Category: Novels

Der Zauberberg. Zweiter Band

Was ist die Zeit? Ein Geheimnis, – wesenlos und allmächtig. Eine Bedingung der Erscheinungswelt, eine Bewegung, verkoppelt und vermengt dem Dasein der Körper im Raum und ihrer Bewegung. Wäre aber keine Zeit, wenn keine Bewegung wäre? Keine Bewegung, wenn keine Zeit? Frage nur!...

Chapters

24. Part 24

Joachim ging gebeugten Kopfes neben ihm. Er sah zu Boden, als betrachtete er die Erde. Es war so merkwürdig: er ging hier, propper und ordentlich, er grüßte Vorübergehende auf s...

33. Part 33

„Erlauben Sie, daß ich Ihnen das Glas abnehme, Mynheer Peeperkorn“, sagte Hans Castorp. „Ich folge Ihrem Gedankengang zu meiner größten Belehrung. Sie entwickeln da eine theolog...

42. Part 42

Nun folgten die sonderbarsten Stunden, die unseres Helden junges Leben bis dahin aufzuweisen hatte; und obgleich uns sein späteres Schicksal nicht vollkommen deutlich ist, obgle...

9. Part 9

„Um es zu wiederholen, meine jungen Freunde, ich warne Sie. Ich kann Ihnen nicht verwehren, die einmal gemachte Bekanntschaft zu kultivieren, wenn die Neugier Sie dazu treibt. A...

19. Part 19

Jünglinge tummelten Pferde, liefen, die Hand am Halfter, neben ihrem wiehernden, kopfwerfenden Trabe her, zerrten die Bockenden an langem Zügel oder trieben sie, sattellos reite...

1. Part 1

Was ist die Zeit? Ein Geheimnis, – wesenlos und allmächtig. Eine Bedingung der Erscheinungswelt, eine Bewegung, verkoppelt und vermengt dem Dasein der Körper im Raum und ihrer B...

40. Part 40

Nur gewisse Personen wurden zu der Sitzung, deren Schauplatz Hermine Kleefelds Zimmer war, vertraulich zugezogen: außer der Gastgeberin, Hans Castorp und der kleinen Brand, ware...

34. Part 34

Mynheer Peeperkorn hatte bei Nennung des „Messers“ seine Sitzlage im Bette etwas verändert, war kurz beiseite gerückt, indem er rasch das Gesicht seinem Gaste zugewandt und ihm...

38. Part 38

Zuerst setzten Radames und Amneris sich auseinander: Die Königstochter ließ den Gefesselten vor sich führen, ihn, den sie liebte und sehnlich für sich zu retten wünschte, obglei...

4. Part 4

Frische Blumen standen in mehreren Wassergläsern auf den Möbelplatten des inneren Zimmers, auf dem Lampentischchen zur Seite seines vorzüglichen Liegestuhls. Blumen, halb welk,...

27. Part 27

So verging eine Zeit, – es waren Wochen, wohl drei bis vier, von uns aus geschätzt, da wir uns auf Hans Castorps Urteil und messenden Sinn unmöglich verlassen können. Sie glitte...

8. Part 8

„Sie fragen? Sollte Ihrem Manchestertum die Existenz einer Gesellschaftslehre entgangen sein, die die menschliche Überwindung des Ökonomismus bedeutet, und deren Grundsätze und...

30. Part 30

Auch mischte denn jetzt Frau Chauchat sich ein, indem sie sagte, es sei nicht gut, die Unterhaltung ermüde Peeperkorn, er könne aufs neue Fieber davon haben, und wie ungern imme...

10. Part 10

„Nein, so noch nicht. Das sind so Vorgesetzten-Anfälle. Das einzig Richtige ist, daß man sie in einwandfreier Haltung über sich ergehen läßt. Er war ja natürlich gereizt durch d...

25. Part 25

Am Nachmittag kam der Metallsarg. Joachims Umlagerung in diesen stattlichen, mit Ringen und Löwenköpfen geschmückten Behälter wollte ein Mann allein als seine Sache betrachtet w...

45. Part 45

Herr Albin hatte welche. Außer dem blanken kleinen Revolver, mit dem er die Damen zu ängstigen liebte, besaß er noch ein Zwillingspaar in den Samt eines gemeinsamen Etuis gebett...

11. Part 11

Das war abenteuerlich, daß plötzlich ein Vertreter und Abgesandter der Heimat neben ihm saß, die Atmosphäre des Alten, Versunkenen, des früheren Lebens, einer tiefliegenden „Obe...

31. Part 31

An dergleichen Widerspruch und Folgerichtigkeit, entgegnete Naphta, lasse sein Gegner es nicht fehlen. Demokrat seiner eigenen Schätzung nach, äußere er sich wenig volks- und gl...

23. Part 23

Er gab das Wort noch nicht her, er schwang es, er ließ es triumphieren. Er warf sich zum Schützer auf des literarischen Genius, feierte die Geschichte des Schrifttums von dem Au...

2. Part 2

„Doch, ja, das habe ich“, bestätigte Hans Castorp. „Erfahrungsgemäß ist es gar nicht so leicht, hier oben Bekanntschaften zu machen, aber mit Frau Chauchat und mir hat es sich i...

5. Part 5

„Des Mönchs! Man dankt den Mönchen die Kultur des europäischen Bodens! Man dankt ihnen, daß Deutschland, Frankreich und Italien nicht mit Wildwald und Ursümpfen bedeckt sind, so...

32. Part 32

„Sogar Ihre Zugeständnisse haben etwas Impertinentes. Überhaupt sind Sie ein impertinenter Mensch, Gott weiß, wieso. Nicht nur im Verkehr mit mir, sondern auch sonst. Selbst Ihr...

