Part 21
Doch endlich kam der Tag, an dem klein Edith zum silbernen Hämmerchen greifen durfte, ein Tag froher Hoffnungen und wehmütigen Gedenkens, ein Tag, der viel gute und redliche Menschen in Sehnsucht und Zuversicht verband und alte Freunde zu neuer Arbeit zusammenführte.
Da standen der alte Graf Brosyn, der väterliche Volpelius und seine Kuratoren in einem erlauchten Kreise von Gästen und Gönnern, von Männern der Theorien und Gedanken wie des praktischen Lebens.
Um sie scharte sich eine stattliche Reihe junger Dozenten, die es wagen wollen, den Unterricht an der aufstrebenden Generation auch in Fächern zu übernehmen, die bisher im üblichen Lehrplan zu kurz kamen oder ganz fehlten.
So wird zum Beispiel einer der Leipziger »Enterbten«, der ehemalige Generalsekretär der unterdessen aufgelösten nationalsozialen Partei, den jungen Bürgern und vielleicht späteren Führern beizeiten zu einer politischen Bildung verhelfen, die ihnen ein Verständnis und eine Orientierung über die wichtigsten Zeitfragen, Staats- und Wirtschaftsprobleme wie über die Parteiverhältnisse ermöglicht, ehe sie sich selbst entscheiden und betätigen. Und ein andrer aus der »Moravenrunde«, der vielgetreue Waisenvater, will Wirtschafts- und Haushaltstechnik, Buchführung und Bankverkehr, Gesetzeskunde und allerlei praktische Dinge den Zöglingen der Winklerstiftung lehren; ein dritter sie in die Literatur der jüngsten Vergangenheit einführen. Der Stiftsgärtner wird ihnen Anleitung zu Obst- und Gartenbau geben, und der Hausarzt ihnen Aufklärung über allerlei Geheimnisse und Gefahren erteilen, denen tagtäglich Tausende und Abertausende aus Neugier und Unwissenheit zum Opfer fallen. Für das alte Ziel jeder Schule, für das Leben, will diese neue Privatschule bewußter als die Staatsschule vorbereiten.
Mit den Lehrern Hand in Hand sollen Erzieher an den jungen Leuten arbeiten, die sich ihrer gewaltigen Verantwortung voll bewußt sind und wissen, was es mit der so schwierigen Heranbildung selbständiger und harmonischer Persönlichkeiten auf sich hat. Jugendfrische Idealisten haben sich genug gemeldet, doch fehlt es zum Glück auch nicht an solchen, die ihr Lehrgeld längst und reichlich bezahlt haben in schweren Lebens- und Schulerfahrungen und doch den goldnen Mut und das Hoffen aufs Morgen nicht einbüßten.
Mit Kaspar Krumbholtz, dem zukünftigen Verwalter des Wilhelminum, disputierten eifrigst L³, der über dem vielen Ärger mit Bruder Balzer ein wenig schlanker geworden ist, und Bruder Bartel, der den Unitätdienst nach heißen inneren Kämpfen auch verlassen hat.
Neben der tapferen, unternehmungslustigen Dente, die auf ihre alten Tage noch beabsichtigt, Harrys Stiftung, das Ursulanum, einzurichten, ragte ein stattlicher Kavalier, der sich seinen mächtigen Schnurrbart gar grimmig strich, und dem doch eine unbezwingliche Güte verräterisch aus den Augen strahlte, es war der Hessenhüne Thilo Kratt, der unlängst mit seinem Landschulheim Spekulanten zum Opfer fiel und nun wieder der Kollege von »Mister Kobolz« werden will. Er ist zum Hausvater des Henricum ausersehen.
Auch Gottfried Kämpfer ist erschienen; aber zu Kaspars Leidwesen nur als flüchtiger Gast. Er wolle seinem lieben Kronprinzen in den Sattel helfen, wie er launig meint, und hoffe bald den ersten Feldzugsbericht über die Eroberung des neuen Königreichs zu schreiben. Werber Kaspar hat ihm hart zugesetzt, aber vergeblich. Mit allerlei lustigen Scherzen suchte Gottfried Kämpfer seine Weigerung freundlich zu bemänteln; erst als Kaspar ihn aufs Gewissen fragte, sagte der Freund ernst: »Ich möchte mir ebenso getreu bleiben wie du, Kaspar. Jeder nach seinen Gaben und an der für ihn richtigen Stelle. Ich bin dort unter dem ›Federvieh‹ trotz meiner lahmen Flügel noch ganz gut am Platz, hier bei euch Männern der Tat wäre ich ein Stümper. Also laß mich, mein Junge. Wir können nicht alle gleich handeln. Es muß sicherlich einige geben, die denken und schreiben, wie man handeln soll. Übrigens -- auch mit der Feder kann man Taten tun und Schlachten schlagen.«
Aus einer andern Gruppe hörte man Professor Sebalts helle Stimme. Er erzählte Frau Winkler von den Streichen seiner Zwillinge und neckte sich mit der ungeduldigen Edith, die der Großmama zusetzte und meinte: Großpapa solle nun endlich anfangen, sonst vergäße sie Tante Dentes Sprüchel.
