Category: Novels

Familiensklaven

Kandidat Fröhlich erlebte heute eine unangenehme Ueberraschung, die ihm gleich um zehn Uhr zu teil wurde, als er pünktlich wie immer im Hause Roderich erschienen war, um den täglichen Unterricht bei seinem elfjährigen Zögling mit erneuertem Feuer zu beginnen. »Fräulein« war pl...

Chapters

1. Part 1

Kandidat Fröhlich erlebte heute eine unangenehme Ueberraschung, die ihm gleich um zehn Uhr zu teil wurde, als er pünktlich wie immer im Hause Roderich erschienen war, um den täg...

2. Part 2

Plötzlich trat der, von dem sie sprachen, etwas unsanft aus dem Schulzimmer herein, und ganz in der Art eines Menschen, der den Verblüfften spielt, sagte er mit steifer Verbeugu...

3. Part 3

In diesem Augenblick, wo Fröhlich ganz gegen seine Gewohnheit schon zu heftigen Worten greifen wollte, kam ihm von unerwarteter Seite Beistand. Walter hatte während dieser ganze...

4. Part 4

Seitdem die »stolze Kornelia«, wie sie ohne jeden Grund von mißgünstigen Freunden und abgefallenen Verehrern genannt wurde, im vorigen Jahre ihren zweiundzwanzigsten Geburtstag...

5. Part 5

Trotzdem Fröhlich die Empfindung hatte, zwischen zwei Feuern zu sitzen, vermochte er auch diesmal nicht, ein kurzes Nicken zu unterdrücken, wobei er in Verlegenheit immer noch a...

6. Part 6

Endlich war er gesättigt und drückte an dem Knopf der elektrischen Klingel, der über der Tafel hing. Emil kam wieder und brachte auf einem silbernen Tablett den Mokka in einem k...

7. Part 7

»Aber das ist doch selbstverständlich,« fiel ihm Roderich ins Wort. »Die Sache ist erledigt.« Dann, als er mit Fröhlich wieder allein war, der ihn noch zurückgehalten hatte, fuh...

8. Part 8

Kandidat Fröhlich war alles Blut nach dem Herzen gedrungen, und fast war es ihm, als stände es lange still. Zwei Gewalten kämpften in ihm: Die Eifersucht mit der Scham -- nicht...

9. Part 9

Der Schläfer am Ofen hatte sich geregt, und so war Kornelia ängstlich darauf aufmerksam geworden. Zugleich schien es ihr aber auch, als wenn der muntere Zeitungsleser am Fenster...

10. Part 10

»Das gnädige Fräulein und Sie können ganz beruhigt sein,« sagte Fröhlich, nachdem sich Frank bereits erhoben hatte. »Ich habe weder etwas gesehen, noch gehört. -- Sie werden mic...

11. Part 11

»Gewiß, gnädige Frau, das tu ich immer.« Sie fühlte, wie ihr ganzer Körper erschüttert war unter dieser Schwere unverdienter Vorwürfe. Aber sie bezwang sich und unterdrückte all...

12. Part 12

»Vielleicht sind Sie so gut und bringen mir das Billet morgen früh gleich hier herein. Uebrigens -- Sie gehen gewiß auch gern einmal ins Opernhaus auf einen guten Platz. Bei uns...

13. Part 13

»Sie brauchen durchaus nicht in Angst zu schweben,« ermunterte sie ihn, »weil mein Mann neulich dazwischenkam. Er ist sehr dafür, daß wir die musikalische Unterhaltung wieder au...

14. Part 14

Emil kam durch die offene Tür hereingeschlichen, umfaßte sie und legte die Hand auf ihren Mund. »Machen Sie die Futterluke zu, es zieht ... Ich will mein Diner haben, mein Diner...

15. Part 15

»Nach oben? Die Felle können doch nicht auf dem Tisch ausgebürstet werden, das sollten Sie doch schon wissen, Fräulein. Man klopft sie unten regelrecht aus, Emma kann sie runter...

16. Part 16

Unten warteten bereits die Eltern auf sie. Agathe war im großen Staat, in blaßblauem Seidenrock mit echten weißen Spitzen, den sie so an den Körper gestrafft hatte, daß der Bank...

17. Part 17

Leutnant Frank fand seine Schwester dort, wo sie ihn erwarten wollte: am Fischotterbecken. Er tat so, als wäre sie eine Dame, die er soeben erst verlassen habe und zwang sie zum...

18. Part 18

Leutnant Frank kam und machte seinen Besuch, um sich bei Roderich nochmals für die rasche Erledigung der Angelegenheit zu bedanken, eigentlich aber war es ihm darum zu tun, sich...