Category: Adventure

Durchs wilde Kurdistan

Wir kehrten von dem Besuche des Häuptlings der Badinankurden zurück. Als wir auf der letzten Höhe ankamen und das Thal der Teufelsanbeter überblicken konnten, bemerkten wir ganz in der Nähe des Hauses, welches dem Bey gehörte, einen ungeheuern Haufen von Reisholz, der von eine...

Chapters

1. Part 1

Wir kehrten von dem Besuche des Häuptlings der Badinankurden zurück. Als wir auf der letzten Höhe ankamen und das Thal der Teufelsanbeter überblicken konnten, bemerkten wir ganz...

2. Part 2

Die Fackeln und Lichter unter uns warfen einen Schein in die Höhe, der es uns unmöglich machte, die Sterne genau zu erkennen. Der Glanz aber, welcher von Zeit zu Zeit da drüben...

3. Part 3

»Nach Scheik Adi, zu den Unreinen und Unverschämten, die ihr töten wolltet. Jetzt sage ich zu euch das, was ihr vorhin zu diesen beiden Männern sagtet: Ihr seid meine Gefangenen!«

4. Part 4

Der Kol Agassi sprengte zurück, und sofort setzten sich die Infanteristen von Diarbekir in Bewegung. Der Oberst ging mit seinem Stab zur Seite. Sie marschierten an ihm vorüber....

5. Part 5

Ich stieg ab und folgte ihm auf den Felsen. Man konnte von hier aus alles deutlich sehen, das Heiligtum, das Haus des Bey, da unten die Batterie hinter der Verschanzung und die...

6. Part 6

Zwar hatte ich gesagt, daß der Weg nach dem Thale Idiz mir bekannt sei, aber ich war ja nicht von Scheik Adi, sondern von Baadri aus dorthin gekommen. Jedenfalls glaubte der Bey...

7. Part 7

Er erteilte noch einige Befehle und stieg dann nach der Batterie hinab. In der Zeit von zehn Minuten waren alle Dschesidi kampfbereit. Die Schützen lagen mit aufgenommenen Schie...

8. Part 8

Alljährlich besuchen wir den Leib des heiligen Daniel, welcher in Babylon in der Wüste ist. Unser Palast ist von Ebenholz und von Schittimholz und kann vom Feuer nicht beschädig...

9. Part 9

Im nächsten Augenblicke stand ich unten neben ihm im Flur. Ja, da lehnte er vor mir, beleuchtet vom Feuer des Herdes. Das war der hohe, graue Cylinderhut, der lange, dünne Kopf,...

10. Part 10

Er trat in das Haus. Ich wußte, was der brave Mann bezweckte. Er erriet, was wir vorhatten, und wollte mir auf alle Fälle nützlich sein. Ich ging nun schlafen und nahm den Windh...

11. Part 11

»Eine Kyzla?« fragte sie, und dabei klang ihre Stimme nicht mehr dumpf und hohl, sondern kreischend und überschnappend, als ob der rosige Mund der lieblichen Taube sich in einen...

12. Part 12

»Dieser Mann ist sehr arm. Der Sultan schuldet ihm seit elf Monaten sein Gehalt. Aus diesem Grunde hat er jedenfalls das bekannte System aller türkischen Beamten angewandt und d...

13. Part 13

»Deine Weisheit wird sie sehr bald zu lösen wissen. Ich will dir aufrichtig sagen, daß du einen Fehler begangen hast, und da du weder eine Lehre noch einen Rat von mir annehmen...

14. Part 14

»Nun, von diesen Früchten hat die Kranke gegessen; das habe ich an ihren Augen gesehen. Wer von ihnen genießt, dessen Augen werden größer; das merke dir! Und nun setze deinen Tu...

15. Part 15

Also wieder einen Angriff auf meinen Geldbeutel! Uebrigens war ich ganz vergnügt, den Agha als einen Moslem kennen zu lernen, dem zwar der Wein, nicht aber die Arznei verboten i...

16. Part 16

»Gut! Wenn es geht, werde ich dir noch diese Nacht Speise, Licht und Feuerzeug durch das Fenster bringen. Vielleicht können wir auch miteinander sprechen. Wenn es ohne Gefahr ge...

17. Part 17

Ich gab der Alten und dem Sergeanten je fünfzehn und den Arnauten je zehn Piaster, ein Trinkgeld, wie sie es wohl nicht erwartet hatten. Daher erschöpften sie sich in außerorden...

18. Part 18

Die beiden Lieutenants ergriffen mich, einer hüben und der andere drüben. Ich blieb stehen und lachte erst dem rechten und dann dem linken in das Angesicht; dann flogen sie, ein...

19. Part 19

Jetzt mußten die Reservepfeifen her. Während des Anzündens beobachtete ich den Kommandanten scharf. Das rote Licht der Laterne ließ mich sein Gesicht nicht genau erkennen, aber...