Großpapa Brosyn hatte in der Tat bald ein Einsehen und schritt mit der wehmütig bewegten Frau Winkler am Arm den drei Grundsteinen zu.
Onkel Kaspar führte sein Pflegekind, das sein Hämmerchen wichtig hin und her schwenkte.
Zuerst ging es zum Platz des ersten Neubaus, der am Waldrand im Schutze mächtiger Fichten erstehen sollte.
Ehrfurchtsvolle Stille herrschte ringsum, als der ehrwürdige Graf mit tiefem Ernst und leisem Beben der Stimme die Worte sprach: »Dem Andenken meines Sohnes seist du geweiht, Haus und Heim kräftiger Mannesjugend: Henricum seist du genannt -- trage diesen Namen als das letzte Vermächtnis eines edlen, nun zur Rüste gehenden Geschlechts, das deutschem Wesen an gefährdeter Grenzmark Jahrhunderte hindurch treulich zugetan war. Halte du mit deinen Schützlingen Wacht an Stelle der tapferen Heinriche von Brosyn, streitbar wie sie mit Waffen und Wehr, aber auch arbeitsam mit Pflugschar und Axt, mit Feder und Zirkel und rastlosem Drang zu leiten wie zu dienen! Im Namen Gottes tue ich den ersten Schlag, im Namen meines kaiserlichen Herrn den zweiten, im Namen meines alten Hauses den dritten.«
Schweigend zog man dann hinab zum See, an dessen lieblichem Ufer das zweite Heim erbaut werden sollte.
Kaum hatte sich der Kreis gebildet, da hüpfte klein Edith im weißen Kleidchen eiligst zum Redaer Granitblock heran, reckte den Silberhammer stolz empor und sagte keck und ohne zu stocken:
»Meinem Mütterlein zur Ehr, Ursulanum sei dein Name! Mägdlein zieh uns, klug, fromm, hehr, Die auch Weib sind, nicht nur Dame. Mütter zieh, wie meine war, Die sich selbst zum Opfer bringen. Darauf kling es froh und klar: Eins, zwei, drei! Und gut Gelingen!«
Lauter, lachender Beifall, in den doch hie und da ein wehmutvoller Ton sich mischte, scholl ringsum.
Die Großeltern und Tante Dente zogen nach einander klein Edith in ihre Arme und küßten das stolz und glücklich lächelnde Kind mit tiefer Bewegung.
Hans Sebalt sagte schmunzelnd zu Kaspar: »Das ist Ursemis Tochter, die wird mal mit Grazie regieren.«
»Um sich dann doch in Liebe unterzuordnen!« erwiderte Kaspar in ernsten Gedanken.
Gottfried Kämpfer stieß ihn an und sagte ermunternd: »Hans der Träumer, wach auch, freu dich der Erbin! Steht sie nicht da wie das Leben selbst, das echteste und unvergänglichste Leben, das immer wieder hoffnungsfroh und unbekümmert aus dem fruchtbaren Humus vergangner Herrlichkeit emporblüht?«
Da lächelte Kaspar Krumbholtz still selig in sich hinein, drückte dem Freunde dankbar die Hand und sagte stark: »Hast recht, Kämpfer. Schützen wir herangewachsenen Bäume das junge Reis mit unsern dichten Kronen vor Sonne und Sturm, und streuen wir neue Samen ins Land, bis auch uns Allmutter Erde zu ihrem Humus braucht.«
In guter Stimmung schritt nun die Gesellschaft bergan auf die kleine Anhöhe neben dem Schloß, auf der das mächtige Unterrichtsgebäude seinen beherrschenden Platz finden sollte.
