Category: Essays, Letters & Speeches

Sämmtliche Werke 7: Briefwechsel I

Ich lag an einer schweren Krankheit danieder; schon war ich dem Tode nahe. Da raffte ich meine letzten Kräfte zusammen, die mir noch blieben, benutzte den ersten Augenblick, wo ich mich im vollen Besitz meiner Geisteskräfte befand, und schrieb mein geistiges Testament nieder,...

Chapters

1. Part 1

Ich lag an einer schweren Krankheit danieder; schon war ich dem Tode nahe. Da raffte ich meine letzten Kräfte zusammen, die mir noch blieben, benutzte den ersten Augenblick, wo...

2. Part 2

Sie glauben, Sie können keinen Einfluß auf die Gesellschaft ausüben. Ich bin der entgegengesetzten Ansicht. Der Einfluß der Frau kann sehr groß sein, besonders heute, bei der ge...

3. Part 3

sagte er: »Derschawin hat nicht ganz recht, die Worte des Dichters sind bereits seine Taten.« Puschkin hat recht. Der Poet soll im Reiche des Worts ebenso einwandfrei und makell...

4. Part 4

Meiner Überzeugung nach haben sich heute die Verhältnisse wie mit Absicht so gestaltet, daß das Erscheinen der Odyssee in unserer Zeit geradezu zur Notwendigkeit werden mußte: i...

5. Part 5

Sie beunruhigen sich unnötigerweise wegen der Angriffe, die heute in Europa gegen unsere Kirche gerichtet werden. Auch unsere Geistlichkeit der Gleichgültigkeit anzuklagen, wäre...

6. Part 6

Dieses innere Wesen, diese Macht des selbstherrlichen Monarchen hat er ja auch, wenigstens zum Teil in einem seiner Gedichte zum Ausdruck gebracht, das du übrigens selbst unter...

7. Part 7

Der Streit um den Grundcharakter unserer europäischen und slawischen Natur, der, wie du sagst, bereits in unsere Salons einzudringen beginnt, beweist nur, daß wir bereits zu erw...

8. Part 8

Sie sind sehr einseitig und zwar sind Sie erst seit kurzer Zeit so einseitig geworden; und Sie sind es nur deshalb geworden, weil ein Mensch, der sich in der Gemütsverfassung be...

9. Part 9

Bei jeglicher Kunst sollte die letzte und höchste Durchführung und Ausführung in den Händen eines höchsten Meisters dieser Kunst liegen [und nicht in den Händen irgendeines Sekr...

10. Part 10

Verherrliche in einem feierlichen Hymnus den stillen bescheidenen Arbeiter, der -- ein Ruhm und eine Ehre des edlen russischen Wesens -- mitten unter den waghalsigsten dreistest...

11. Part 11

Ich habe es vorausgesehen, daß alle lyrischen Episoden in meiner Dichtung falsch aufgefaßt werden würden. Sie sind so unklar, haben so wenig Zusammenhang mit den Gegenständen, d...

12. Part 12

Ich hatte kein einzelnes großes Laster, das all meine übrigen Untugenden um Haupteslänge überragte, ebensowenig wie ich irgendeine markante Tugend besaß, die mir ein besonders i...

13. Part 13

Es gibt keinen höheren Beruf als den Mönchsberuf. Gott gebe, daß es uns einmal beschieden sei, die schlichte Mönchskutte anzulegen, nach der sich meine Seele so sehnt! Schon der...

14. Part 14

Ich freue mich, daß Ihre Gesundheit jetzt besser ist. Die meine ... aber sprechen wir nicht von unserer Gesundheit. Wir sollten sie ebenso vergessen wie uns selbst. Also Sie keh...

15. Part 15

Wenn es einmal vorkommt, daß ein Beamter wegen irgendwelcher unehrenhafter Handlungen vor Gericht gestellt wird, so muß dies stets _unter Enthebung von seinem Amt_ geschehen. Da...

16. Part 16

Die Hauptsache ist, daß du bereits auf deinem Gute angelangt bist und es dir zum unumstößlichen Vorsatz gemacht hast, Gutsbesitzer zu werden. Das übrige wird sich schon von selb...

17. Part 17

Bisher hat man ihm immer den Vorwurf gemacht, er arbeite zu langsam. Man hat immer gesagt: wie? er sitzt acht Jahre lang an seinem Bilde, und noch immer ist das Gemälde nicht vo...

18. Part 18

Und ebenso verhält es sich mit dem Fall Iwanow: wenn er vor Armut und aus Mangel an Mitteln sterben sollte, so würden sich alle sofort empört gegen die wenden, die dies zugelass...

19. Part 19

Sitzen Sie über jeden Menschen in zwiefacher Weise zu Gericht und entscheiden Sie über jede Sache gleichfalls in doppelter Weise. Das Gericht muß erstens ein menschliches Gerich...

20. Part 20

Nehmen Sie um Gottes willen jede Stellung an, die man Ihnen anbietet, und lassen Sie sich nicht irre machen. Ob Sie nun in den Kaukasus zu den Tscherkessen fahren, oder, auch we...

21. Part 21

Mit einem Wort, es fehlt nirgends an etwas, und aus allem spricht die Weisheit des Gesetzgebers; aus der Einsetzung der einzelnen staatlichen Autoritäten sowohl wie aus der Art...

22. Part 22

Und nun zur dritten Leistung, die gleichfalls niemand außer dem Generalgouverneur zu vollbringen vermag. Alle europäischen Staaten haben heute unter der Kompliziertheit aller Ge...

23. Part 23

Was ist Lomonossow, wenn wir ihn an sich betrachten? Ein schwärmerischer Jüngling, begeistert von dem Licht der Wissenschaft und der hohen Aufgabe, die er vor sich sieht. Wie du...

24. Part 24

Während Shukowski noch in der ersten Periode seiner Dichtung stand, während er noch bemüht war, die Poesie aus den Fesseln des Irdischen und Greifbaren zu befreien und sie in di...

25. Part 25

Alles, was den Jüngling zum kühnen Wagnis reizt -- das Meer, ein Sturm, Festgelage und klingende Becher, ein brüderliches Bündnis voller Tatkraft und Tatenlust, ein felsenfester...

26. Part 26

Von Krylow werden wir sofort zu einer andern Gattung unserer Poesie, nämlich zur satirischen Form hinübergeleitet. Wir Russen besitzen alle viel Ironie. Sie kommt schon in unser...

27. Part 27

Doch es wird endlich Zeit, daß wir zum Schluß noch etwas darüber sagen, was denn eigentlich unsere Poesie überhaupt darstellt, wozu sie da ist, welchem Zwecke sie gedient und wa...

28. Part 28

Nein, es kommt nicht auf diese sichtbaren Zeichen und Äußerlichkeiten, nicht auf das patriotische Geschrei [ebensowenig wie auf den Kuß, der dem Invaliden verabreicht wird], son...

29. Part 29