Category: Novels

Ssanin: Roman

Der Vertrag über die deutsche Ausgabe des Ssanin wurde im Frühjahre 1908 abgeschlossen. Der Name des Verfassers dieses Romanes, der in Rußland, wie es in der Vorrede des Mitübersetzers André Villard des näheren ausgeführt ist, ein so kolossales Aufsehen erregte, war damals in...

Chapters

1. Part 1

Der Vertrag über die deutsche Ausgabe des Ssanin wurde im Frühjahre 1908 abgeschlossen. Der Name des Verfassers dieses Romanes, der in Rußland, wie es in der Vorrede des Mitüber...

2. Part 2

Der gesetzliche Tatbestand des § 184 Abs. 1 Z. 1 D. R.-St.-G.-B. erfordert nach der objektiven Seite, daß die Schrift in ihrer gegenständlichen Erscheinung und dem daraus sich e...

3. Part 3

Ueber diesen sagt Forel (Die sexuelle Frage, S. 239) in Uebereinstimmung mit Lombroso, daß »durch Kampf und Schlacht und die vom Krieg entfesselte Mordlust aufgeregte Soldaten z...

4. Part 4

Unbestreitbar aber verdiente »Ssanin« auch um seines literarischen Wertes willen die Uebersetzung ins Deutsche. Mit großer Kraft und Kunst zeichnet der Verfasser eine Reihe von...

5. Part 5

Ueber den dichterischen Wert des »Ssanin« kann man, wie gesagt, verschiedener Meinung sein; er ist nicht so groß wie der kulturhistorische. Der Held ist eine konstruierte Gestal...

6. Part 6

Sie waren schon an den Fluß herangekommen, wo man den feuchten Dunst des Wassers roch, das spitze Schilf nachdenklich hin und her trieb und sich den Blicken die breite Fläche de...

7. Part 7

Maria Iwanowna blickte ihren Sohn mit Erstaunen an. Sie konnte ihn absolut nicht verstehen; sie begriff ebensowenig wie Lyda, wenn er scherzte oder Ernst machte; und vor allem n...

8. Part 8

»Gewiß, unbedingt. Er tut eben das, was für einen Menschen ganz natürlich ist. Er sieht irgendetwas, was ihm nicht gehört, aber gefällt, und nimmt es sich. Er sieht ein prachtvo...

9. Part 9

»Nein,« sagte er zögernd zu Ljalja, die wartend auf der Treppe stand, »ich laufe noch ein wenig spazieren.« Er blickte gradeaus auf die bläulichen Wogen des Nebels, die wie ein...

10. Part 10

Auch das Licht erlosch beinahe in dieser bedrückenden Finsternis, während Jurii an den Wänden entlang tastete, um einen neuen Ausweg zu suchen; dabei sprangen schwankende Schatt...

11. Part 11

Und zur selben Zeit wußte sie schon, daß alles so kommen mußte. Sie ängstigte sich, sie hatte eine widerwärtige Empfindung und doch war es ihr gleichzeitig interessant. Ihr Kopf...

12. Part 12

Jurii hielt sein ganzes Leben für mißraten und sich selbst für einen außerordentlich unglücklichen Menschen. Darin verbarg sich für ihn eine traurige Genugtuung, und es machte i...

13. Part 13

Karssawina lief schnell ins Haus, um ihr Jackett zu holen, dann schritten alle drei düster und traurig durch die Stadt nach dem grauen, schlecht abgeputzten, dreistöckigen Gebäu...

14. Part 14

Und der Sinn? Einen Sinn gibt es natürlich. Der kann nicht fehlen. Einfach darum, das Ziel muß außerhalb unseres Lebens liegen, in den Gründen des Universums selbst. Das ist beg...

15. Part 15

Im Dunkel hinter dem Feuerschein hörte man Lachen und Kreischen der Mädchen, die sich vor den fremden Männern schämten. Einige Schritte entfernt, gar nicht dort, wo es Jurii erw...

16. Part 16

Seine Gedanken wollten darauf keine Antwort geben, aber vor ihm stieg das Bild Sina Karssawinas auf. Von stiller Zärtlichkeit umflossen, liebkoste es sein Gehirn unsagbar wohltu...

17. Part 17

Tanarow bewegte hilflos die Lippen und senkte die Augen; er zupfte mit zitternden Fingern an dem Perlmuttermundstück seiner Zigarrenspitze. Sarudin wartete noch eine Weile auf A...

18. Part 18

Doch ebenso plötzlich schlug dieses Gefühl wieder um; Lyda wurde ihm widerwärtig. Er mußte von ihr fortgehen, sie von sich stoßen, nichts mehr von ihr hören und sehen. Der Wider...

