Category: Novels

Zwischen den Rassen: Roman

Die Schwarzen, die das Pferd am Zaum geführt hatten, mußten ihre Herrin auffangen: ihr ward schwach; -- und dann lag sie in Farren versteckt; ein Palmenblatt ward bewegt über ihrem dunkeln Scheitel; der große, hellhaarige Mann beugte sich zu seiner bleichen Gefährtin; und das...

Chapters

31. Part 31

Und sie dachte der Zeit, da sie's war. »Das einzige Gute war doch das Sinnenglück: damals, wie ich jung war.« Das schien Jahrzehnte her. Sie saß in wehmütigen Erinnerungen, wie...

29. Part 29

»Demütigen! Schmutz! Weißt du, daß ich im Straßenkot, zwischen den Rädern aller Familien von Florenz, ihm nachkriechen würde? Er soll mir zurückkehren von der Sarrida; von der l...

27. Part 27

Sie saßen zu beiden Seiten des Schreibtisches, eines geistlos geschnitzten Möbels mit vielen Frauenbildnissen darauf. Die Photographien warfen sich in einer Garbe die Wand hinan...

1. Part 1

Die Schwarzen, die das Pferd am Zaum geführt hatten, mußten ihre Herrin auffangen: ihr ward schwach; -- und dann lag sie in Farren versteckt; ein Palmenblatt ward bewegt über ih...

30. Part 30

Die ganze Nacht unter seinem Mantel, und er hatte sie nicht genommen. Sie hörte Pardis Auflachen und kämmte, die Zähne zusammengebissen. Der Kopf schmerzte ihr; sie schrak auf;...

20. Part 20

Das Glück, in Stoffen zu wühlen, sich im Geiste mit ihnen zu schmücken, sie vor dem Spiegel um sich her zu legen, belebte Mai. Sie sprach nicht mehr klagend, sie gestand, Lust n...

18. Part 18

»Hat er reizend für die Scheidung gesprochen, und auch Sie, Marchese! O! ich schwärme für die Scheidung. Meine Tochter übrigens auch: Nicht wahr, Lola?« -- und Mai lief trippeln...

19. Part 19

Lola zuckte zusammen. Vergebens hielt sie sich vor: »Nur aus Feigheit spricht er so.« Sie fühlte sich tief niedergeschlagen und rätselhaft gefangen, wie mit Stricken aus Luft. N...

32. Part 32

Jene zögerte, senkte die Stirn und gehorchte. Der Kutscher sah sich empört nach ihr um. Lola fiel es ein, daß die beiden sich kannten. Sobald sie das Mädchen neben sich hatte, s...

4. Part 4

Sie fühlte sich häßlich: unablässig peinigte sie die Empfindung ihrer zu hohen Stirn, ihres bleichsüchtigen Mundes, ihrer langen Glieder, die in den Gelenken nicht recht heimisc...

6. Part 6

»Mai hat's gut,« sann Lola. »Täglich andere Kleider: und merkt nicht, daß es eigentlich alles eins ist. So hat sie auch alle Tage eine neue Liebe; und wem immer sie gelten mag:...

15. Part 15

Sie selbst war sich bewußt, einen höchst gewagten zu gehen, fast schon durch leere Luft; -- und in Gegenwart der wirklichen Gefahr sah sie keine Phantome mehr, hatte den Traum a...

28. Part 28

Er glaubte ihr! Er verstand, daß sie jenem andern gehorchen konnte und dennoch ihn lieben, nur ihn. Und er war bereit, sie zu lieben: von fern, ohne Hoffnung auf einen Druck, ei...

5. Part 5

»Nicht von Belang«; damit legte sie den Brief zu den übrigen. Aber bei der Arbeit ertappte sie sich plötzlich auf einer freudigen Unruhe und darauf, daß sie schon während der ga...

24. Part 24

Dies hübsche, gelehrige Äffchen, von dem nachgesprochen, Lolas Gedanken weniger untröstlich klangen: wie eine etwas triste Posse nur! Dessen nächste Miene sich immer über die vo...

