Category: Novels

Der Volksbeglücker

Das niedrige Bergland, das Westböhmen von Bayern scheidet, ist eine liebe, warme Erikagegend, die im Sommer schamhaft errötet, wenn sie sich hüllenlos in ihrer unberührten jungfräulichen Schönheit dem glücklichen Entdecker nach langem Sträuben endlich preisgeben muß.

Chapters

1. Part 1

Das niedrige Bergland, das Westböhmen von Bayern scheidet, ist eine liebe, warme Erikagegend, die im Sommer schamhaft errötet, wenn sie sich hüllenlos in ihrer unberührten jungf...

2. Part 2

Unterdessen verging Frau Hellwig vor Sorgen um ihren Jungen, der heute noch seltsamer als sonst war, kein Wort redete und das Abendessen unberührt ließ. Hätte sie in sein Innere...

3. Part 3

„Wieso das kommt? Ganz einfach! Ich war kaum mit dem Untergymnasium fertig, da hat mich mein Alter ins Geschäft gesteckt. Aber ich hab’ mich dort nicht zurechtfinden können. Nac...

4. Part 4

„Ihre Verstocktheit ist groß, Kind, aber mit Gottes Hilfe ist mir die Bekehrung weit ärgerer Sünder schon gelungen, auch bei Ihnen wird sie kein vergebliches Bemühen sein. Ich k...

5. Part 5

Während es dem Mädchen mit Lachen und freundlicher Teilnahme leicht gemacht wurde, über den kleinen Vorfall wegzukommen, mußte Fritz wie immer allein damit fertig werden und fra...

6. Part 6

Wie viele mochten jetzt, im gleichen Augenblick, gerade so wie der hagere Junge, mit wachen Sinnen und heißem Herzen über öde Flächen wandern und durch Frost und Eis und Winters...

7. Part 7

Da fiel, es war im April, seine Mutter in eine Krankheit. Erst Influenza. Dann Lungenentzündung. Und dann erklärte Doktor Kreuzinger in seiner behutsamen Art dem verzweifelten J...

8. Part 8

Eva ließ sich’s gefallen. Sie lachte über seine Mätzchen, schaute ihn belustigt an und fand, daß es sich mit ihm ganz gut plaudern ließ. Manchmal blieb sie auch stehen, wartete...

9. Part 9

Hier war etwas menschlich Warmes, eine Schwäche, ein mildes Licht, das auf die riesenhaften Prachtbauten hinüber leuchtete und ihnen allen Schrecken nahm. Tief unten lag die Sta...

10. Part 10

Nun war da unter den Freisinnigen ein Hochschulprofessor, der in seiner stillen Gelehrtenstube ein fleißiges Arbeitsleben führte, in bescheidener Zurückgezogenheit seiner Wissen...

11. Part 11

Die fünf Kumpane mochten wohl schon öfters hier übernachtet haben und schienen sich in ihrem Schlupfwinkel ganz sicher zu fühlen, weil sie sich so sorglos gehen ließen. Gern hät...

12. Part 12

Noch öfter hatte er im Verlauf dieser Tage Gelegenheit zu einem solchen Lächeln. Wie ein Aussätziger wurde er gemieden. Sogar der sanfte Fundulus drückte sich scheu an ihm vorbe...

13. Part 13

Sie hieß Marie und war aus dem Waldviertel. Nach einem verstorbenen Onkel hatte sie gemeinsam mit ihrer Schwester einen Milchhandel in der Stadt übernommen. Aber da sie beide ni...

14. Part 14

Alle schwiegen und hielten ihm die Gesichter zugewendet und erwarteten etwas von ihm und waren begierig auf seine Botschaft. Da durchsengte es ihn mit einer wilden, ganz heißen...

15. Part 15

So schien der Einigungsversuch gescheitert und der Gegensatz zwischen den beiden Parteien verschärft. Aber es war doch anders. Denn die Regierung bot nach wie vor alles auf, um...

16. Part 16

Otto Pichler hatte das letzte Rigorosum abgelegt. Glühend vor Freude eilte er nach Haus, umarmte die Wondra, und dann, in seiner Stube, begann er unverweilt seine neue Unterschr...

17. Part 17

Er birschte in anderen Gefilden. Dort war Grete Deming, die Tochter des kaiserlichen Rates Richard Deming, der bei der großen chemischen Fabrik den Direktorposten innehatte. Das...

18. Part 18

Nach zwei Tagen begrub er sie. Und als der Leichenwagen zum Friedhof kam, -- im schnellen Trab, denn der Weg war weit, -- da erwarteten ihn dort die Ausgestoßenen, die Enterbten...

19. Part 19

Und ein Sturm brach herein und peitschte die Flammen mit heulender Wucht. Vor, hinter, neben ihnen lohten sie, stiegen sie, schlugen mit gierigen Pranken zum Himmel, verrankten...

20. Part 20

Der Küster war seit Jahren tot, die Kinder in den Dörfern im Dienst oder verheiratet. Nur Christoph, der ältere von den einstmaligen Rutenbindern, befand sich noch im Ort, war h...

21. Part 21

„Jawohl, in drei Stunden geht mein Zug. Um Ihnen das mitzuteilen, bin ich eigentlich herunter gekommen. Mindestens vier Tage werde ich fortbleiben. Es ist mir erschrecklich leid...

22. Part 22

So wurde geredet, und die bewegliche Menge, seinem persönlichen Einfluß entrückt, schenkte diesen Reden gern und willig Gehör. Und da Leibinger vorderhand doch nicht gut selbst...

23. Part 23

Bevor das alles auch nur halbwegs ins Gleis kam, waren viele Monate vergangen. Welche Unsumme von Plage und Mühsal und Sorge für Hellwig damit verknüpft gewesen, wußte außer Eva...

24. Part 24

Pfannschmidt wollte anfangs vermitteln und beschwichtigen. Bald jedoch erkannte er den Ernst der Bewegung, erschrak, wie fest sie sich schon eingenistet hatte, und schwere Befür...

25. Part 25

Der richtete sich jählings auf. „Wie viele sind verwundet? Wie viele tot?“ fragte er hastig, und im Grunde seiner Augen stand das Grauen. Der Arzt zog gleichmütig die Schultern...

26. Part 26

Ohne Geräusch und ohne viele Worte, mit einer gleichmäßig stillen Freundlichkeit und innigen Hingabe, versah Eva den Haushalt und pflegte den kleinen Hansl und den großen Fritz...

27. Part 27

„Aber woher nur? Woher diese ewige Unzufriedenheit? Die Frage läßt mich nicht los! Und ich finde keine Antwort! Das Tier ist zufrieden, die Herde folgt noch heute willig dem Lei...