Category: Novels

Die Stadt am Inn

Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1917 so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht mehr verwendete Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original unverändert; fremdsp...

Chapters

1. Part 1

Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1917 so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnlic...

2. Part 2

Das hellblonde Bübel kaute und kaute und putzte sich die Nase. Schips, der struppige Köter, erhielt auch ab und zu einen Bissen, weil er gar so schön betteln konnte. Und die Sop...

3. Part 3

Dann ging sie, ohne auch nur einen Blick auf die Sophie zu werfen, mit lethargischen Schritten zu ihrem Säugling, der treu bewacht von Schips, dem Hunde, in den höchsten Tönen u...

4. Part 4

Es waren keine großen Erlebnisse, von denen die Kinder zu berichten wußten. Lauter liebe Kleinigkeiten, die der Jugend ungeheuer wichtig erschienen. Niemand im ganzen Kloster ve...

5. Part 5

„Ja ... einzwängen tun Sie’s!“ behauptete die alte Schwester in unwilligem Tone. „Sie meinen’s nit so. Ich weiß es. Aber Sie verstehen die Kinder nit! Haben’s nit g’sehen heut’,...

6. Part 6

Wenn sie ging, so wiegte sich der junge Körper in unbewußter Koketterie leicht in den Hüften. Und der starke, etwas zu derbe Nacken des Mädchens hatte in dem kleinen Ausschnitt...

7. Part 7

Doktor Valentin Rapp war klein, untersetzt und schon gut in den Vierzigern. Er war aber noch so prächtig erhalten und gab sich so jugendlich, daß man ihn für höchstens Ende Drei...

8. Part 8

Mit Widerwillen betrachtete er seine Studienbücher. Wie ein Sklave kam er sich vor. Wie einer, der keinen freien Entschluß fassen durfte ... der verurteilt war, um des lieben Br...

9. Part 9

Im gewöhnlichen Leben war der Herr Rat stets mit einem bunten oder auch dunkelfarbigen Flanellhemd bekleidet, dessen weicher Kragen ihn nicht drücken konnte. Die Stelle der Kraw...

10. Part 10

Öfters sah die Frau Apotheker auch hinüber zur Sophie, der Kellnerin. Aber es war entschieden ein Ausdruck äußersten Mißtrauens in ihrem Blick. Sie traute der Sophie nicht. Das...

11. Part 11

Eine bedrückende und ungemütliche Stille herrschte jetzt im Herrenstübel. Der Apotheker Tiefenbrunner schlich ängstlich zu seinem Sitz hinüber und wagte es für die erste Zeit ga...

12. Part 12

Ihre hohe, üppige Gestalt kam durch das einfache schwarze Kleid ganz besonders vorteilhaft zur Geltung. Sophie Zöttl trug als einzigen Brautschmuck einen Kranz frischer Myrten i...

13. Part 13

Die Witwe Altwirth nahm ihre ganze Kraft zusammen, um noch sprechen zu können. Sie mußte die bange Sorge noch los werden, die schwer auf ihr lastete ... „Der Felix braucht a Lei...

14. Part 14

Der alte Rat Leonhard, der jetzt schon längst wieder seine Pfeife rauchte, legte seinen kleinen, grauen Kopf leicht zur Seite, klemmte die Pfeife fest zwischen die Zähne, zog di...

15. Part 15

Es war ein später Nachmittag im Dezember, als sich die beiden Frauen in dem kleinen Wohnzimmer gegenübersaßen. Eine große Hängelampe sandte ihren Schein durch die Stube. Und der...

16. Part 16

Der Herr Rat und der Apotheker Tiefenbrunner wanderten eine Weile schweigend nebeneinander her. Gingen durch die engen Gäßchen, die vom Weißen Hahn auf den Marktplatz führten, u...

17. Part 17

„Weißt aber, was ich versteh’?“ sagte da die Apothekerin und stemmte ihre beiden Arme fest und herausfordernd in die Hüften. „Daß du a überspanntes Frauenzimmer bist, a narrisch...

18. Part 18

„Das ist doch nicht ...“ Sophie war neugierig näher gekommen und sah zu Felix Altwirth empor. Und auf einmal fing sie lustig und ausgelassen zu lachen an. „Ja, richtig ist er’s!...

19. Part 19

„So? Fort wollen Sie?“ fragte er, und sein Gesicht bekam einen ganz verbissenen Ausdruck. „Davonlaufen!“ Er sah die junge Frau scharf an. „Davonlaufen ist keine Kunst. Das kann...

20. Part 20

Max Storf hatte sich wieder auf seinen Platz gesetzt und blätterte nachdenklich in den Skizzenbüchern. „Warum sprechen Sie so zu mir?“ frug er dann über eine Weile, ohne Adele a...

21. Part 21

Sophie fiel ihm um den Hals und küßte ihn stürmisch. „Mannderl, gut’s!“ lobte sie ihn und fuhr ihm streichelnd über sein rotes, aufgedunsenes Gesicht. „Und jetzt hab’ ich noch e...

22. Part 22

Frau Tiefenbrunner seufzte schwer und laut hörbar, als sie von dem Hauskreuz des Felix Altwirth sprach. „Überall fehlt’s da in der Wirtschaft!“ erzählte sie weiter. „Was ich da...

23. Part 23

So ging der Winter dahin. Und dem Winter folgten frühe Ostern, die heuer so zeitlich fielen, daß der Schnee im Tal sich mit Eile daran machte, dem sprossenden, nach Leben dränge...

24. Part 24

Sophie sah sich nun in ihre eigenen Netze so verstrickt, daß ein Entkommen daraus mit heiler Haut unmöglich war. Sie sah, daß sie jetzt um jeden Preis ihren Zweck bei dem Patsch...

25. Part 25

Der Kaufmann sprach von Kunst und Wissenschaft, sprach vom Aufblühen eines Landes und seinem Gedeihen, und wie es Ehrenpflicht eines jeden einzelnen sei, der sein Land wahrhaft...

26. Part 26

Valentin Rapp dachte nach ... immer mehr und mehr ... Und da er nachdachte, erinnerte er sich an viele kleine Einzelheiten, denen er damals, als sie sich ereigneten, keinen Wert...

27. Part 27

Dann riß sie sich gewaltsam von ihm los. „Geh’ ... jetzt ... Felix ...“ bat Sophie leise und wandte sich mit müder Gebärde von ihm ab. „Geh’ ... es soll dich niemand hier sehen....

28. Part 28

In den Tagen der allerersten Aufregung nach der Ermordung des Doktor Rapp hatte der Rat Leonhard ein unbestimmtes Gefühl, als ob er zu Adele gehen müßte, um nach ihr zu sehen. E...

29. Part 29

Später ... als er von Adele gegangen war ... reifte der Entschluß immer mehr in ihm, für alle Fälle einmal einen Koffer bereit zu halten, um dann doch vielleicht mit ihr zu fahr...