19. Part 19

Dann verwirrte sich alles wie im Fieber: Angst und der Trieb zu leben, das Bewußtsein der Unentrinnbarkeit, Hoffnung auf irgend etwas und doch die Sicherheit, daß alles zu Ende...

20. Part 20

Nowikow wandte sich nach ihm um, und das Vertrauen, von dem seine Seele übervoll war, machte seine Augen hell und durchsichtig. In seiner Seele bewegte sich eine zitternde Blüte...

21. Part 21

Eins, zwei, drei, dachte Jurii und bemühte sich mechanisch so zu gehen, daß er mit jedem Schritt über zwei Dielen fort, immer erst die dritte mit seinem Fuße berührte. -- -- --...

22. Part 22

»Nein, erlauben Sie bitte,« fiel ihm von Deutz triumphierend ins Wort, er fürchtete wieder die Oberhand zu verlieren. Im Gehen drehte er sich fortgesetzt um und kam dabei stets...

23. Part 23

»Also, meine Herrschaften, uns allen wäre es natürlich erwünscht, unsere Weltanschauung zu erweitern. Da wir nun glauben, daß die beste Möglichkeit der Selbstentwickelung und Se...

24. Part 24

... Sonderbar, bei Gott! ... Sarudin zuckte mit den Achseln; wieder legte sich in diesem Moment der trübe, bange Druck in seine Seele ... Aber doch, auf jeden Fall gibt's Klatsc...

25. Part 25

Noch niemals -- weder früher noch später -- hatte sie sich so gedemütigt gefühlt. Als sie zuerst von dem Besuch Sarudins und Woloschins hörte und deutlich seinen Sinn verstand,...

26. Part 26

Lyda sah ihm nach. Plötzlich faßte sie sich mit beiden Händen an den Kopf und stürzte aufs Bett. Der lange dunkle Zopf löste sich schön wie ein weicher molliger Schweif auf der...

27. Part 27

Er stieg die Steinstufe herab und sah wieder zufrieden um sich, als er in die breite, menschenleere Straße hinaustrat. Der Abend war schon angebrochen. Tanarow freute sich, daß...

28. Part 28

»Ach, Ssoloveitschik,« erwiderte leicht angeärgert Ssanin. »Das ist immer das alte Märchen von dem moralischen Sieg. Und dazu ist dieses Märchen noch sehr plump. Der moralische...

29. Part 29

Nach Karssawina gingen Ljalja und Rjäsanzew. Iwanow wurde nachdenklich, rauchte schweigend seine Zigarette zu Ende, schaute mit bösen Augen in die Ecke und ging ebenfalls. Als e...

30. Part 30

Als sie an einer grünen Insel vorbeifuhren, hörten sie lustige Rufe, Wasserplätschern, und klingendes, fröhliches Frauenlachen. Es war ein Feiertag und sehr viele Leute waren au...

31. Part 31

Dem Diakon auf der Kanzel, dem Aufleuchten der Lichter, den betenden und singenden Menschen, den schweren Seufzern und den einsam dröhnenden Schritten am Eingang sah Jurii mit w...

32. Part 32

Im selben Moment fühlte er sonderbarerweise das dringende Verlangen, Iwanow möchte diese Heldentat bemerken und vor ihm Achtung bekommen. Und hätte Iwanow es in diesem Augenblic...

33. Part 33

»Ein Mensch kann niemals höher als das Leben stehen. Er ist selbst nur ein Teilchen des Lebens. Unbefriedigt kann es wohl sein, aber die Ursachen liegen in seiner eigenen Person...

34. Part 34

Von der Seite sah er ihr gesenktes zartes Profil, ihre runden Schultern, weich und schwach, neben seiner breiten festen Brust, trotzdem aber harmonierten sie eigentümlich gut mi...

35. Part 35

Er geht an den Villen vorbei, setzt sich auf eine verlassene Bank und schaut lange, lange vor sich hin, bis der jetzt erkaltete Himmel dunkel wird; so empfindet er wohl das Wehe...

36. Part 36

Sie gingen an Rjäsanzew vorbei, der sie feindselig anblickte, und dem Häuflein, das sich um ihn drängte, und schritten dem Ausgang zu. Aber schon von weitem merkte Ssanin eine G...

37. Part 37

In Kapitel XVIII setzt Ssanin Lyda auf eine »Hecke«, was unlogisch erscheint. Die richtige Übersetzung für den entsprechenden Ausdruck im russischen Original wäre aber »Flechtza...