Category: Novels

Wilhelm Hauffs sämtliche Werke in sechs Bänden. Bd. 5

Ueber Freilingen lag eine kalte, stürmische Novembernacht; der Wind rumorte durch die Straßen, als sei er allein hier Herr und Meister, und eine löbliche Polizeiinspektion habe nichts über den Straßenlärm zu sagen. Dicke Tropfen schlugen an die Jalousien und mahnten die Freili...

Chapters

9. Part 9

Seinen Entschluß, den alten Brktzwisl um die Krankheit seines Herrn zu fragen, hatte der Hofrat noch immer nicht ausrichten können; je näher er den jungen Mann kennen lernte, je...

13. Part 13

»Warte, ich will dich schon aufmerken lehren,« dachte die Aarstein, der die Zerstreuung des jungen Mannes nicht entgangen war. »In _einer_ Hinsicht ist es gut, daß das Fräulein...

17. Part 17

Des Mädchens tränenschwere Miene, die seit einiger Zeit sie selten verließ, heiterte sich unwillkürlich auf, als sie sich von einem so tiefen Kenner, als welcher der alte Herr s...

8. Part 8

Ja, weiß Gott! Seine Zimmer waren noch hell erleuchtet, die Gardinen waren herabgelassen, aber deutlich konnte sie den Schatten eines an den Fenstern Auf- und Abwandelnden erspä...

15. Part 15

Sein erstes war immer, daß er sich mit seinem Stuhl neben sie drängte und dann so bekannt und vertraut tat, als wären sie Zeltkameraden, er half ihr Tee einschenken, Arrak und M...

14. Part 14

»Sehr viel, sehr viel!« preßte Emil heraus, es war ihm, als schnürte ihm etwas die Kehle zusammen, als ob eine eiskalte Hand ihm in die Brust führe und das warme, liebeglühende...

18. Part 18

Einige aber, die feinere Nasen hatten als die übrigen, legten die Finger daran und klügelten hin und her, was dies alles zu bedeuten habe; denn man wußte so ziemlich allgemein,...

4. Part 4

»Wie Sie nur so bös sein können, Berner!« klagte das verschämte Mädchen. »Wahrhaftig, ich habe bis auf diesen Augenblick gar nicht gewußt, daß er nur im Mond logiert: und daß ic...

24. Part 24

So war ich denn durch mein günstiges Geschick in kurzem dahin gelangt, wohin ich mich so lange gesehnt hatte. Jetzt hatte ich nicht mehr nötig, die Leute und ihren Geschmack in...

3. Part 3

»Ja, Frau Gevatterin,« unterbrach eine dritte, »und die handbreiten Brüsseler Kanten, der Amethystschmuck, mit welchem man meinen Torweg pflastern könnte -- von der Fürstin Roma...

11. Part 11

»Leider, Gott erbarm's!« seufzte und knurrte der alte Kater-Murr-Berner mit komischem Pathos, »leider heißt es bei mir: ~ne ultra crepidam~;[1] ich darf nichts sehen als die hüb...

12. Part 12

»Mein Mädchen, meine Ida!« flüsterte Martiniz und zog sie zu sich herab in seine Arme, er nannte sie mit den süßesten Schmeichelnamen. »O, laß mir noch _einen_ Glauben, noch _ei...

6. Part 6

»Herzensjunge! Liebes, bestes Gräfchen! Söhnchen! Goldpoläckchen!« alle Schmeichelnamen hätte der Hofrat ausschreien, den trefflichen Redner an sein Herz reißen und mit väterlic...

25. Part 25

»Gott straf' mich, Ihr habt nicht unrecht!« unterbrach ihn der liebende Soldat. »In den goldenen Hahn kommt sie doch nicht, also muß ich sie anderen Ortes aufsuchen. Aber Ihr ke...

5. Part 5

Verschämt, wie wenn der Hofrat durch die glänzenden Augen hinabschauen könnte auf den spiegelklaren Grund ihrer Seele, wo die Gedanken sich insgeheim drängten und trieben, spran...

26. Part 26

»Ach! das ist gerade mein Jammer; sie hat mich lieb, wir haben es vergangenen Sonntag auf dem Tanzboden einander gestanden. Wenn ich wollte, sie liefe mit mir davon, denn sie ma...

1. Part 1

Ueber Freilingen lag eine kalte, stürmische Novembernacht; der Wind rumorte durch die Straßen, als sei er allein hier Herr und Meister, und eine löbliche Polizeiinspektion habe...

2. Part 2

»Nicht doch,« fiel sie ein, »wie mögen Sie nur diesem interessanten Gesicht einen so gemeinen Kummer andichten. Sieht er nicht nobler aus als alle unsere Assessoren, Leutnants u...

16. Part 16

»Das ist freilich stark,« hatte Ladenstein gesagt, nachdem er gelesen, »kennst du die Handschrift?« -- »Von wem soll es sein als von ihr, die mich um mein Lebensglück betrogen?...

19. Part 19

Jetzt rasselte es wieder die Straße herauf. Ein Wagen, noch glänzender, geschmackvoller als der erste; er gehörte zu der neuen Remise des Grafen und war heute von Blauenstein he...

10. Part 10

War es dem Präsidenten ordentlich wohl, so war es dem Hofrat außerordentlich selig zumut, als er vollends die Treppe hinanstieg, als er näher und näher an Idas Zimmer kam, als i...

20. Part 20

Da war eines Tages in den Buchläden ausgehängt: »Mimili, eine Schweizergeschichte.« Man las, man staunte. Siehe da, eine neue Manier, zu erzählen, _so angenehm_, _so natürlich_,...

23. Part 23

»Letzteren Artikel führen wir gar nicht,« antwortete er wegwerfend; »nein -- es ist Jean Paul.« -- »Wie!« rief ich mit Schrecken, »ein Mann, der für die Unsterblichkeit geschrie...

27. Part 27

»Monsieur Off,« fuhren Sie fort, denn mein Name war Ihnen nicht geläufig, »Sie haben viel geschrieben, solange Sie auf Nr. 15 im Hotel de Flandre waren. Doktor K., Ihr Landsmann...

7. Part 7

Von Anfang ließ sich die Sorben diese rasche Bewegung gefallen, obgleich ihr, da sie bei ungemeiner Korpulenz bis zum Ersticken geschnürt war, der Walzer nicht sehr behagte, abe...

21. Part 21

»Ei, da ist noch ein großer Unterschied! Sehet, das versteht Ihr nicht recht. In den Kochbüchern wird nur beschrieben, wie etwas gekocht wird, aber ganz anders im Vergißmeinnich...

22. Part 22

Gehen wir aber in Betrachtung, wie es dem Mondmanne auf der Erde erging, weiter, so stoßen wir auf einen ganz sonderbaren Vorfall. Als dieses Buch, dem neben der Weise und Sprac...

28. Part 28

Entweder kommt dieser Brief vor Deiner Hochzeit zu Dir, oder er kommt gerade recht dazu oder nachher. In beiden ersten Fällen begünstigt mich der Zufall, im letztern wirst Du au...