DE Prosa

Semper der Jüngling

Schon trat aus ferner, tannendunkler Pforte Der Schlaf hervor. Schon raunte mir die ersten, leisen Worte Der Traum ins Ohr. Da klang von nahen Zweigen Ein tiefer Freudenschall Und klang getrost und stark durch Nacht und Schweigen. In meinen Traum sang eine Nachtigall.

Chapters

22. Chapter 22

Wenn Semper der Ehemann sich einen neuen, herzerquickenden Kunstgenuß bereiten wollte, dann lustwandelte er durch seine zwei Stuben, seine eine Kammer und seine Küche. Sie sch...

11. Chapter 11

Und langsam schritt er tiefer in den Wald hinein, dorthin, wo im ewigen Dunkel zwischen Moos und Stein ein Waldelf sitzt und seit hunderttausend Jahren in die Quelle starrt, um...

9. Chapter 9

»Ich möchte mich zerfleischen,« sagte er zu dem Freunde, der an seinem Bette saß. »Ich bin abscheulich gegen meine Eltern und meine Geschwister, und dabei opfern sie sich f...

13. Chapter 13

Als aber Asmus nun auf Flügeln des Triumphes weiter durch den Saal schritt, da erblickte er gar an einem Tische hinten im Winkel neben ihren Logisgebern Hilde Chavonne. _Sie_ w...

20. Chapter 20

Ganz, ganz anders waren sie schon wenige Tage darauf. Frost und Schnee waren hereingebrochen mit Macht, und Asmus schlug ihr einen Ausflug »ins Grüne« vor. Nach dem »Quellen...

8. Chapter 8

Unter den Giftpflanzen ist eine, die keines Samens und keines Keimes bedarf, die auch aus Nichts entstehen kann wie die Schöpfung Jahwehs, das ist die Verleumdung. Sie braucht...

7. Chapter 7

Die Lust, etwas zu lernen, ist unter den Menschen weit verbreitet, die Lust, sich darum anzustrengen, nicht. Es gab wohl allerlei Leute, die Privatstunden haben wollten; aber si...

18. Chapter 18

Wenn er dann so ganz mit sich allein war, dann war er vom Kopf bis zu den Füßen sein Vater Ludwig Semper. Er bemalte dann die hohen Wände des Saales mit ganzen Epochen der Ge...

3. Chapter 3

Wer aber nun gefürchtet hätte, daß Asmus Semper ein Bücherwurm und Stubenhocker werden könnte, der würde doch nur den vierten Teil seines Wesens gekannt haben. Wie er als...

1. Chapter 1

Schon trat aus ferner, tannendunkler Pforte Der Schlaf hervor. Schon raunte mir die ersten, leisen Worte Der Traum ins Ohr. Da klang von nahen Zweigen Ein tiefer Freudenschall U...

4. Chapter 4

Er begriff überhaupt nicht, warum die Menschen nicht öfter lachten und nicht öfter weinten, da doch die Welt so reichen Anlaß dazu bot. Als er einmal eine Molieresche Komöd...

5. Chapter 5

Er gab diesem Licht einen zum Himmel gewandten Blick, ein überirdisches Angesicht, weil er das für erhabener hielt und er damals gerade ein Dichter wie Klopstock und die Hainb...

21. Chapter 21

Zwischen diesem Manne und seiner ältesten Tochter war ein Gegensatz von Ewigkeiten her. Ihr Wesen war von jenem Adel getragen, dem am letzten Ende doch mit aller Brutalität ni...

10. Chapter 10

Das Bergfest! Wenn von den sechs Seminarsemestern drei verflossen waren und also der Berg des Ärgernisses bis zum Gipfel überwunden war, pflegte man das »Bergfest« zu feiern...

19. Chapter 19

Endlich, endlich kam eine prächtige Gelegenheit, dem Herzen Luft zu machen. Mansfeld hatte mit seinen Schülern einen Ferien-Ausflug unternommen, und Asmus und die Damen hatten...

17. Chapter 17

»Haha« – Rumolt lachte bitter auf, und dann fuhr er wehmütigen Tones fort: »Das wird Ihnen noch oft begegnen, lieber Freund. Nirgends ist der Fortschritt verhaßter, nirge...

15. Chapter 15

Gleich am ersten Tage sah Asmus etwas, was ihn geradezu erschreckte. Kinder während der Schulpause – das war ihm immer ein Bild befreiter, sprudelnder Jugendlust gewesen. Es...

6. Chapter 6

Das war Öl ins Feuer. Den Kopf in beide Hände vergraben, las er stundenlang mit heißen und heißeren Wangen. Da plötzlich sprang er auf, warf die Arme nach beiden Seiten und...

16. Chapter 16

Im übrigen schied er von dieser Zeit mit unvergleichlich freundlicheren Gefühlen, als er sie beim Eintritt empfunden hatte. Freilich, das Leben in der Kaserne hatte er nur seh...

14. Chapter 14

Nur dies verdammte mündliche Examen! Da konnte man nicht sagen: »Erlauben Sie, daß ich austrete!« Und wenn Asmus blind und taub gewesen wäre, so würde er das Nahen des Exa...

2. Chapter 2

Und so fort über Ägypter, Phönizier, Israeliten, Meder, Perser, Griechen und Römer bis zu den Franken und Merowingern. Wer die Zahl wußte, war gescheit, wer sie nicht wußt...

12. Chapter 12

konnten in ihm nicht den Verdacht erwecken, daß es dem »Alleszermalmer« denn doch wohl hin und wieder recht sehr an der Fähigkeit gemangelt habe, seine Gedanken gut und klar...

23. Chapter 23

Er riß sich gewaltsam empor aus seinem Brüten und sah sich um. Von seinen Freunden war nur einer erschienen: #Dr.# Rosenberg. Und das war die erste Freude in all diesem Leid.