Category: Novels

Jenny

Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1921 so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht mehr gebräuchliche Schreibweisen, sowie fremdsprachliche Passagen bleiben gegenüb...

Chapters

1. Part 1

Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1921 so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnlic...

2. Part 2

„Ja, danke.“ Helge war unsicher und verlegen und schaute auf die anderen. „Recht gern, aber --“ er wandte sich vertrauensvoll an Fräulein Winge mit dem hellen Antlitz und der fr...

3. Part 3

„O ja, hier findet man Menschen von jeder Sorte. Sie dürfen nicht vergessen, Rom ist eine moderne Großstadt. Es gibt viele Leute, die in Nachtschicht arbeiten. Und dieses Lokal...

4. Part 4

„Nein, Sie sind so unverzagt, so frei und sicher. Wenn man in engen Verhältnissen aufgewachsen ist, wo man nichts anderes hört als Sparen, da wagt man es bald nicht mehr, sich A...

5. Part 5

„Ja, siehst du, er +brauchte+ Geld. Hundert Kronen. Ich versprach ihm, er sollte sie von mir erhalten. Ich ahnte nicht, woher sie nehmen. Papa wagte ich nicht um einen Oere zu b...

6. Part 6

Gunnar hat mich auch Malen gelehrt. Ich zeichnete immer als Kind -- es fiel mir so leicht. Dann traf ich ihn einmal im Gebirge vor drei Jahren -- ich war dort oben, um zu arbeit...

7. Part 7

Beinahe täglich ging er hinauf zur Via Vantaggio. Er konnte es nicht unterlassen. Jetzt saß Jenny fast immer allein zu Hause und nähte oder las. Es schien, als freute sie sich,...

8. Part 8

Sie war dem einen oder anderen Manne begegnet und hatte sich gefragt: ist es dieser? Diesen oder jenen hätte sie vielleicht lieben können, wenn sie wirklich gewollt hätte -- wen...

9. Part 9

Sie aber hatte Angst -- nicht vor ihm. Aber sie wagte nicht, seinen heißen roten Mund zu küssen, weil es sie nach etwas Sinnlosem, etwas Berauschendem und Leichtsinnigem gelüste...

10. Part 10

Jenny schwieg. Es war ihr noch niemals in den Sinn gekommen, daß sie ihrer Mutter Rechenschaft schuldig war für ihre Heirat, so wenig als ihre Mutter sie gefragt hatte, als sie...

11. Part 11

Ach Helge! Könnte ich doch bei dir sein! Ihr schien die Zeit, die sie mit ihm verlebt, so unendlich fern. Kaum eine Woche war vergangen, seit sie sich getrennt hatten, und doch...

12. Part 12

Jetzt, als er dastand, mit dem Hute in der Hand, sah sie, daß sein Haar ganz grau war, so grau, daß man nicht mehr unterscheiden konnte, welche Farbe es ursprünglich gehabt hatt...

13. Part 13

„Du hattest deinen Regenschirm vergessen, mein Freund -- wie gewöhnlich. Es war tatsächlich ein Glück, daß du einem Regenschauer entgingst. Ja diese Männer, wie man auf sie acht...

14. Part 14

„Und dann hast du sie eben geheiratet, weil sie ein Kind bekam. Das habe ich mir gedacht. Zum Dank hat sie dich siebenundzwanzig Jahre lang gequält und geplagt. -- Weißt du, die...

15. Part 15

Jenny schwieg. Wie sie jetzt einen Dritten es aussprechen hörte, war es ihr, als müsse sie widersprechen. Sie hatte es vorhin nicht begriffen, daß es vorbei sein sollte. Aber da...

16. Part 16

„Natürlich stimmt das. Und was die Frau betrifft ... Ach, ich habe es von Kindheit an verfolgt und beobachtet. Aus meiner Zeit auf der Arbeiterhochschule entsinne ich mich eines...

17. Part 17

„Du bist ja schon so gut und fein, stolz und herrlich. Ich sage es dir, und eines Tages wird ein Mann, der jünger und besser und stärker ist als ich, das Gleiche sagen und du wi...

18. Part 18

Er hätte sie nicht zu seiner Geliebten gemacht, wenn sie selbst es nicht gewollt, wenn sie ihn nicht hätte fühlen lassen, daß sie es wollte. Aber, o Gott! Sie fühlte doch, daß e...

19. Part 19

War ihr Verhältnis mit Gert sündig, so bestand die Sünde jedenfalls nicht darin, daß sie zuviel gegeben hatte, sondern zu wenig. Und wie es auch endete, so mußte sie dafür leide...

20. Part 20

„Ja, das ist wahr! Gute Nacht, meine Jenny, ich danke dir.“ Sie drückte plötzlich die Freundin heftig an sich. „Es ist so herrlich, sich mit dir auszusprechen. Du verstehst es s...

21. Part 21

Wenn Jenny müde wurde, legte sie sich am Walle nieder, starrte in den Himmel und über den Fjord. Sie konnte nicht längere Zeit hintereinander stehen, doch das reizte sie nur, we...

22. Part 22

Du schreibst, Du sähest es gern, wenn ich später, sobald der Knabe größer geworden ist, Dich besuchte, um mir unser Kind anzusehen. Unser Kind -- es ist ein so widersinniger Ged...

23. Part 23

„Es ist gefährlich, Jenny,“ flüsterte er. Und nach einer Weile: „Ich kann mir nicht helfen, aber ich fand das heute Abend widerlich. Ich habe manches gesehen -- wie es zugeht. I...

24. Part 24

Jetzt bin ich so froh, daß es mir eigentlich gleichgültig ist, wo wir sind; jedenfalls sehne +ich+ mich nicht nach Paris; denke Dir, Frau Lundquist fragte, ob ich nicht ärgerlic...

25. Part 25

Kam Helge, traf sie ihn, so würden, fühlte sie, die Verzweiflung und ihr Lebensüberdruß sie überwältigen. Sie wußte nicht, was dann geschehen würde, nur soviel, daß, mußte sie i...

26. Part 26

Er fühlte die Müdigkeit des Lenzes in allen Gliedern, und das Blut rann krank vor Trauer und Leid bei jedem schweren Schlage seines Herzens. Jenny -- Jenny -- Jenny -- ihren lic...

27. Part 27

.... Lukians köstliche Lügen der milesischen Märchen, Swift Gullivers Reisen, Wielands Abderiten und nicht zuletzt Andersens Mär vom fliegenden Teppich scheinen Vorbilder zum Ba...