Als alle beisammen waren, trat Kaspar Krumbholtz vor, nahm einem Arbeiter den schweren Werkhammer aus der harten Faust, wog ihn bedächtig prüfend in seiner Hand und sprach mit innerer Freudigkeit:
»Liebe Gäste und Freunde! Herr Geheimrat Volpelius hat mich beauftragt, an seiner Stelle den Weihespruch zu sprechen zu Ehren seines verewigten Freundes, der auch mir ein Freund und Vater war, des Anregers und Gründers dieses großen Werkes, in dessen Dienst -- mittelbar oder unmittelbar -- wir uns alle stellen wollen. Es wäre nicht im Sinne des schlichten Mannes Wilhelm Winkler, wenn wir ihn rühmten; er und wir bedürfen dessen wahrlich nicht! Wir wollen mit Taten zeigen, daß sein Geist auf uns ruht, wir wollen dafür sorgen, daß dieser redliche, ans Ganze denkende und vorsorgende Geist weiter wirkt und lebendig bleibt in der Jugend unseres Volks und aus ihr neue, opferwillige Pioniere, fruchtbare Anreger, kühne Bahnbrecher, unverzagte Streiter, zielbewußte Führer und besonnene Organisatoren hervorgehen. Jede Zeit hat ihre besonderen Vorzüge und Nachteile, je nach dem wechselnden Leben, das durch sie flutet, je nach der Sehnsucht, die in den besten Kindern dieser Zeit waltet. Seine Zeit richtig zu erkennen hält schwer; nur wenigen, die geistig oder sozial emporragen, gelingt es. Noch schwerer ist es, die Linien der notwendigen Fortentwickelung auch nur einigermaßen klar zu erkennen und für die Bedürfnisse der Zukunft vorzuarbeiten. Das, liebe Freunde, war das seltene Vermögen, das Charisma Wilhelm Winklers. Er kannte die Sehnsucht unserer Zeit nach Gleichheit, aber er erkannte auch früh die Gefahr der Nivellierung und sann darüber nach, wie er seinem Volke neue Persönlichkeiten erwecken könne. Aus dieser Sorge heraus ward dieses Werk geplant, in dessen Dienst wir uns stellen, an dem die einen von uns arbeitend und werbend, die andern sorgend und hoffend Anteil nehmen wollen. Ganze Menschen, innerlich freie, in Gott und in sich selber sicher ruhende und doch von Tag zu Tage rastlos mit beiden ringende Persönlichkeiten soll dieses Haus durch seine Diener heranbilden und so den Namen Wilhelm Winklers zu Ehren bringen. Wilhelminum -- so taufe ich dich und tue den ersten Schlag hart, fest und hell zu deinem Fundament im Namen der schlichten, fleißigen Weberfamilie Winkler, deren letzter Sohn ihr bester war, deren letztes Gewebe ihr feinstes und dauerhaftestes sein wird, den zweiten Schlag im Namen des Volkes, für dessen Zukunft wir alle arbeiten, und den dritten und letzten wieder im Namen des Ewigen, von dem wir wie unser Werk Anfang und Ende nehmen müssen.«
Ende
Spamersche Buchdruckerei, Leipzig.
Werke von Herm. Anders Krüger
Romane
Gottfried Kämpfer. Ein herrnhutischer Bubenroman in zwei Büchern. Mit Buchschmuck von ~Ernst Liebermann~. 1908. 19. bis 22. Tausend. Gebunden 6 Mark.
Alle Seligkeiten und alle Sorgen einer heranreifenden Knabenseele, all ihr Leid und alle ihre Kämpfe, ihren ganzen Haß und der ersten Liebe goldne Zeit erleben wir mit, da die Charakteristik meisterhaft nachempfindet und restlos alle Gedanken und Empfindungen bloßgelegt. Und mit dem jungen Helden treten wir auch ein in ein echtes Gemeinschaftsleben der Jugend, in ihre Freundschaften, ihre Feindschaften, ihre Jugendstreiche und ihre Jugendspiele, die ohne offiziellen und offiziös gezwungenen Spielnachmittag so zwanglos und so vollsaftig verlaufen, daß man in seinen alten Tagen nicht übel Lust bekommt, Räuber und Gendarmen mitzuspielen. Neben der Jugend erscheinen auch die Lehrer in vorzüglicher Charakteristik. In ihrer Zeichnung haben wir Musterstücke wahrer und schlichter Charakteristik.
(+Dr.+ A. Matthias in Monatsschrift für höhere Schulen)
Sirenenliebe. Ein Rivieraroman. 1897. Gebunden 3 Mark.
Krüger läßt eine einfache Herzensgeschichte, die aber in gewaltigen Akkorden ausklingt, sich in einem engbegrenzten Kreise abspielen, ohne die Hilfsmittel großer Ereignisse, nur mit der einzigen Staffage der herrlichen italienischen Natur ... Er nimmt die Menschen wie sie sind, und darum weht auch um seine Gestalten der Atem frischer Morgenluft und einer derben gesunden Natur.
