German fiction -- 20th century

Kaspar Krumbholtz

Samstag Abend wars. Wieder war eine Woche vorüber, und zwar eine besonders böse, die letzte der Osterferien, in denen überdies die Ordnung mit Frühling und Schulfreiheit in harter Fehde lag.

Chapters

1. Part 1

Samstag Abend wars. Wieder war eine Woche vorüber, und zwar eine besonders böse, die letzte der Osterferien, in denen überdies die Ordnung mit Frühling und Schulfreiheit in hart...

2. Part 2

Man schloß schnell Bekanntschaft und frühstückte behaglich zusammen auf der Lehrerstube. Dabei weihten die biederen Mecklenburger den neuen Reihenkollegen humorvoll in allerlei...

3. Part 3

»So, so, Sie haben schon bezahlt,« begütigte Herr Breutel mit trauriger Gebärde, »das tut mir recht leid, denn mir gesagt hat sie natürlich wieder nichts, die Tücksche! Also dan...

4. Part 4

Auch im angestrengtesten Schul- und Aufsichtdienst wollten die Fragen nicht ganz verstummen: Was soll aus dir werden? Bist du nicht ein Halber, weder ein ganzer Theologe noch ei...

5. Part 5

»Da muß ich wohl weiter ausholen und Ihnen vor allem erst sagen, wer ich bin und was ich war. Aber bitte, erschrecken Sie nicht, Herr Kollege. Ja, ja, machen Sie nur große Augen...

6. Part 6

»Ist er nicht greulich?« wandte sich Ursemi wie hilfesuchend zu Kaspar, »so ödet mich dieser früher so zärtliche Vater jetzt beständig an, seit ich mir mit einem jungen +america...

7. Part 7

Ruhig und sicher führte sie den noch ein wenig unsicheren Niemeyer durch das Gewühl wie eine geborene Ballkönigin. Und als sie an Hans Sebalts Platz vorüberglitt, da schien ihm,...

8. Part 8

Einige Knaben, so den recht tüchtigen englischen Senior Hopkins, den verständigen Nordfranzosen Lagrange, die beiden treuherzigen Schweden Olafsen und Astrupp, kannte er vom Ges...

9. Part 9

Und so weinten die beiden Freunde sich ruhig miteinander aus; dann ward ihnen leichter, und nach und nach fanden sie auch Worte, stammelnd -- abgerissen, aber voll unendlichen S...

10. Part 10

»Geliebte im Herrn! Es zerreißt mir das Herz, wenn ich solche Worte hören muß wie die letzten von Bruder Krageneck. Sind wir denn darum als erstarrt oder wenigstens als nach und...

11. Part 11

»Wieder einer von den Jungen! Es wird Zeit, daß wir Alten uns schlafen legen. Nach Leipzig gehst du? Viel Glück, und grüß mir meinen Sohn, den Gottfried. Ich laß ihm sagen, er h...

12. Part 12

Nur einmal, als Sebalt plötzlich Ursemis Namen neckend mit dem des Freundes in Verbindung brachte, da verwies ihm das Kaspar rauh und hart, und Sebalt dachte sich ebenfalls das...

13. Part 13

In Gedanken versunken machte der sonst so taktfeste Unteroffizier Krumbholtz heute abend sogar eine falsche Meldung, und sein besonderer Gönner, Herr Vizefeldwebel Knauer, gab i...

14. Part 14

»Lassen Sie doch endlich das fade Getue und das ewige Gnädigste. Es glaubt Ihnen ja doch keiner, daß Sie son Laff sind, wie Sie vorgeben. Also nun hören Sie. Ich war schon in Mo...

15. Part 15

»Das weiß ich, Ursemi,« erwiderte Kaspar schlicht, »und wenn es an dem wäre, was du vermutest, dann sagte ich es dir sicherlich am ersten. Es gibt aber wirklich niemand, der mir...

16. Part 16

Kaspar sah das alles mit scharfem Blick, dachte auch unaufhörlich über all diese wichtigen Probleme nach, von deren Lösung -- seiner Meinung nach -- ein gut Teil der zukünftigen...

17. Part 17

»Und wenn Papa mich ins Gefängnis würfe, ich bräche aus oder wartete auf dich, bis er nicht mehr lebte!« Das waren die letzten Worte, die Kaspar von Carina hörte, sie hallten fa...

18. Part 18

»Aber sie schossen in Wahrheit längst nicht so gut,« schloß Gottfried Kämpfer seinen düsteren Bericht, »wie in den Zeitungen, diese dreimal vermaledeiten Buren! Sie haben mich n...

19. Part 19

Freilich galt es auch hier, nicht in Bausch und Bogen zu urteilen oder gar zu verurteilen, es galt vorsichtig und gerecht zu prüfen und zu werten; es galt vor allem, nicht Früch...

20. Part 20

Und dazu das tückische Johlen und Beifallpfeifen des Sturmes, das wüste Toben der verzweifelten Menschheit, die gellenden Schreie der zahllosen Verwundeten, der hilflos Verschüt...

21. Part 21

Doch endlich kam der Tag, an dem klein Edith zum silbernen Hämmerchen greifen durfte, ein Tag froher Hoffnungen und wehmütigen Gedenkens, ein Tag, der viel gute und redliche Men...