Category: Novels

Herr, mach' uns frei!

Der zur Rüste gehende Julitag hatte alle vorangegangenen Tage, so heiß sie auch gewesen waren, übertroffen. Vom frühen Morgen ab hatte die Sonne von dem wolkenlosen Himmel auf die Erde herabgeschienen. Nun ging aber ihre Herrschaft zu Ende, denn der glühende Ball näherte sich...

Chapters

1. Part 1

Der zur Rüste gehende Julitag hatte alle vorangegangenen Tage, so heiß sie auch gewesen waren, übertroffen. Vom frühen Morgen ab hatte die Sonne von dem wolkenlosen Himmel auf d...

2. Part 2

Ich war ein rechter Wildfang, immer zu tollen Streichen aufgelegt, furchtlos und ohne Ruhe. Aber wenn es Abend wurde, und der Vater sich zum Erzählen anschickte, dann konnte ich...

3. Part 3

Drei Monate später fand auf dem Freihofe Hochzeit statt. Die Wunde, die der Tod des Freiherrn geschlagen, war noch zu frisch, daß man laut gejubelt hätte. Aber es war doch ein E...

4. Part 4

Der aber, dem diese Beteuerung galt, verlor auch noch den letzten Rest von Beherrschung. Er lachte, daß ihm die Tränen über die Wangen liefen und machte mit der Hand eine abwehr...

5. Part 5

Auf dem Nachhausewege grübelte ich über diejenigen Stunden des heutigen Abends nach, deren Verlauf mir dunkel war. Aber keine Erleuchtung wollte mir kommen, und ich tröstete mic...

6. Part 6

Der Kaiser hatte schon seit länger als einem Jahre mit den Vorbereitungen für diesen Krieg im Geheimen begonnen. Wie er nie aufgehört hatte, Preußen zu mißtrauen, sah er dem Zus...

7. Part 7

Blitzschnell erwog er, wie er jetzt am richtigsten zu handeln habe, um die, beide beklemmende Situation zu beenden. Den Rücken wenden und hinausgehen, das konnte er nicht, denn...

8. Part 8

Warum, so fragte er sich heute wohl zum hundertsten Male, läßt man die Lebenden entgelten, was die Toten versündigt haben. Dann stürmten wieder bittere Vorwürfe auf ihn ein, und...

9. Part 9

»Von einem unserer Familie wurde damals das böse Wort gesprochen, deshalb muß auch von uns aus das erste versöhnliche Wort fallen. Mein Großvater hat dereinst in unbegreiflicher...

10. Part 10

Wie friedlich war’s dagegen doch in Dresden! Dort gab es kein Lärmen, aufhetzendes Gerede oder Fäusteballen. Und tat dies doch einmal einer, so verschwand er, wie es sich geziem...

11. Part 11

Soeben war sie wieder in kurzer Entfernung vor den Herren vorbeigejagt und hatte ihnen ein Scherzwort herüber gerufen, als Maxens Pferd plötzlich vor einer auffliegenden Krähe s...

12. Part 12

Max hatte es in den letzten Wochen vermieden, das Schulhaus zu betreten. Seine Gegenwart daselbst war jetzt auch nicht mehr erforderlich wie in den ersten Tagen, als man die Kra...

13. Part 13

Nach diesem erfuhr er, daß der erst vor kurzem gekaufte, junge Zuchtstier sich gestern von der Kette losgemacht habe und auf den gerade mit einem Bund Heu in den Stall eintreten...

14. Part 14

»Gebt her die Uhr. Den Beutel behaltet für Euern Ritt, denn auf diesem Gaule werdet Ihr wohl kaum wieder zum Dorfe hinauskommen. Sattelt ab und laßt Euch zu essen geben.«

15. Part 15

Da überfiel das tapfere Mädchen eine große Bangigkeit. Und mit einem Male überkam sie die Bedeutung für den Schritt, den sie zu tun beabsichtigte. Aber nur eine einzige Sekunde...

16. Part 16

Freut Euch, Ihr guten Geister, die Ihr auf dem Freihof und auf dem Weißen Schlosse allnächtlich Euer Wesen treibt! Kommt hervor aus den dunkeln Winkeln und Ecken, steigt herab v...

17. Part 17

Wie bei Elisabeth war die Freihoferin von dem Krankenbette nicht gewichen, und in den letzten lichten Stunden des Verstorbenen hatten sich die beiden alten Menschen gefunden, un...

18. Part 18

Großgörschen hatte ihre Sehergabe als untrüglich anerkannt, und Bautzen hatte sie glänzend bestätigt. Dazwischen passierte allerdings Großbeeren, aber dort war ja der Kaiser nic...

19. Part 19

Und so war es aus all diesen Gründen nicht verwunderlich, daß das Gerücht immer mehr Wahrscheinlichkeit gewann, auf dem Oberhof stehe es schlecht, und der Bauer sei bis über die...

20. Part 20

Die Macht des Unwetters hatte ihren Höhepunkt erreicht. Der Sturm schüttelte und riß mit tausend Händen an allem, was sich ihm entgegenstellte, und wie Keulenschläge fielen sein...

21. Part 21

»Du hast Dir jedenfalls ein Metier erwählt, das für Dich paßt,« antwortete der Fuhrmann, ohne des Schafhirten Frage zu beachten. »Für mich wäre es aber nichts, denn mich würde s...

22. Part 22

»Franziska!« rufe ich, »Fränzchen, mein liebes Fränzchen, ich bin wieder da -- --!« klingt mein angstvoller Ruf aus dem plötzlich bebenden Munde. -- Nichts rührt sich, niemand a...

23. Part 23

Wir hatten unterdessen unsere Arbeit getan. Ausruhend standen wir nun auf einem Hügel seitwärts des in rauchenden Trümmern liegenden Dorfes und wischten mit den Fingern das trop...

24. Part 24

Max stand lautlos und hielt den Blick unverrückt auf Maria gerichtet, um die Erinnerung an dieses wunderbare Bild seinem Herzen tief einzuprägen. Mehrere Sekunden blieben seine...

25. Part 25

Keiner der Anwesenden konnte sich entsinnen, Mutter Lehnhardt jemals anders als in einem selbstgefertigten Rock von grobem Stoff und der üblichen Jacke einfacher Dorfleute geseh...

26. Part 26

Max ließ sich auf den Stuhl niederfallen, beugte den Oberkörper, beide Ellbogen auf die Knie stützend, vornüber und in einem Traumzustand versinkend, behielt er die Augen unverw...

27. Part 27

»Mein teurer Sohn,« sprach sie mit wiedergewonnener Fassung, während ihre Augen aber in rührender Bangigkeit auf ihm ruhten, »noch einmal: Ziehe dahin! Aber laß Dein Herz nicht...

28. Part 28

Jahrhunderte hatte der Bau ins Land ziehen sehen. Lieblicher Sonnenschein hatte ihn unzähligemale umschmeichelt, brausende Naturgewalten drohend umbrandet. Zeiten segensreichen...