Category: Short Stories

Drei Erzählungen für junge Mädchen

»Wie gesagt, Herr Pastor, darin kann ich Ihnen nicht Recht geben, das =ist= keine Erziehung für ein Mädchen! Einen Jungen mögen Sie alle diese Dinge lernen lassen, meinetwegen; aber ein Mädchen kann in ihrem ganzen Leben nichts damit anfangen. Das ist meine Meinung, und dabei...

Chapters

1. Part 1

»Wie gesagt, Herr Pastor, darin kann ich Ihnen nicht Recht geben, das =ist= keine Erziehung für ein Mädchen! Einen Jungen mögen Sie alle diese Dinge lernen lassen, meinetwegen;...

2. Part 2

Esther blickte den Knaben lachend an und sagte: »Daran, daß =mich= der Hund beißen konnte, habe ich gar nicht gedacht, als ich vom Hause fortgerannt bin. Aber jetzt wird sich Ta...

3. Part 3

Trotz dieser Ueberzeugung sprach er in seinen Briefen an Esther doch nicht viel von seinem neuen Freunde. Die Scene aber, welche ihr Brief veranlaßt hatte, berichtete er ihr get...

4. Part 4

Frau von Ihlefeld umschlang Esther mit einem Schrei der Verzweiflung, und dann brach sie in einen Strom von Thränen aus. Bis dahin hatte das Entsetzen über das furchtbare Schick...

5. Part 5

Esther suchte das Gespräch auf einen anderen Gegenstand zu lenken, denn Frau von Ihlefeld wurde durch solche Erinnerungen stets von Neuem aufgeregt. Im Stillen aber konnte sie d...

6. Part 6

Die Gegend bis Lyon war unendlich schön. Das reizende Thal der Rhone nahm die Reisenden auf, und zu beiden Seiten erhoben sich anmuthige Berge. Schäumend und rauschend schoß das...

7. Part 7

Mit dem Frühjahr sollte sich ja vielleicht Esthers Hoffen und Harren belohnen, so glaubte sie sicher, und ihr alter Freund hatte ihr versprochen, sobald er Kunde über die Rückke...

8. Part 8

Weiter konnte Esther mit ihren Gedanken nicht kommen, es kam wieder wie ein Krampf über sie, und leise wimmernd sank sie zusammen. Hätte sie nur wenigstens jemand gehabt, der mi...

9. Part 9

Frau Booland sah dem kindischen Treiben still eine Weile zu und hatte dabei ihre Gedanken. »So, die Schnur drückt dich also ganz abscheulich, mein Püppchen?« sagte sie leise und...

10. Part 10

Als Esther das Schreiben gelesen, strich sie langsam über ihre Stirn. War es denn Wirklichkeit, was sie soeben durchlebte, oder trieben muthwillige Träume ihr Spiel mit ihr? Sie...

11. Part 11

Wenige Monate später begrüßte ein anderes junges Ehepaar auf der Durchreise unsere Freunde in B. Die blonde Susanne lag bald lachend, bald weinend an Esthers Halse, ihr hübscher...

12. Part 12

»Er nicht, aber sie!« sagte die Cousine. »Es ist ein Putzgeschäft, das Madame als Mädchen schon gehabt hat, und da es ihr selbst keine Mühe macht, aber Geld einbringt, so setzt...

13. Part 13

»Die Tante ist doch sehr gut, daß sie so für meine Gesundheit sorgt,« dachte Agathe und kleidete sich schnell an, so ungern sie ihrem Buche Lebewohl sagte. Dann lockte sie den H...

14. Part 14

»Ach, mein Gott, das wäre ja schrecklich!« rief Agathe, und dachte mit Entsetzen an die zehn Jahre, in welchen Fräulein Schneider bereits jenen hohen Directricensitz einnahm, un...

15. Part 15

»O wie wird mir so wohl, mir ist, als öffne sich mir der Himmel!« sagte sie begeistert und breitete die Arme aus; dann schloß sie die Augen und sank leise zurück. Eine selige Ve...

16. Part 16

Das freundliche Pfarrhaus, in das wir unsere Agathe nun zum Schluß noch begleiten, war durch die Güte aller ihrer Freunde höchst behaglich und nett eingerichtet worden. Denn sow...

17. Part 17

»Ich denke, ich habe sie schon gefunden,« entgegnete der Geheimerath heiter. »Die Sache liegt mir länger schon im Sinn; denn seit jener Mittheilung unserer lieben, alten Freundi...

18. Part 18

Als wir in das Haus eingetreten waren, umarmte Tante Marie mich noch einmal und begrüßte mich als lieben Gast. Auch meine Cousinen kamen jetzt ganz zutraulich herbei und nahmen...

19. Part 19

Frida wagte auf diese Worte nichts zu entgegnen, denn sie fühlte wohl, daß es unlautre Gründe waren, welche sie gegen ihre Stiefmutter einnahmen, und daß besonders die Beschränk...

20. Part 20

Onkel und Tante waren überhaupt von einer Güte und Herzlichkeit gegen das verwöhnte Nichtchen, daß diese es nicht besser hätte wünschen können. Alle die kleinen Thorheiten des j...

21. Part 21

Aber kehren wir zu dem Feste zurück, zu dem Pastor Werder das ganze Bremer'sche Haus eingeladen hatte. Charlotte, Hannchen und Martha hatten sich »hübsch« gemacht, wie der Gastg...

22. Part 22

»Hannchen liebt den Justus?« rief Frida voller Entzücken. »O das ist ja köstlich, das muß ein Paar werden! Hannchen mit ihrem frommen, blonden Gesichtchen giebt eine wundervolle...

23. Part 23

Während Walter die Deutung dieser Blumensprache noch überlegte und unschwer zu entziffern wußte, ging in den entferntesten Wegen des Hermsbacher Parkes ein schlankes Mädchen lan...

24. Part 24

»O es soll ja eine Doppelhochzeit sein, Papa,« rief sie jubelnd. »Justus und Hannchen hatten erst noch warten sollen, bis die neue Pfarre in Hermsbach fertig würde, die Papa Hel...