20. Part 20

Die Augen des Makredsch hafteten wütend auf dem Kommandanten, und die Angst um sein Geld stand ihm deutlich auf der Stirn geschrieben. Aber die Sorge für seine Freiheit war noch...

21. Part 21

»So gehest du nach derselben Gegend, nach welcher auch ich abreise, Herr. Mein Tier wartet meiner bereits vor dem Hause. Vielleicht sehen wir uns niemals wieder; dann nimm den S...

22. Part 22

»Das letztere kannst du nicht beschwören, das erstere aber möchte ich glauben um deinetwillen. Emir, du gehst mit zu mir, wo wir dann weiter über diese Sache reden werden. Ich w...

23. Part 23

»O doch! Dieses Geld gehörte weder dem Makredsch, denn er hat es jedenfalls nicht auf rechtliche Weise erworben, noch dem Mutesselim oder dem Agha. Aber es wäre auf alle Fälle v...

24. Part 24

Wieder verhandelte er. Es dauerte etwas länger als vorher, und es schien mir, als ob sie uns mit Absicht hinhalten wollten, bis es zu dunkel zum Weiterreiten geworden sei. Endli...

25. Part 25

»Ich will nicht grausam sein, sondern dir versprechen, daß dieser Mann nicht in dieser unbequemen Lage bleiben soll. Ich werde ihn mit herunter in die Stube nehmen. Aber jeder A...

26. Part 26

Schnell waren wir auch von unseren Tieren und thaten dasselbe. Einen Augenblick nach ihren Schüssen -- nur ich schoß noch nicht -- krachten auch die unserigen, welche zeigten, d...

27. Part 27

Diese Kunde erregte die allergrößte Ueberraschung bei dem Bey. Er teilte die Neuigkeit sofort den Seinigen mit, von denen sie mit demselben Erstaunen aufgenommen wurde. Ich mußt...

28. Part 28

Er hatte richtig vermutet. Es knackte in dem nahen Unterholze, und ein schwarzer Bär erschien. Es war kein Goliath; ein guter Schuß mußte ihn töten. Bei unserm Anblick blieb er...

29. Part 29

»Höre mich ruhig an! Wir sind keine gewöhnlichen Krieger, sondern Emire, denen man Achtung schuldig ist, selbst wenn sie in Gefangenschaft geraten. Ihr aber habt uns beraubt und...

30. Part 30

»Hast du nicht gestern in Gumri von euch erzählt? Wir haben einen Freund dort, der uns alles berichtet. Darum wußten wir auch von der heutigen Jagd, und daß du dabei sein würdes...

31. Part 31

»Er wird dennoch bei mir bleiben, denn ich gebe dir mein Wort, daß er nicht entfliehen wird. Und dieses Wort ist sicherer als die Mauern, zwischen denen du ihn einschließen will...

32. Part 32

»Nedschir-Bey, du bist ein sehr spaßhafter Mann; ich aber bin sehr ernst gestimmt. Sei in Zukunft höflich gegen uns, sonst wird es sich zeigen, wer den andern vom Pferde schlägt!«

33. Part 33

»Nun wohl, ich will nachgiebiger sein, als ihr es verdient. Eilt dem Feinde entgegen und nehmt eine Stellung, an welcher er nicht vorüber kann. Die Kurden werden nicht angreifen...

34. Part 34

»Wenn du in die Dschehennah zu deinen Vätern kommst, so bedanke dich bei ihnen dafür, daß sie dich zu einem so höflichen Mann gemacht haben. Nur bei den Negern und Adschani[145]...

35. Part 35

Das Gespräch war zu Ende, aber die duftende Petersilie kam herbeigekrochen, ließ sich in der unmittelbaren Nähe meiner armen Nase häuslich nieder und nahm dann den von mir versc...

36. Part 36

Ein lautes Bellen und ein menschlicher Ruf war zu vernehmen; dann sauste der Hund durch den Eingang herein, riß die brave »Petersilie« über den Haufen und stürzte sich, vor Freu...

37. Part 37

Als ich wieder an die Höhle kam, bückte ich mich nieder, um nach dem Lichte zu fühlen -- es war weggenommen worden. Ich hegte die Ueberzeugung, daß der Geist sich ganz nahe, vie...

38. Part 38

Als wir aus dem Hause traten, war die ganze Bevölkerung Lizans vor demselben versammelt; doch herrschte trotz der vielen Menschen eine tiefe Stille. Man sah bei dem Scheine der...

39. Part 39

Da sah ich von unten herauf zwei weibliche Gestalten langsam nahen. Ich legte die Hand wie einen Schirm über die Augen und erkannte Ingdscha mit der holden »Petersilie«. Die alt...

40. Part 40