufangen; der alte Rittme...

7. Part 7

Adolf Metschke ließ endlich den Westenknopf frei, aber er stellte sich dafür in Positur gerade vor den Eingang. Kraute mit dem linken Zeigefinger hinter dem Ohr in seinem flachs...

8. Part 8

„Das ist der Dönhofsplatz, Lene. Sieh mal, das ist das Abgeordnetenhaus -- da zerbrechen sich die angeblich Weisesten die Köpfe um das Wohl und Wehe des Landes. So -- und nun ko...

9. Part 9

„Ja, so, Herr von Hackentin -- es schweben noch verschiedene Engagementsanträge. Eigentlich sollte ich wieder an die Newa. Aber das Klima bekommt mir auf die Dauer nicht. Dann h...

10. Part 10

Und dann hörte sie plötzlich auch seine Stimme neben sich. Leise flüsterte er: „Habe ich gut gesungen heut abend? Ich sang auch heut nur für ... nur für ein wunderschönes junges...

11. Part 11

Der gute dumme Junge! Wenn er wüßte, wenn er wüßte ...! Aber es tat ihr doch leid, daß sie so gar nicht an ihn gedacht hatte. An wen hatte sie denn überhaupt gedacht in all den...

12. Part 12

„Ja, die Sehnsucht! Glaubst du denn, Helene, ich hätte nicht unter der Sehnsucht gelitten?“ Er legte den Arm um sie, zog sie an sich. „Aber ich weiß wohl, wir Männer kommen leic...

13. Part 13

Sie wiederholte es sich immer wieder, immer eindringlicher. Aber das würgende Gefühl in der Brust wurde sie nicht los, die atembeklemmende Enge. Mühsam nur kam sie vorwärts, und...

14. Part 14

Mit weit offenen Augen lag Helene. Nun erst fühlte sie die Abspannung nach der Fahrt, nach dem Gang durch den Schnee und die kalte Starrheit aller Glieder. Manchmal schüttelte d...

15. Part 15

Seitdem war er ein ziemlich häufiger Gast im Herrenhause. Das Vorwerk Grunow lag näher an Rohlbeck wie an Rackow, war auch dort eingepfarrt; Ernst Hackentin hatte daher einen hü...

16. Part 16

Manchmal mußte Helene auch aus Harros Briefen vorlesen. Die Garde stand jetzt schon oben auf jütischem Boden, bei Kolding. Ein wenig neidisch schrieb der tatendurstige Junker vo...

17. Part 17

Ein herrlicher Frühsommer war es, fruchtbar und reich. Vater schrieb immer wieder, wie prächtig die Ernteaussichten, „das heißt, mehr Regen könnten wir brauchen. Für unseren mär...

18. Part 18

Unsere Eisenbahn: Wilhelms Eisenbahn! In zwei Jahren mochte sich hier ein hoher Damm über das Tal spannen, und die Lokomotive schnob pustend und fauchend darüber hin, hinter ihr...

19. Part 19

Die Jungens standen scheu, verstört, mit roten Augen. Sie riß sie an sich -- die mußten doch mit ihr fühlen! Ja, die Tränen saßen ihnen locker. Aber nachher schlichen sie auf de...

20. Part 20

Wohl eine Viertelstunde mußte sie in dem kleinen Raum warten, den Vater als sein eigentliches Heiligtum betrachtet hatte. Die Kinder, die Enkel hatten ihn selten betreten dürfen...

21. Part 21

Manchmal hatte sie gedacht, sich zum schwachen Troste: ja doch ... er ist ein liebenswürdiger Charmeur! Nun hörte und erkannte sie selber alle Tage mehr, daß das doch nur die Au...

22. Part 22

In all ihrer Verzweiflung stand ihr eins klar vor der Seele: daß Gaston sie nicht ohne Kampf aufgeben würde. Sie wußte, er kam gewiß. Sie wartete darauf mit angstvollem Herzen,...

23. Part 23

Es war wie immer zwischen ihnen. Und doch anders. Er empfand es, wie lebhafter heute Helene war, angeregter, daß ihr Ton wärmer war. Manchmal fühlte er den leichten Druck ihrer...

24. Part 24

Der Conte war in Berlin, Graf Grucker. Kam auch zu Wilhelms oder eigentlich zu der jungen Frau, die immer sein Liebling gewesen war. In Johanniteruniform, gestiefelt und gesporn...

25. Part 25

„Der alte Kantor, von dem Sie mir so oft erzählt haben? Den muß ich kennen lernen. Den bringen Sie mir morgen, und ich will ihm ganz allein alles aus seinem geliebten Mozart vor...