44. Part 44

Eines Nachmittags im Februar vereinigten sich die Herren, nach Monstein auszufliegen, einem Orte, anderthalb Stunden Schlittenfahrt von der Stätte ihres Alltags entfernt. Es war...

12. Part 12

Kurz, alles ging anders, als James es sich gedacht hatte, und das Gespräch mit der Oberin hatte seinem Gleichgewicht einen nachhaltigen Stoß versetzt. Zu zivilisiert, um dem Nef...

41. Part 41

In seiner Sprache handelte es sich da um biopsychische Projektionen unterbewußter Komplexe ins Objektive, um Vorgänge, als deren Quelle man die mediale Konstitution, den somnamb...

46. Part 46

Es war nicht mehr so, wie einst, daß Herr Settembrini, nachdem er plötzliche Klarheit hergestellt hatte, an dem Bette des horizontalen Hans Castorp saß und in Dingen des Todes u...

35. Part 35

Eine Wegbiegung gab den Blick auf die überbrückte Wald- und Felsenschlucht frei, in der der Wasserfall niederging; und indem man seiner ansichtig wurde, kam auch die Gehörswirku...

26. Part 26

Mynheer Peeperkorn, ein älterer Holländer, war eine Zeitlang Gast des Hauses „Berghof“, das mit so großem Recht das Beiwort „international“ in seinem Schilde führte. Peeperkorns...

37. Part 37

Nicht doch, so weit wollte Hans Castorp nicht gehen. Er unterwarf sich der Kur, obgleich er sie ridikül und ehrlos fand. Diese Impfungen mit sich selbst wollten ihm als eine abs...

18. Part 18

„Na, so was!“ sagte er zwischen den Zähnen und machte halt. Pathetischer drückte er sich nicht aus, obgleich es ihm einen Augenblick war, als griffe eine eiskalte Hand nach sein...

17. Part 17

Nein, diese Welt in ihrem bodenlosen Schweigen hatte nichts Wirtliches, sie empfing den Besucher auf eigene Rechnung und Gefahr, sie nahm ihn nicht eigentlich an und auf, sie du...

39. Part 39

Aber das war ja erklärter Wahnsinn! Ein so wunderherrliches Lied! Reines Meisterwerk, geboren aus letzten und heiligsten Tiefen des Volksgemüts; ein höchster Besitz, das Urbild...

29. Part 29

Auf dieses „Das ist“, „Das ist nun doch“ waren überhaupt die leitend-erläuternden Äußerungen gestimmt, mit denen er unter genauen, wenn auch nachgerade etwas burlesk gewordenen...

3. Part 3

Und Joachim, wie stand es um ihn? War er befreit und erleichtert seitdem, oder litt seine Seele schwere Entbehrung angesichts der leeren Tischseite? Hing seine ungewohnte und em...

22. Part 22

„Sie können sich wenig denken, Ingenieur. Wähnen Sie nicht, sich von Hause aus viel denken zu können, sondern suchen Sie aufzunehmen und zu verarbeiten – ich bitte Sie darum in...

36. Part 36

Es ist mehr zu sagen. Nicht nur er selbst, Hans Castorp, schien sich auf solchem toten Punkte angekommen, sondern ihm war, als ob es mit der Welt, mit allem, mit „dem Ganzen“ eb...

28. Part 28

Hans Castorp rauchte. Auch Frau Chauchat sprach den Mundstückzigaretten zu, die sie in einer russischen, mit einer dahinsausenden Troika geschmückten Lackdose zu ihrer Bequemlic...

21. Part 21

Auch ihre Besuche bei Settembrini und Naphta sowie die Spaziergänge mit diesen beiden feindlich Verbundenen nahmen sie wieder auf, und wenn A. K. Ferge und Ferdinand Wehsal sich...

14. Part 14

Herr Settembrini sprach sehr drollig und plastisch von dem Vater in der Ecke. Alle mußten lachen, auch Ferge, obgleich er gekränkt war durch Geringschätzung seines infernalische...

13. Part 13

Entzweit mit dem Hirten seiner ursprünglichen Religionsgemeinschaft, verwaist und verlassen, dazu voller Verlangen nach reinerer Lebensluft, nach Daseinsformen, auf die seine Ga...

15. Part 15

Die Welt, lächelte Herr Settembrini selbstsicher, werde über die Revolution des antihumanen Rückschlages zur Tagesordnung übergehen. Lieber noch verdächtige Herr Naphta die Kuns...

43. Part 43

Es war ein Anblick voll Grauen und Jammer. Sie katzbalgten sich wie kleine Jungen, aber mit der Verzweiflung erwachsener Männer, mit denen es dahin gekommen ist. Sie gingen eina...

6. Part 6

„Nur so ... Die Atmosphäre hier ist ja so international. Ich weiß nicht, wer mehr Gefallen daran finden müßte: Settembrini, von wegen der bürgerlichen Weltrepublik, oder Naphta...

7. Part 7

Es war das Dienerchen, das Tee brachte, dazu einen hübschen silberbeschlagenen Korb, worin in Stücke geschnittener Baumkuchen lag. Hinter ihm aber, durch die offene Tür, wer tra...

20. Part 20

Es war Ende Juli, als Hans Castorp in seiner Balkonloge diese Depesche durchflog, dann las und wieder las. Er nickte leise dazu, nicht nur mit dem Kopf, sondern mit dem ganzen O...

16. Part 16

Fünfmal täglich kam an den sieben Tischen einhellige Unzufriedenheit zum Ausdruck mit dem Witterungscharakter des diesjährigen Winters. Man urteilte, daß er seine Verpflichtunge...

47. Part 47