Granada (Spain : Reino) -- History -- Spanish Conquest, 1476-1492 -- Fiction

Granada in Flammen

Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1927 so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht mehr verwendete Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original unverändert.

Chapters

1. Part 1

Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1927 so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnli...

2. Part 2

„O guter sanfter Priester Gottes!“ rief Ali Ben Katasi in Erinnerung an den frommen Christenhirten. „Wo ein Maure in Not war, stärkte ihn Talavera fast mit muselmännischer Weish...

3. Part 3

Der alte Ismael Ben Katasi raffte sich als erster auf. Aus der Vorsicht seines erfahrungsreichen Herzens heraus fragte er: „Imam, Sid -- du weißt, wie oft in allen Zeiten Geschi...

4. Part 4

In der ehelichen Verbindung der Herrscher hatte sich der Begriff Spanien gebildet, doch blieb der staatsmännische Gedanke an den Begriff Kastilien gebunden. Dieses Königreich sc...

5. Part 5

Der König wurde weich. „Schön gedacht -- doch das Leben fordert Entsagungen. Wenn ich mich nun meines Innersten entäußere, so schätzt die Ehre, die Euch zuteil wird. Wenn Ihr pl...

6. Part 6

Fernando verzog keine Miene. „Ich hatte Glück, drum schuf ich Glück. Ich gestehe es, ich fürchte meines Feldherrn Gonsalvo allzu heftigen Tatendrang. Wenn er eines Tages seine K...

7. Part 7

Der Kanzler legte sich breit in den Stuhl zurück. „Ich treibe nicht im uferlosen Meer des Glaubens, kenne nicht Sturm und Wellen auf der Meerfahrt, denn meine Ufer heißen Glaube...

8. Part 8

Die Priester sahen einander an. Der nüchterne Denker Ximenes fand sich als erster zurecht. „Ich werde die Richtlinien bestimmen, nach welchen die Bücher beurteilt werden sollen....

9. Part 9

Da drängte sich ein maurisches Weib durch die Menge. Die malvenfarbne, goldgestickte Seide rauschte an den herrlichen Gliedern, Muscheln, Korallen und Perlen blinkten an der Bru...

10. Part 10

„Er wird nicht frei sein,“ trotzte er bebend. „Lebt wohl!“ Er stampfte durch den Patio nach dem Tor, wo die Knechte seiner harrten. Sein ganzer Mensch war in heftigem Aufruhr. E...

11. Part 11

„Nein, der Graf Tendilla. Inmitten der heulenden Menge auf seinem Fuchs neben Talavera. Auf einmal verstummten die Glocken, das Volk horcht auf -- und da -- o daß ich es noch ei...

12. Part 12

„O handelt, handelt!“ stürzte Ximenes hervor. „Der Augenblick, das größte Werk der Christenheit zu tun, ist da. Wer ihn versäumt, klagt sich selbst vor Gott an. Man stelle die M...

13. Part 13

Im Advent hatte die Zahl der getauften Mauren schon fünfzigtausend erreicht. Gruppenweise wurden sie in die Kirche getrieben und einfach vom Altar aus mit dem Weihwasser bespren...

14. Part 14

In ihrem Gemach schickte sie die harrende Saffana nach dem königlichen Hauptmann, sie wolle ihn sprechen. Dann kauerte sie sich in einen Winkel. Und nun strömte wie Regen die Fü...

15. Part 15

Da ging eine Unruhe über das scharfgeschnittene Zelotengesicht. „Wer sich wehret gegen Christus, kommt nie zu ihm. Ihr könnt nicht von einem Licht beleuchtet werden, wenn Ihr de...

16. Part 16

„König Fernando hat mich auszeichnen wollen,“ schleuderte Doña Leonore ihren Grimm von sich. „Es winkte mir ein klingender Name. Ich sollte mit einem Mann vermählt werden, den n...

17. Part 17

Ihre Hand griff ans Herz. Dort brannte und loderte es wild auf. O war dies noch dasselbe Herz, das auf Verderben und Trug sann? Was für Speere zerstachen nun diesen Klumpen Flei...

18. Part 18

Ein paar dürftige Sündlein bröckelten sich von ihrem Herzen ab, dann erklang wieder des Dominikaners fremdes Gemurmel, seine Hand machte das Kreuzzeichen über sie und dann konnt...

19. Part 19

Der Graf hatte den Imam einvernommen. Des Maurenpriesters Auge leuchtete sonnenklar in Unschuld. „Ich hätte wohl dem Erlöser die Hand zur Flucht gereicht, aber ich wußte nicht,...

20. Part 20

„Verschiednen Glaubens, doch eines Sinnes: für ihre Herrscher Spanien zum glücklichsten Land der Erde zu machen. Hier wurzelt der Fleiß, die Arbeit blüht, ein reger Geist wettei...

21. Part 21

Unendliches Glück erhellte das Auge des Grafen. Mit zärtlicher Liebkosung begleitete sie den Geliebten die Treppe hinab. Dann kehrte sie zu Abu Atir zurück. „Rüste dich, Väterch...

22. Part 22

Sie wollte noch sagen, daß sie von nun an über den Willen des Geliebten nicht mehr in die Christenlehre kommen wollte, aber sie brachte es nicht heraus. Wenn der Pater nach ihr...

23. Part 23

Sie stürmte auf den Mirador hinauf. Zu ihren Füßen lag Granada wie in die dunklen Schauer einer Gruft versenkt. Die Gerüchte über das Ketzergericht, die sich überall herumsprach...

24. Part 24

Ungerührt schnarrte die Stimme des Fiskals: „Auch sagte er, Jesus sei ein Prophet und die Hostie ein unscheinbares Ding, und er schüttelte den Kopf, wenn man davon sprach. Er la...

25. Part 25

Noch glaubte der Dominikaner seelische Gewalt über sie zu haben. „Du zögerst noch? Glaubst noch zu entkommen? Wir jagen dich in verwirrende Fragen, in Widersprüche, denen du nic...

26. Part 26

„Noch rate ich nicht dazu. Die Anhaltspunkte sind zu gering. Wir müssen den Verdacht zur Gewißheit machen, müssen Schuld auf Schuld häufen und dann die Eisen zuschlagen lassen....

27. Part 27

„Ihr sollt zu Gewappneten des Herrn werden durch meinen Willen. Ich will mich durchschlagen bis zu den Tyrannen, sieh, meine Hände rauchen noch vom Blut des Würgengels, ich will...

28. Part 28

„Die Moreria hat ihr ganzes Gelichter ausgeworfen, es ist alles voll von Burnussen. Unsere Priester könnten den ganzen Genil als Taufwasser über sie schütten, sie würden doch Mo...

29. Part 29

Unter dem Schein der brandroten Glut über den Dächern, geschützt durch die Masse grell leuchtender Burnusse, schleppen zarte Frauenarme in der Hirtenjacke den wie von Wundern be...