Category: Novels

Fenn Kaß

Zwischen Ulmen und Platanen geht die schöne, staubweiße Dreikantonstraße quer durch das Luxemburger Ländchen, von der Mosel nach der belgischen Grenze. Allerhand bäuerliches Fuhrwerk zieht dort seine Spuren. Straßenwärter lehnen, stets verschnaufend, am Grabenrand auf ihren Sc...

Chapters

1. Part 1

Zwischen Ulmen und Platanen geht die schöne, staubweiße Dreikantonstraße quer durch das Luxemburger Ländchen, von der Mosel nach der belgischen Grenze. Allerhand bäuerliches Fuh...

2. Part 2

In solchen Augenblicken hatte Fenn stets das Gesicht der kleinen Lehrerstochter vor sich. Er saß neben dem Herrn Pastor, der von Samt und Seide starrte, die Hände in den weiten...

3. Part 3

Vorn, hinterm Pferd, saß Wöllem auf der Deichsel, ließ die Beine mit übereinandergelegten Füßen seitwärts herunterbaumeln und hielt die Enden der Zügelleine im Schoß. Zwischen d...

4. Part 4

Aber schon glänzte wieder auf dem Antlitz des Herrn Direktors der Sonnenschein der ausgesuchtesten Liebenswürdigkeit. „Nichts für ungut, Herr Lampert. Sie haben es hoffentlich n...

5. Part 5

Er wurde nicht gerührt, es stieg ihm nicht würgend in die Kehle von Heimweh und dergleichen – er biß nur die Zähne zusammen und dachte: „Wenn es sein muß, in Gottes Namen. Es da...

6. Part 6

Wie Blitze züngelten die Worte des Alten auf Fritzens Haupt. Der drehte ihm den Rücken und zuckte die Achseln. Die Stimme Kleyers überschlug sich, zischte, fauchte, sprang in sp...

7. Part 7

„Dafür laß mich sorgen. Ich habe Pläne, sage ich dir, Pläne!“ Und Fenn reckte die Arme gen Himmel, als wollte er die Leitern seiner Hoffnung am Firmament aufhängen. „Und dann, s...

8. Part 8

Und was die Kindesliebe nicht vermocht hatte, das brachte in dem starrnackigen Bauernsproß der Eigentumssinn fertig. Fritz Lampert ging hinunter zu der Leiche seines Vaters und...

9. Part 9

Fenn lag an jenem Abend lange wach. Es war mit ihm so ganz anders geworden. Bisher hatte er in seiner ernsten Lebensführung und in dem geradlinigen Lossteuern auf eine fest umri...

10. Part 10

„Es war seine Schuld“ – war Puttys erster Gedanke, als er wieder zu sich kam. Er hatte wirklich nichts dafür gekonnt. Es war, als wäre er ein Spielzeug aus Hausenblase gewesen,...

11. Part 11

Wer da glaubt, daß sich auf dem Dorf die persönlichen Besonderheiten im Einerlei des Werktags verwischen, begeht einen schweren Irrtum. Nirgends sind die Typen so scharf und eck...

12. Part 12

Und sie? „Sie sieht ihm doch ähnlich!“ dachte Fenn, während er sie verstohlen betrachtete, wie sie, eine Wange in der hohlen Hand und den Ellenbogen aufgestützt, ihm schräg gege...

13. Part 13

Das Kaplanshaus lag am Flußufer und hatte einen hübschen Garten, in dem jetzt, Ende September, die Sonnenblumen ihre breiten Samentorten reifen ließen, die Äpfel die warme Farbe...

14. Part 14

Um dieselbe Zeit brachte ihm der Briefträger eines Tages ein wohlriechendes Kuvert mit einer Bristolkarte, auf der er las: „Herr und Frau Peppinger geben sich die Ehre, Seine Ho...

15. Part 15

„Was willst du, lieber Fenn, ich mache mir ja auch keine Illusionen. Ich weiß, ich habe von Politik keinen Dunst. Aber was soll man machen? Man sitzt ruhig daheim und denkt an n...

16. Part 16

Jetzt wußte sie, wo die Schatten in seinen Augenhöhlen herkamen. Und sie wußte auch, besser als er selber, daß sein Mühen vergebens war und vergebens bleiben würde. Sie wußte, w...

17. Part 17

Und nun sahen die Wiesinger, wie sich ihr Kaplan und Herr Theo Schütz drüben in die Ecke dicht zueinander setzten, wie der Herr Kaplan dem Freund leise etwas ins Ohr erzählte, w...

18. Part 18

„Mutter,“ sagte er eines Tages, „du kannst dir nicht denken, mit welch inniger Freude ich meine Arbeit tue. Hätte ich, wie es früher war, die Anlage für den Verein oder sonstwie...

19. Part 19

Im Laufe des Vormittags kam zu Fenn Kaß einer von den Brüdern Kamp, der ihm etwas sagen wollte. Erst konnte der Bursche nicht mit der Farbe heraus. Schließlich brachte er sein A...