(Hamburgischer Korrespondent)
Der Weg im Tal. Roman in drei Büchern. Buchschmuck von ~Gustav Petzold~. 1905. Zweite Auflage. Gebunden 5 Mark.
Ein ehrliches deutsches Buch. Der Dichter zeichnet scharf umrissene Charaktere, er offenbart sich als ein feinsinniger Psychologe, dessen zarte Tönungen in der Darstellung des Innenlebens überraschen. Wir finden bei Krüger den höchsten sittlichen Ernst in der Auffassung unserer heutigen Probleme, einen glühenden Idealismus für alles Echte, eine lebenswarme Liebe zum Menschen und Natur. Und dann noch Humor, goldigen Humor, die echte Heiterkeit eines Menschen, dessen ganze Person von harmonischem Lebensrhythmus getragen ist.
(Tägliche Rundschau)
Preise ungültig
Dramen
Ritter Hans. Schauspiel in vier Aufzügen. 1897. Broschiert 2 Mark.
Eins der besten modernen Stücke, voll dramatischer Kraft, lebenswahrer Darstellung und sittlichen Ernstes.
(Leipziger Zeitung)
Der Kronprinz. Eine dramatische Historie in fünf Aufzügen. 1907. Broschiert 2 Mark.
Es ist das Jugenddrama Friedrichs des Großen, das in Krügers Schauspiel vor uns aufersteht, geschaut und nacherlebt von einem, der ebenso moderner Dichter wie geschulter Historiker, in diesem Stoffe noch mehr fand als nur ein Stück Geschichte, nämlich ein tief erschütterndes Stück eigenes Leben. Vortrefflich und zündend ist der Dialog. Die Sprache ist bewußt modern, nirgends altertümelnd. Indessen bleibt der Ausdruck trotz aller Natürlichkeit kraftvoll und edel, getragen von einem heimlichen Rhythmus.
(Eckart)
Der Graf von Gleichen. Eine deutsche Tragödie in fünf Aufzügen. 1908. Broschiert 2 Mark.
Krüger hat die Sage vom Grafen von Gleichen in ganz eigenartiger, aber höchst fesselnder Weise behandelt. Trefflich im Aufbau, charakteristisch in der knappen Sprache der Blankverse, voll wahrer Empfindung sind die lebensvoll gezeichneten Charaktere in Handlung gesetzt.
(Literarisches Zentralblatt f. Deutschland)
Von demselben Verfasser erschien bei
H. Haessel Verlag in Leipzig
Der junge Eichendorff. Ein Beitrag zur Geschichte der Romantik. 2. Auflage. 3 Mark.
Pseudoromantik: Friedrich Kind und der Dresdner Liederkreis. Ein Beitrag zur Geschichte der Romantik. 4 Mark.
Kritische Studien über das Dresdner Hoftheater. 50 Pf.
Friedrich Jansa, Verlag in Leipzig
Waldhüters Weihnacht. Ein dramatisches Festspiel für Kinder in fünf Auftritten. 4. bis 6. Tausend. Broschiert 75 Pfennig.
Verlag von Alfred Janssen in Hamburg
Romane
Die Kinder aus Ohlsens Gang. Roman von ~Gustav Falke~. 1908. 4.-5. Taus. Geb. 4 M. 50 Pf.
Ein überaus schlichtes und reines Buch. Der es schrieb, hat jede Zeile in seinem Herzen getragen. Darum lebt man dieses kleine, frohe, trauernde, verärgerte, höhnische, manchmal sogar ein wenig tragisch drohende Leben in einer stillbewegten Teilnahme mit.
(Literarisches Echo)
Chaos. Roman von ~Albert Helms~. 1909. Umschlagzeichnung von Professor C. O. Czeschka. Gebunden 3 Mark.
Die grenzenlose Öde der russischen Steppe ist der Hintergrund, auf dem diese grell beleuchteten, zuckend lebendigen, stimmungsschweren Bilder entstehen ... in der ein merkwürdiger, grimmig brutaler, ganz eigenpersönlicher Humor sein Wesen treibt ... Da ist z. B. eine Vision wilder Hungerhalluzinationen, wie sie seit Hamsum kein Dichter plastischer gesehen hat.
(Hamburgischer Correspondent)
Peter Michel. Roman von ~Friedrich Huch~. 3. Auflage. Gebunden 5 Mark.
