Category: Short Stories

Das Buch der Novellen. Erster Band

Der vorliegende Text wurde anhand der 1906 erschienenen Buchausgabe so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht mehr gebräuchliche Schreibweisen sowie Schreibvarianten bleiben gegenübe...

Chapters

1. Part 1

Der vorliegende Text wurde anhand der 1906 erschienenen Buchausgabe so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Un...

2. Part 2

„Hätte ich hier was d’reinzureden,“ versetzte der Harfner und schüttelte seinen grauen Kopf, „so wollte ich sagen: So ein Spaß gehört sich nicht. Wenn man jungen Eheleuten allem...

3. Part 3

So hat er gesprochen, der schlichte, wackere Mann. Dann gingen sie auseinander nach verschiedenen Richtungen. Der alte Harfner gab Kilian noch einen Händedruck: „An Deinen Kinde...

4. Part 4

„Mutter,“ rief der kleine Anton jetzt, „das ist so ein Räthsel: geht er fort, so bleibt er daheim, und bleibt er daheim, so muß er fort, was ist das? Das ist der Felix.“

5. Part 5

Die Bäuerin hatte in der Stube Einiges zu ordnen; ’s ist doch der Brauch, daß zur Nacht die Fenstertücher vorgezogen sind. Sie strich am Ofen, strich an der sittig verhüllten Be...

6. Part 6

„Weißt Dich nicht schuldig? Natürlich nicht,“ höhnte die Herrin, „bist allerweil die brave, fromme, folgsame Dirn’, Du -- Schau, wie Du Dich verstellen kannst, Du Schlange! Heim...

7. Part 7

Doch ging die Arbeit auch zu Zweien nicht sonderlich von statten. Das Mädchen war gewiß fleißig und eilte mit den Bündeln flink in die Dörrstube und war um’s Handumdrehen auch w...

8. Part 8

Das Haus stand auf freier Höhe und lehnte sich rückwärts an einen sanft abfallenden Tannenwald. Es war weder Stall noch Scheune da; ein kleiner Garten umgab den Bau und gegen di...

9. Part 9

„Fast zur selben Zeit aber wird der Aufstand durch Schwert und Strick gebändigt und den Aufrührern werden lichte Pfähle zum Denkmal gesetzt. Mir hat es mein Gewissen laut genug...

10. Part 10

Die Menschen der ganzen Gegend waren beisammen, es wurde fast der Kirchhof zu klein. Die Windlichter flackerten hell in die Abenddämmerung hinein. Drei Priester im Ornat standen...

11. Part 11

Der Hochweidhofer maß den Burschen vom Kopf bis zum Fuß, und zwar mit einer hochfahrenden Kälte, als wäre er ein alter Recrutenrevisor. -- Gefällt mir übrigens von Dir! -- taugl...

12. Part 12

Solcher Sinn gefiel dem Bauer von der hohen Weid. Er hätte aber nicht geglaubt, daß dieser Junge, dem er manchen Vagabunden an den Kopf geworfen hatte, so denken und seine Worte...

13. Part 13

„Seit die Welt steht, ist so ein Knecht noch nicht herumgegangen auf der hohen Weid!“ brummte der Bauer, „und früher sicherlich auch nicht. Wie der Will, das Geld werd’ ich ihm...

14. Part 14

Auf dem großen Almhofe hatte sich die Zeit her Manches gewendet. Der kleine Fritz war zu einem Jungen herangewachsen, der für die Zuchtruthe des Vaters zu alt, für den Ernst der...

15. Part 15

Das ehemalige Schuhmacherhäuslein auf der Sterzen mit den dazu gehörigen Grundstücken heißt jetzt das Ehrengut, nach dem Namen des Besitzers Melchior Ehrlich. ’s geht fröhlich d...

16. Part 16

Nun holte sie ihren Wachsstock aus dem Kasten hervor, und als sie die Leiche mit einem Linnen überdeckt hatte, zündete sie den Wachsstock an und stellte das kleine Crucifix dazu...

17. Part 17

Oft war er schon ausgelacht und ausgespottet worden, und wenn er von Zeit zu Zeit gar Einen fragte: „Sag’, hast Du denn noch nie darüber nachgedacht, wie das ist, da sind so vie...

18. Part 18

So ging es fort. Oft war Martin verwirrt und antwortete gar nicht, und als das Verhör zur betreffenden That an der Waldkapelle kam, zitterte er und rief: „Ja, ich hab’s gethan,...

19. Part 19

„Ja, wenn ich Dir, liebes Kind, damit eine Freude mach’, so werde ich spielen. Mutter Anna, Ihr holt mir wohl gerne die Zither von meiner Stube, sie hängt neben dem Bücherschran...

20. Part 20

Sie waren dem Doctor auf seinen Wegen und Stegen nur zu oft begegnet mit ihren bleichen Gesichtern und hohlen Augen, zähnegeklappert hatten sie in kalten Wintertagen und an düst...

21. Part 21

Am Abend, als in dem großen Zimmer des Armenhauses die Lichter brannten, als Alle, die Lahmen, die Tauben und die Blinden um den Tisch herum saßen, und als die Verlobung vorüber...

22. Part 22

Wanderer, die in das Walddorf kamen, erzählten, daß draußen in den weiten Thälern das Getreide schon hoch in Aehren schieße und die Apfelbäume blühten. Im Hochgebirge aber braus...

23. Part 23

Der Graber-Schorsch war seit jenem Sonntage in der Gegend nicht mehr gesehen worden, doch hörte man, er zöge mit allerlei Strolchen und werbe eine Bande. Andere wollten wissen,...

24. Part 24

Das ist mir gerade recht, dachte das Viktel, der Klee gehört zwar nicht mein, aber ich werde ihn auch nicht fressen, ich werde nur darin liegen, bis es Tag wird. -- Sie zerstört...

25. Part 25

Eine Einzige jedoch insonderheit; Gudwella hieß sie, die hatte kaum fünfzehnmal gesehen, wie die Kirschen blühen; die war auch noch gar nicht eingemummt in den dunklen Habit der...

26. Part 26

Kaum war Gudwella allein, so streckte sie die Hand aus dem Fenster, riß einige Birkenzweige ab und schmückte damit ihr Haar sowohl, als auch ihre unheimliche Lagerstatt. Dann bl...

27. Part 27

Es war eine schwüle Nacht; Rodam mußte am Kinne seine Schleife lockern und sein schwarzes Wamms mit den hellrothen Schlitzen über der Brust. Die reichen Locken seines Hauptes wa...