Category: Novels

Erdsegen: Vertrauliche Sonntagsbriefe eines Bauernknechtes.

Der vorliegende Text wurde anhand der 1906 erschienenen Buchausgabe so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und altertümliche Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original unverändert; fremdsprachl...

Chapters

14. Part 14

„Wäre es denn so groß Wunder?“ sagte ich. „In solchen Jahren braucht der Mensch muntere Ansprache. Sie hat keine Gesellin, keine Freundin, wie andere Dirnlein ihres Alters. Imme...

23. Part 23

Am Allerseelentage hatten die Hausmutter und die Barbel auf dem Grabe des Vaters eine Kerze angezündet, eine Flasche geweihten Wassers auf den Hügel gegossen und still einige Va...

18. Part 18

Der Adam legte den Brotlaib hin, legte das Messer hin und sprach mit schwankender Stimme: „Thut’s mich nit so peinigen, meine lieben Leut’. Ich derkenn’ ja die Ehr’, daß unsere...

6. Part 6

Endlich erholte sich der Bauer und sagte: „So, so.“ Denn er weiß jetzt so wenig als früher. „Mag eh sein, mag eh sein,“ sagte er, „ich versteh’s nit. Wählen thun wir halt einen...

9. Part 9

„Mein lieber Konrad! Was ich schon gelitten hab’ um diese Hand, das ist nit zu zahlen. Und was ich noch werd’ leiden müssen! Glaub’s schon, daß es dich jetzt stiert. Daß mein ga...

13. Part 13

Mir fällt’s auf, schon seit einiger Zeit. Der Rocherl wird von Woche zu Woche blässer und bekommt einen so sonderbaren Blick. Ich weiß nicht, mir ist er unangenehm, dieser Blick...

4. Part 4

In voriger Woche war so Einer da. „Kramerzodl“ nannten sie ihn, aber nicht etwa im Schimpfe, sie meinen damit ganz harmlos das, was bei uns ein kleiner Agent oder ein Hausierer...

15. Part 15

„Das denke ich auch,“ entgegnet der Lehrer. Und setzt bei: „Was meinst du von der Bauernschaft? Wird jeder Bursch’, der ein Mädel gerne hat, dasselbe gleich allemal heiraten? Un...

16. Part 16

Am Donnerstage abends war’s, als ich über den Hof gegen meine Schlafkammer schritt, daß von Barbels Stube her die scharfe Stimme der Hausmutter erscholl. Sie steigerte sich bis...

17. Part 17

Die Hausmutter ist schon am frühen Morgen dran, Tag für Tag, den Tisch, die Bänke zu scheuern, die Fenster zu klären mit feuchtem Lappen und zu achten, daß kein Splitterchen und...

20. Part 20

+Nachschrift.+ Es wird gut sein, Freund, wenn du diese meine Briefe der letzten Monate ganz wegthust. Falls ich noch einmal zurückkehre in die gebildete Welt, würden sie mich do...

19. Part 19

Der Rocherl biß die Zähne aneinander, steckte das Messer tief in den Brotlaib und ging zur Thür hinaus. Ich hatte den kleinen Vorgang so halbhin beobachtet und da ist mir wieder...

8. Part 8

„Bleiben soll er!“ rief der Hausvater heftig. „Und mit deinem dummen Reden kannst mir aufhören. Mit deinem schlechten Reden! Sich wählen und zahlen lassen dafür, daß man dabei s...

5. Part 5

„Freilich weiß ich’s. Wie der Herrgott die Welt hat erschaffen gehabt, hat ihn der Hase ausgelacht, weil sie ganz buckelig ist. Und so viel hat er gelacht, bis ihm das Schnäuzel...

22. Part 22

Die Zeit des Streumachens ist da, um den Stallbewohnern für den Winter einen grünen Teppich zu schaffen, der dann allwöchentlich einmal erneuert werden muß. Das Stroh wird hier...

12. Part 12

Zur Zerstreuung stellt sich bisweilen irgend ein kleines Ungemach ein, das strenge genommen, ganz unnötig ist und also auch nicht bezahlt wird von der Fürsehung. Aus diesem Blat...

10. Part 10

An diesem schönen Frühlingstage, als ich nach Hause will, hat sich der Lehrer mir angeschlossen. Er müsse einmal ganz extra mit mir gehen, vorgenommen habe er sich’s schon lange...

7. Part 7

Jetzt frage ich dich, Alfred! Du bist zwar ein tapferer Mann, schon auch darum, weil du so fest zum zugereisten Bauernknecht stehest. Aber die Hand aufs Herz! Hättest du den Mut...

2. Part 2

Fällt dir nichts auf? Als könnte der Schreiber dieser Zeilen froststeife Finger haben? Als sei das Parfüm des Briefpapieres ein ganz eigenartiges? -- Nun, ich will dir erzählen....

25. Part 25

Da habe ich schon gemeint, alles wäre in der Brüche und die Barbel ist dagestanden wie eine Wegsäule, so starr. Nun kommt aber der Rocherl über die Mutter. Der ist seit dem Alle...

21. Part 21

„Dann müßte ich noch einmal Licht machen“, sagt er, „denn im Dunkeln ist’s unheimlich, von solchen Sachen zu sprechen. Ich wollte es eigentlich für mich behalten. Doch weil wir...

3. Part 3

Und sie: „Zu schlecht ist ihnen schon alles. Haben im vorigen Sommer zum Heuen so eine Gnad’ gehabt, eine zweifüßige. Eh von der Nachbarschaft einer. Ein ausgedienter Soldat. Be...

24. Part 24

Lieber Alfred, ich will schweigen, wenn wieder einmal die Frage ist, was vorzuziehen wäre, die altbäuerliche Bedürfnislosigkeit oder die moderne Kultur. Ich will schweigend zuge...

11. Part 11

Es waren die Schuster da. Ihrer drei, der Meister mit der großen Glatze, der Geselle mit dem pechschwarzen Haarschopf und der Lehrjung mit dem fuchsroten Skalp. Aus den Kuh- und...

1. Part 1

Der vorliegende Text wurde anhand der 1906 erschienenen Buchausgabe so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Un...

26. Part 26

Das Jahr war doch gewiß reich an Überraschungen für mich. Die größte aber brachte mir dein Christtagsbrief. Herrlicher Mensch, wie hast du das zu stande gebracht! Also der Verla...