12. Part 12

»Besonders Sie, der so große Hoffnungen auf die Menschheit setzt! Und dabei haben Sie den wichtigsten Teil Ihres Lebens dazu benutzt, sich in Ihrer Verschlossenheit von den Phan...

10. Part 10

Als Mai endlich auf einem Bügeltisch ihre Nickelflaschen und das übrige für die Toilette hatte ausbreiten können, war es nach neun, und Lola ließ sie allein. Aus der Küche kam u...

2. Part 2

Die Glocke läutete wieder, und Lola ließ sich fortführen, weil das Fräulein ihr sagte, nun würden die Mädchen kommen und sie weinen sehen. Das Fräulein öffnete die Tür zu ihrem...

14. Part 14

Gwinner erklärte, er würde solche Sache in zwei Minuten erledigt haben. Für ihn als modernen Menschen sei der Zweikampf ein einfacher Unfug und tief unter seiner Würde; -- und e...

11. Part 11

Aber auch die Gespräche hörten sie, die vor ihnen anschwollen. Der Fabrikant wendete sein weißes, dickes, plattnasiges Gesicht dem Monde zu; es war harmlos und sein Schnurrbart...

25. Part 25

»Das war also mehr als Kinderei? Sie hat mich so sehr geliebt, daß sie lieber sterben, als mir mein Glück wegnehmen wollte? Als ich abreiste, lag sie krank im Bett: ich war selb...

21. Part 21

»O Herrin, gute Herrin, übt Mitleid! Seht, ich arme Alte lebe in jenem Turm allein. Meine Söhne, die Eurem Gemahl dienten, sind nun alle gestorben, ich habe keine Zuflucht als d...

23. Part 23

Dazwischen warf sie es sich vor, daß sie ihn allzu klar, ungetrübt durch ihr Herz, beurteile. »Er ahnt nicht, daß er ein Paar feindlicher Augen auf sich hat. Auch verdient er's...

13. Part 13

Beim Abendessen stellte sich heraus, daß nicht sie allein eifersüchtig war. Die Baroneß Thekla schlug einen derb strafenden Ton gegen ihren Vetter an. Frau Gugigl erinnerte ihn...

26. Part 26

»Noch einmal gerettet, noch einmal! Auf wie lange? Und ich glaubte mich geheilt! Ich kann mich also nicht auf mich verlassen? In allem lauert, unmerklich, die Verführung, in den...

3. Part 3

Die Trennung von dieser Liebe war hart. Wochenlang zuckte Lola schmerzlich zusammen, pfiff jemand auf der Straße eine von des Italieners Arien. Bei der Ankündigung der Oper, aus...

8. Part 8

Draußen peitschte sie der Wind; das endlose Dunkel heulte um sie her; es griff nach ihr, mit den gespenstisch heraufschießenden Armen seiner Gischtwellen. Ihr Führer nahm sie be...

22. Part 22

Wie er dann in Pardis Begleitung fort war, besann sie sich auf die Wirklichkeit, auf das einzige Wirkliche. In zwei Minuten hatte sie das Kostüm gewechselt, und die Hände versch...

7. Part 7

Sie befand sich in einem Gäßchen und sah am Ende der schmalen Häuserflucht, wie durch ein Rohr, die große Gestalt des Kolumbus von Sternen umwogt. In trunkener Wallung erhob sie...

17. Part 17

Und es ward Mittag, und man flüchtete auf die Hotelveranda, an den Frühstückstisch. Sah man hinaus, ward das Auge verbrannt von Sand und See; von dem frechen Wirrwarr der roten,...

9. Part 9

»Ich möchte nicht sagen, daß es Haß ist. Sie abzuschütteln, fern zu halten, ist das Bedürfnis; auch sie zu reinigen und zu übertreiben; und so über sie zu herrschen. Von ihnen s...

16. Part 16

Im Palazzo del Tè, unter dem Schwall der Fleischlichkeiten, die nach Jahrhunderten noch aus Decken und Wänden überquollen, beneidete und verachtete Lola Mais unbefangene Freude....

33. Part 33

Er lachte auf. Arnold machte zwei schlanke, kühne Schritte. Lola sah ihn jung und gespannt, wie einen Knaben, der zum erstenmal aus dem Jugendgehege und vor den ersten Feind hin...