German fiction -- 20th century

Liebe ist ewig

Jutta mußte ihrem Bruder Eberhard wieder einmal bei seinen Experimenten helfen. Das Zimmer glich einem Naturalienkabinett. Auf Schränken standen ausgestopfte Vögel, auf Tischen und Kommoden erblickte man Steine, Erze, Gläser mit Spirituspräparaten, an den Wänden hingen Kästen,...

Chapters

1. Part 1

Jutta mußte ihrem Bruder Eberhard wieder einmal bei seinen Experimenten helfen. Das Zimmer glich einem Naturalienkabinett. Auf Schränken standen ausgestopfte Vögel, auf Tischen...

2. Part 2

Er warf sich in seinen Sorgenstuhl zurück. Während sein Blick den Rauchwölkchen folgte, die sein Mund formte, suchte der Maler sich ein Bild vor das innere Auge zu stellen von d...

3. Part 3

Über keine Schülerin wurde von den anderen soviel gesprochen wie über Jutta Reimers, und keine machte sich so wenig aus dem Klatsch der Klasse wie sie. Man hegte allerhand Vermu...

4. Part 4

Bald nachdem das Begräbnis des Oberstleutnants a. D. von Weischach stattgefunden hatte, fand sich in den gelesensten Blättern Münchens ein Inserat, wonach sein künstlerischer Na...

5. Part 5

Es fand die Première einer beliebten Berliner Schwankfirma statt. Auch Eberhards Angebetete hatte zu spielen. Er versäumte es jedoch, sich rechtzeitig einen Platz zu sichern und...

6. Part 6

In der nächsten Zeit wartete er voll Ungeduld, daß der Vater sich äußern solle, welchen Eindruck er von dem Mädchen empfangen habe. Das Schweigen seines alten Herrn über diesen...

7. Part 7

Herr Reimers unterschätzte den Ernst der Neigung, welche seine Tochter für Lieschen empfand. Jutta hatte bisher eine wirklich intime Freundin nicht besessen; in ihrem Leben hatt...

8. Part 8

Von Lieschen Blümer hatte sie mehr als einen Brief aus Paris erhalten. Es war Lieschens aufopfernder Fürsorge gelungen, ihren dort zum Tode erkrankten Freund gesund zu pflegen....

9. Part 9

Eberhard verkehrte in einem kleinen Kreise von Medizinern, die sich in zwangloser Weise des Abends am Biertisch trafen. Die Altersgenossen fühlten schnell heraus, daß der junge...

10. Part 10

Von den Eltern Weßleben wurde der Freund des Sohnes gern gesehen. Der alte Herr vermutete zwar, daß Eberhards Weltanschauung von der seinen sehr bedeutend abweiche. In der Unter...

11. Part 11

»Aber wenn Sie sich einbilden, etwas erreicht zu haben bei der Pinselei da, dann täuschen Sie sich!« fuhr er fort. »Schade um die Arbeit! Schade um die viele Farbe! Wahrscheinli...

12. Part 12

Und von Bruno hatte sie Schutz erwartet! Um dieses Schutzes willen hatte sie die Stellung einer verheirateten Frau ersehnt. Schöner Schutz! Bruno sah ja überhaupt garnicht die G...

13. Part 13

Lieschen Blümer erkundigte sich oftmals nach Juttas Malerei. Sie fand es unrecht, daß das junge Mädchen ihre Arbeit aufgegeben habe. Fleißig und ausdauernd, wie sie selbst war,...

14. Part 14

Über ihr schlechtes Befinden sprach Lieschen nicht gern, nannte es »Schwäche«, die bald vorübergehen werde. Selbst Jutta erfuhr nicht, daß es ein Rückfall sei in ein schweres, i...

15. Part 15

»Na, wollen mal sehen!« rief Eberhard in zuversichtlichem Tone. »Ich bin schon manchmal mit meiner kleinen Schwester fertig geworden, wenn alle anderen verzweifelten. Sie ist do...

16. Part 16

Freie Wahl aus Neigung, das gab die beste Garantie für das Liebesglück der Lebenden und damit für das Gedeihen zukünftiger Generationen. War er nicht drauf und dran, diesen Grun...

17. Part 17

Jutta, die anfangs eine ziemlich große Leinewand auf der Staffelei hatte, stellte das angefangene Bild bei seite und fing mit einem Male an, eine ganze Anzahl kleiner Bilder in...

18. Part 18

»Meine liebe Jutta. Du wirst mir zürnen, daß ich Dir noch nicht geantwortet habe. Im Herzen habe ich es wie oft schon gethan! Ich bin überhaupt so viel bei Dir mit meinen Gedank...

19. Part 19

Eine gab es, die wohl etwas ahnen mochte. Lieschen wußte um ihr Geheimnis. Lieschen hatte ihn zu ihr geschickt. Lieschen verdankte sie diesen Tag mit Xaver. O, wie sie der Freun...

20. Part 20

»Er weiß garnicht, wie krank ich bin!« sagte sie und schob sich auf ihrem Lager näher an Jutta heran. »Liebe, willst du dort den Vorhang herunterlassen! Du sollst mal sehen, wie...

21. Part 21

Jutta wollte um keinen Preis der Welt hier bleiben. Der Gedanke, ihm mitteilen zu müssen, was sich ereignet, zu erleben, wie er beten und weinen würde, wie er an der Leiche nied...

22. Part 22

Xaver war der Liebling seiner Mutter; kein Wunder, denn sein Bestes besaß er von ihr. Nie hatte diese schlichte, derbe Bauernfrau mit hoher Kunst etwas zu thun gehabt, aber doch...

23. Part 23

Eberhard war kein Neuling in der Liebe, als er in die Ehe trat. Aber die Abenteuer seiner Jünglingszeit waren für ihn längst zu anderen, abgestreiften Hüllen herabgesunken. Tief...

24. Part 24

Mit erstaunlichem Anpassungsvermögen fand sich die Alte, die ihr ganzes Leben in einem kleinen Gebirgsdorfe zugebracht hatte, in die städtischen Verhältnisse. Ihrer äußeren Ersc...