Category: Novels

Frau Rietschel das Kind

Diese Worte flüsterte Viktor Schwarz, der junge Assessor am Amtsgericht Strelenwalde. Es war ein Monolog, den er am offenen Fenster seines neuen Zimmers hielt. Viktor Schwarz liebte kurze Monologe. Sie schlossen seiner Selbstzufriedenheit eine Reihe wichtiger Überlegungen ab,...

Chapters

1. Part 1

Diese Worte flüsterte Viktor Schwarz, der junge Assessor am Amtsgericht Strelenwalde. Es war ein Monolog, den er am offenen Fenster seines neuen Zimmers hielt. Viktor Schwarz li...

2. Part 2

Er hatte wie ein liberaler Volksredner gesprochen. Nun wußte sie genug. Sie konnte nur noch, wirren Dank stammelnd, in das Haus ihres Vaters schlüpfen. Er aber ging mit großen S...

3. Part 3

Jetzt war Konditor Breitkopf wieder zu den Damen getreten. Er behielt sein Negergrinsen bei, auch wenn er es ernst meinte: »Nach meiner unmaßgeblichen Ansicht, Fräulein Oberlehr...

4. Part 4

Viktor Schwarz stand jetzt im Mittelpunkt des Interesses, Tante Klara war deshalb beglückt, als sie ihm an der Potsdamer Brücke begegnete. Viktor war es weniger, aber er kannte...

5. Part 5

»Solche Spezialitäten aus der Provinz lieben die Herren in Berlin am meisten. Meine Frühstücksgäste --ich sage Ihnen, Madam, die lassen Dressel und Borchardt dafür stehen. Ich b...

6. Part 6

Sie blickte auf ihr Kind -- dann nahm sie Abschied. Nun fühlte sie sich mit Frau Grunow und den Ihrigen eng verknüpft. Sie versprach, bald wiederzukommen. Rasch ging sie durch d...

7. Part 7

Gegen Lieses Weg war nichts zu machen. Auch Direktor Toffani mußte sich fügen. Er nützte noch die Reklame aus. Liese bekam einen Abschiedsabend, der jede Primadonna befriedigt h...

8. Part 8

Bei der Hochzeit war sie nur mit halben Sinnen. Zu dem Diner in der Hitzigstraße hatte der Baron etwa zwanzig Gäste geladen -- kein einziger war darunter, der Liese näherkam. Au...

9. Part 9

Bei Kroll war Doppelkonzert. Kaum war im vorderen Teil des Gartens die ›Tannhäuser‹-Ouvertüre zu Ende, so fing hinten schon der ›Bettelstudent‹ an. Man schob sich langsam durch...

10. Part 10

Sie nahm sich zusammen. Diese Gelegenheit ließ sie nicht vorbei. Rasch trat sie ein. Bassenried fuhr auf. Sie hatte ihn seit der Szene in der Küche nicht mehr gesehen. Nun spürt...

11. Part 11

»Du bleibst für mich, was du warst. Außerdem handelt es sich um das Lebenswerk deines Vaters. Ich ehre jede verdienstliche Tätigkeit. Du darfst nicht nur meine Pflegerin bleiben...

12. Part 12

»Nein, Herr Justizrat«, erwiderte der Schreiber, gekränkt -- »die kenn' ich doch auch, die Dame aus Strelenwalde, nicht wahr? Aber die Dame draußen, das ist überhaupt noch keine...

13. Part 13

Immerhin -- die Hoffnung auf Viktor Schwarz war erloschen. Sie durfte nicht das Letzte verlieren, nicht von Onkel und Tante verachtet werden. Vielleicht war es doch sehr frech v...

14. Part 14

So kam sie zu einer ernsten und kritischen Betrachtung ihrer Freundinnen, aber man ließ es ihr nicht durchgehen. Sie sollte auch ihren Tribut an den großen Moloch zahlen. Am emp...

15. Part 15

Mit harter Miene sah Liese auf den Strohmarkt hinaus: »Wir wollen es abwarten, Tante. Hinter die Kulissen sieht man nie. Bei Simba und Adele -- da glaube ich jetzt an ein Glück....

16. Part 16

»Na, es ist ja schon so lange her. Ich war noch ein halbes Kind damals. Jetzt brauche ich mich solchen Sachen Gott sei Dank nicht mehr auszusetzen. Ich bin eine angesehene Frau....

17. Part 17

Im Sommer verreiste Justizrat Schwarz. Da mußte Berta pausieren. Ihren Plan, ihm nach Karlsbad zu folgen, gab sie auf. Das ging denn doch nicht. Als er aber wieder in Berlin war...

18. Part 18

»Ja, ich muß dir ein bißl Furcht machen. Du bist gar zu leichtsinnig. Von vielen Fällen weiß ich, daß der Schwarz über Leichen geht. Außerdem ist er allmächtig. Beikommen kannst...

19. Part 19

Sie läutete und wurde von einem Diener eingelassen. Es war wohltuend, in diesem prachtvollen Hause als erwarteter Besuch behandelt zu werden. Der Diener sprach höflich und leise...

20. Part 20

Länger als ein Jahr blieb Berta mit Paul und Grete in dem Sanatorium. Es war eine teure und opfervolle Zeit, aber sie brachte dreifach Segen. Die Kinder genasen; Rietschel, der...

21. Part 21

»Meinetwegen. Ich habe für seinen kranken Magen gesorgt wie 'ne Mutter, sag' ich Ihnen! Wenn der Mann aus Karlsbad kam, dann hing sein Leben von mir ab! Und nun steht die eigene...

22. Part 22

So gelang es ihr, ihm die böse Stimmung fernzuhalten, zum mindesten in einem Licht zu zeigen, daß er selbst darüber lachen konnte. Leider wirkte das verächtliche Wesen des Schwa...

23. Part 23

Sie warf sich auf das Bett. Nach einer Weile flüsterte sie: ›Was bleibt denn eigentlich vom Menschen? Staub. Sie haben ihn, glaub' ich, verbrannt. Aber die Urne mit der Asche --...