Category: Novels

Lebenstag eines Menschenfreundes

Als die Menschenseele in Heinrich Pestalozzi erwacht, liegt sie in einer Stube am Hirschengraben, wo sich jenseits der alten Stadtmauer bis zu den neuen Bastionen am Zürichberg hinauf die Landhäuser der Reichen sonnen. Sie selber spürt nicht viel von dieser Sonne, sie haust mi...

Chapters

1. Part 1

Als die Menschenseele in Heinrich Pestalozzi erwacht, liegt sie in einer Stube am Hirschengraben, wo sich jenseits der alten Stadtmauer bis zu den neuen Bastionen am Zürichberg...

2. Part 2

Es ist kein großer Schaden; sie müssen den Tisch nachher in eine Wandecke stellen, damit er ihnen beim Abendbrot nicht umfällt; doch liegt die Stimmung des verschimpften Auszuge...

3. Part 3

Dazu kommt etwas Zufälliges, das freilich mit dieser Art, die Dinge zu empfinden, zusammenhängt, ihn völlig verzagt zu machen: Weil er im Examen der Erste gewesen ist, trifft es...

4. Part 4

Der in seiner gereizten Stimmung ist augenscheinlich froh, noch einen Zuhörer für seine zornigen Gedanken zu haben. Vielemal läuft er mit ihm disputierend am Wasser auf und ab,...

5. Part 5

Weinend kommt er in die Kirche; da vermag die kleine Halle nicht alle zu fassen, daß ihrer viele noch draußen horchen, wie der alte Pfarrer und Dekan seiner eigenen Frau die Lei...

6. Part 6

Es ist eine andere Luft als in der Gerwe zwischen den hitzigen Herren, von denen ihm jeder einzelne seine bürgerliche Zukunft mit einem Tintenstrich durchstreichen kann; er hält...

7. Part 7

Unerquicklich geht ihm der Sommer und der Herbst hin, indessen er noch immer hartnäckig an seiner Rechtswissenschaft mit dem Studium alter und neuer Gesetzschriften festhält. Er...

8. Part 8

Der Drang seines frühreifen Schicksals will, daß Heinrich Pestalozzi das Glück heimlicher Liebesstunden nur kosten, nicht genießen darf. Um die Kaufmannstochter aus dem Pflug he...

9. Part 9

Jeden Morgen steigt Heinrich Pestalozzi den steinichten Hügelweg hinauf, das Birrfeld wie ein Eroberer zu durchqueren; die Mutter hat ihm einen Rest des väterlichen Vermögens mi...

10. Part 10

Heinrich Pestalozzi kann nicht antworten, so widerlich ist ihm nun Art und Stimme des Mannes. Er tritt in den Graben und will ihn vorfahren lassen; der Märki aber hält sein Pfer...

11. Part 11

Eines Nachmittags muß er eine Bekannte seiner Frau zum Pfarrer nach Birr zurück begleiten, wo sie auf Besuch ist. Sie kommt aus Zürich und ist mit dem Aufwand der städtischen Mo...

12. Part 12

Heinrich Pestalozzi merkt lange den Zwiespalt nicht, an dem sein Glück scheitern muß. So überzeugend seine Zahlen auf dem Papier stehen, daß die Anstalt sich aus sich selber zu...

13. Part 13

Während Heinrich Pestalozzi noch zweifelnd erst seine Frau, dann wieder das Wunder ansieht, das aufrecht gewachsen und geraden Blickes da vor ihm steht, bittet sie schon wieder...

14. Part 14

Mitten in seinem Glück hört er schon wieder den Tod an die Tür klopfen, und an einem Julitag fährt er im Innersten bewegt nach Basel, Iselin, der ihm fast ein Vater war, zu begr...

15. Part 15

Es fällt ihm ein, wie er hier mit Anna umher gegangen ist, mehr sie den Leuten, als ihr die Dinge zeigend; und weil sie damals einen Ausflug nach Burgdorf und seinem ragenden Sc...

16. Part 16

Danach fühlt Heinrich Pestalozzi, wie alles in seinem Leben der Auflösung entgegengeht. Nach dem Winter in Richterswyl findet er sich nicht mehr in den Neuhof zurück; wohl hält...

17. Part 17

Als auch die Gewalt zu Aarau es mit einem Regierungsblatt versucht, den guten Willen und die Einsicht ihrer Machthaber in alle Köpfe zu predigen, ist Heinrich Pestalozzi der Man...

18. Part 18

Als danach alles still bleibt -- die Alarmnachrichten waren falsch, und auch der Schuß ist nur einem hitzigen Sennbuben losgegangen -- sitzt kaum noch die Hälfte seiner Kinder d...

19. Part 19

Darüber fallen auch die Blätter dieses Jahres und eines Tages im November, als der Regen schon eiselt, erfährt er, daß die Regierung ihn nicht nach Stans zurücklassen will. Er h...

20. Part 20

Heinrich Pestalozzi hat sich in dem nassen Schnee eine Erkältung geholt, die über Nacht fiebrig wird, sodaß ihn der Doktor Grimm für ein paar Tage zur Vergeltung ins Zimmer sper...

21. Part 21

Heinrich Pestalozzi lächelt fast hinterhaltig, als er Anna nicht lange danach den Johannes Niederer anbringt, der sein Pfarramt in Sennwald aufgegeben hat, um -- wie er sagt --...

22. Part 22

Weit in der Ferne tut es einen Schuß von einem verlorenen Donnerschlag, und über den Jura bläht sich ein Wölkchen grellweiß in den blauen Himmel. Daß es ein Gewitter würde und m...

23. Part 23

Heinrich Pestalozzi vermag keinen Geschmack an dieser Lebensversicherung zu finden, aber der gehobelte Sarg hat ihm das Herz bewegt, und als er draußen den Schmid trifft, wie er...

24. Part 24

Als aber Anna schon wieder in Ifferten ist und er noch immer geschwächt von seiner Krankheit daliegt, bleibt der mühsame Weg von dem Appenzeller Vogel bis zur Wortposaune der Le...

25. Part 25

Darüber wird es Pfingsten, und die Konfirmanden der Anstalt sollen durch Niederer in die Christengemeinschaft aufgenommen werden; um der besonderen Feierlichkeit willen sind auc...

26. Part 26

Hat ihm schon draußen der Gesang an sein tiefstes Leid gerührt, so reißt er ihn nun zu Tränen hin, daß er meint zu ersticken. Die Goetheschen Verse, die ihm schon in Lienhard un...