DE Prosa

Zuchthausgeschichten von einem ehemaligen Züchtling Erster Theil

Ich bin gebeten worden, dem Verfasser dieser Zuchthausgeschichten einen Verleger zu verschaffen; der Verleger wünschte dazu ein Vorwort von mir. Ich gebe es gern; ich hoffe dadurch nicht nur dem jungen Manne, den Gott durch Verirrung und Unglück hindurch zum wahren Glück, zum...

Chapters

13. Chapter 13

Anno 1805 machte ich den Feldzug nach Oesterreich mit, war bei der Schlacht von Austerlitz, erhielt einen Säbelhieb über das Gesicht, der wenig zu bedeuten hatte, dagegen wurde...

16. Chapter 16

Das war gut, allein mir trug es keine Rosen, denn der Amtmann vergaß mir den Streich nicht, den ich ihm gespielt hatte, jetzt bekam er mich selbst in die Klauen und sein erstes...

14. Chapter 14

Margareth ging oft vor das Thor in ihren Garten, wir wären gar zu gerne mit einander gegangen, aber ein ausländischer Soldat mußte damals Jahr und Tag in Prag bleiben und sich m...

20. Chapter 20

Ein großer Dichter des Alterthums nennt das Geld die schnödeste aller Erfindungen, der größte deutsche Dichter, nämlich Göthe, behauptet, ein gesunder Mensch ohne Geld sei halbk...

15. Chapter 15

"Erdichtung? saubere Erdichtung! Als ob in der Welt nicht ganz andere Dinge vorfielen, als die, von denen die Dichter träumen und schreiben. Soll ich Euch Personen und Zeugnisse...

29. Chapter 29

Es läßt sich leicht denken, wie die Elsbeth sich geberdete, nachdem sie vor dem Ende des ersten Jahres die letzte Hoffnung aufgegeben, den Wendel für sich zu erziehen. Bei etwas...

19. Chapter 19

"Was ist's, Jean, ich meine schier, das Beten wolle Dir kommen? frage ich, aber der Jean gibt keine Antwort und wie die Russen, lauter leibhaftige, in Stahl und Eisen gepanzerte...

17. Chapter 17

Mit Hülfe anderer Gefangener steige ich um Mitternacht auf das Dach des Thurmes, will mich an zerschnittenen Leintüchern herablassen, doch die Sache geht nicht gut, ich muß mich...

21. Chapter 21

Je wohler dem Zuckerhannes nach dem langen Marterleben bei der frommen Sonnenwirthin die milde, freundliche Behandlung im Mooshofe bisher gethan und je mehr er sich der Hoffnung...

8. Chapter 8

Bibiane dagegen mußte Jemanden haben, mit dem sie zanken und zugleich auch Jemanden, den sie lieben konnte, dachte, weil sie dem Schwabenalter bereits arg nahe war, an die Mögli...

22. Chapter 22

Allmählig wurde er pfiffiger, gewann die alte, wunderliche Ursula ganz für sich, dies gab Gelegenheit, der vielgeplagten Emmerenz manches Stündlein zu versüßen, welches sonst bi...

24. Chapter 24

Allmählig bricht der Tag heran, die Stunde der Morgensuppe ist nahe, man merkt am Arbeiten, sie habe im Magen der Sträflinge bereits geschlagen; endlich ertönt die helle, schril...

9. Chapter 9

Brigitte schlug ihrem Vater, der Hannesle aber zumeist der Mutter nach, war eitel in Lumpen, eigensinnig wie ein Kameel, zornmüthig wie ein Kater, naschhaft wie ein verzogenes S...

27. Chapter 27

Nach wenigen Minuten ist es in der Strafanstalt wiederum lebhaft und das Arbeiten nimmt seinen ungestörten Fortgang. Webstühle knarren, Weberschiffchen zischen, Rädlein der Spul...

18. Chapter 18

"Seit 300 Jahren wurde der Kampf der Freiheit gegen die Lügen der Weltgeschichte ernsthafter und immer ernsthafter. Aus den Flammen der Bastille zuckten die ersten Strahlen des...

25. Chapter 25

"Schaut, gestern Nacht fand das Affengesicht den Bettteppich in lauter kleine Stücke zerschnitten, wer hats gethan? ... Das kommt schwerlich heraus. Vorigen Sonntag hatte der Ex...

28. Chapter 28

"Ho, bist du noch immer so dumm, wie damals, als der Spaniol dich hinters Licht führte. Hat Einer recht ""Moos"", dann gehts ihm gut, wenn er damit durchkommt. Wird er aber erwi...

7. Chapter 7

Die Zelle ist eine Art von Sarg, das Zellenleben eine Art von Tod, man könnte ihn den "Vortod" nennen, doch aus Särgen erblüht neues Leben und jedem Tode folgt eine Auferstehung...

23. Chapter 23

"Wäre ich ein Spitzbube, Räuber, Mordbrenner und Mörder geworden, wer trüge wohl viele oder die meiste Schuld daran? Nennt Dir das weite Gewissen keinen Namen? Hätte ich das sch...

12. Chapter 12

Drei alte, wurmstichige Bettladen nehmen nahezu den ganzen Raum des Kerkers ein und nur längs der Wand, in welcher sich die Thüre mit dem Schieber findet, läuft ein schmaler Gan...

11. Chapter 11

Ihre Habsucht erzeugte täglich Veranlassung zu schweren Sünden Anderer und ihr Geiz trug als Frucht Verschwendung. Alle Dienstboten hielten gegen die Herrin zusammen und betroge...

10. Chapter 10

Der Hannesle hatte oft gehört, wie gewaltig der Gestellmacher über die Sonnenwirthin daheim schimpfte, aber auch erfahren, wie gar demüthig derselbe Gestellmacher den Hut herabz...

26. Chapter 26

Der Geistliche will heute eine kleine Prüfung anstellen, um sich zu überzeugen, ob die gute Saat, die er treu und emsig gesäet, doch ein bischen aufgegangen sei. Er hofft wenig,...

4. Chapter 4

Ich meinte es aufrichtig mit der Gewissensfreiheit, glaubte, die "moderne" Kirche werde als verwesender Leichnam schon von selbst mit ihrem Herrn, dem Staate, zusammenfallen und...

6. Chapter 6

Ferner sind laut meinem Sträflingsleben und zahllosen, einstimmigen Veröffentlichungen der Fachmänner gerade unter den Rückfälligen die stillsten, fleißigen und fügsamsten Seele...

2. Chapter 2

Bei meiner Ankunft fand ich den an Geld und Gut wie an Einfluß reichen, zum Heckerzuge wahrhaft gepreßten W., dessen Söhne ich unterrichtete, sammt andern politischen Führern de...

3. Chapter 3

Geborner Katholik genoß ich als Kind eine strengkatholische Erziehung, doch schon im Knabenalter verlor sich der naive Glaube des Kindes zunächst in einem äußerlichen Gebahren,...

5. Chapter 5

Einer, der die Welt verbessern helfen möchte und zugleich Einer, der rücksichtslos gegen sich und Andere redet, handelt und schreibt, wo die Interessen der ewigen Wahrheit wirkl...

1. Chapter 1

Ich bin gebeten worden, dem Verfasser dieser Zuchthausgeschichten einen Verleger zu verschaffen; der Verleger wünschte dazu ein Vorwort von mir. Ich gebe es gern; ich hoffe dadu...

30. Chapter 30

Die Bauersleute im Mooshofe lebten noch, der Fremde erzählte Vieles dem Zuckerhannes und dieser wurde über Alles, was er vorbrachte, so entzückt, daß er demselben antrug, ihn üb...