Geschrieben ist diese Alltagsgeschichte ... und gesehen ist dieses stille deutsche Leben ... mit einer Tiefe der Beobachtung, einem Humor der Anschauung, kurz mit dichterischen Gaben, die vereint dem Buche einen seltenen und kostbaren Zauber verleihen.
(Gabriele Reuter im »Tag«)
Blut. Roman von ~Waldemar Bonsels~. Umschlagzeichnung von Willy Geiger. 1909. Gebunden 4 M.
Hier wird einmal wieder die Tragik eines zerpflückten Mädchenlebens in ihrer ganzen Reinheit, ihrer herzzerbrechenden Not hingestellt von einer jungen Meisterhand.
(Deutsche Romanztg.)
Novellen von Timm Kröger
Des Reiches Kommen. 1909. Gebunden 2 Mark 50 Pfennig.
Die Timm Krögerschen Novellen gehören immer zu dem Feinsten und Köstlichsten, was uns unsere Literatur von heute zu bescheren hat, und die ganze Geistesfrische, die unverzehrte Kraft des Dichters lebt in diesem seinem letzten Werk. Aus dem alten Geist niederländischer Genrekunst, nordwestdeutscher Naturalistik heraus geboren, strömt auch diese Novelle allen feinen Stimmungszauber aus. Licht, Farben und Töne rinnen, aufs feinste zueinander abgestimmt, in ein köstliches Helldunkel zusammen, Natur und Mensch erscheinen unlösbar miteinander verknüpft, völlig miteinander verwoben, alles ist reine Gegenständlichkeit, und die einzig wahre, einzig echte Kunst, deren ganzes Geheimnis allein darin besteht, daß sie das Wort zu Fleisch werden läßt, ist sicher ein Timm Kröger-Besitz.
(Aus einem Feuilleton von Julius Hart in »Der Tag«, Berlin.)
Um den Wegzoll. 2. Auflage. Gebunden 2 Mark.
Heimkehr. Skizzen aus einem Leben. Geb. 3 Mk.
Leute eigner Art. Novellen eines Optimisten. 3. Auflage. Gebunden 3 Mark.
Aus alter Truhe. Novellen und Erzählungen. 1908. Gebunden 3 Mark.
Fröhliche Kinder. Ratschläge für die geistige Gesundheit unserer Kinder. Von ~Heinrich Scharrelmann~. 1906. 3. bis 5. Tausend. Gebunden 3 Mark.
Aus dem Vorwort: An die Eltern und Mütter wendet sich dieses Buch. Es möchte ihnen praktische Ratschläge und Fingerzeige geben für die häusliche Erziehung ihrer Kinder. Es will die Eltern aufmerksam machen auf wenig gekannte und gewürdigte Anlagen und Fähigkeiten im Kinde und möchte zugleich zeigen, wie ein gesundes Wachstum aller geistigen Kräfte von der Kinderstube aus angebahnt werden kann. So denke ich, wird es die innigen Bande zwischen Eltern und Kindern noch um ein weniges fester zu knüpfen versuchen, indem es das Kind auffaßt -- als unseresgleichen.
Erziehern und Eltern, die ihre Kinder lieb haben, sei das Buch warm empfohlen.
(Basler Nationalzeitung)
Billige Ausgabe der
Hamburger Hafenbilder. Von ~Wilhelm Dittmer~. 12 doppelseitige, 24 ganzseitige Bilder. 48 Seiten Text. Kartoniert 2 Mark.
Der Hamburger Hafen ist geistig und wirtschaftlich nicht mehr das ausschließliche Eigentum der mächtigsten der Hansastädte, sondern ein Gemeingut der Nation. Hier ist eine ganz neue Schönheit entstanden, die nichts mehr gemein hat mit lyrischer und phantastischer Romantik. ... Wer Dittmers Buch in der Hand hält, fühlt mit Stolz: da bekennt sich ein Starker zu unsrer Zeit. Er sah Schönheiten überall ... Sein technisches Vermögen war sehr groß. Seine zeichnerischen und malerischen Qualitäten ordnen ihn in die erste Reihe unsrer Künstler ein. Daß er aber auch ein Meister der Sprache war, ein wundervoller Erzähler, darf nicht vergessen werden, weil er zu seinem Hafenbuche selbst einen schlichten, kraftvollen, anschaulichen Text schrieb -- Dieses Buch hat alle Berechtigung ein Volksbuch zu werden. Es gehört in die Hand eines jeden Deutschen.
(General-Anzeiger für Hamburg-Altona)
Verlag von Alfred Janssen in Hamburg