Category: Novels

Morphium: Novellen

In einer Ecke des städtischen Kirchhofes war großer Kehraus. Zusammengethürmt lagen dort welke Kränze und Palmen, alle gleichmäßig graubraun, als wären sie nie bunt und farbenprächtig gewesen. Hie und da sah das schmutzige Ende einer Atlasschleife oder eine schwarz gewordene G...

Chapters

1. Part 1

In einer Ecke des städtischen Kirchhofes war großer Kehraus. Zusammengethürmt lagen dort welke Kränze und Palmen, alle gleichmäßig graubraun, als wären sie nie bunt und farbenpr...

2. Part 2

Er bot ihr den Arm, und sie nahm ihn unbefangen an. Er bemerkte in diesem Augenblicke, daß sie elegant gekleidet war. Ihre Anmuth und Grazie berührten ihn sympathisch, aber es l...

3. Part 3

Er legte zwei abgestempelte Recepte vor sie hin. »Da sehen Sie, das sind zwei echte Recepte von zweien unserer ersten Chirurgen. Das eine lautet auf eine fünf- das andere auf ei...

4. Part 4

An der Thür der Klinik empfing der Professor selbst den Kranken-Transport. Er war im Begriffe, in einen wissenschaftlichen Verein zu gehen, wo er einen Vortrag über medicinische...

5. Part 5

Noch eine durchaus salonmäßige Verbeugung, die der Professor ziemlich ungeschickt erwiederte. Er war es gewöhnt, seine Assistenten durch einen Händedruck oder ein oberflächliche...

6. Part 6

»Es ist nichts vorgefallen, was gestern und vorgestern, vor Wochen und vor Jahren nicht auch schon gewesen wäre,« beharrte sie. »Turnau war selbst Morphinist, er verstand meinen...

7. Part 7

Sie erinnerte sich genau, daß ein junger Arzt damals mit einem Photographen nach der Anatomie gegangen war, um den Kopf der Todten, nachdem das Gesicht bis auf Unterkiefer und Z...

8. Part 8

»Uebrigens ist es eine wahre Ehrenrettung für die Behörden, die diesen Fall bedauerlicher Weise übersehen haben, daß die Person wenigstens nicht verhungert ist. Man fand Reste v...

9. Part 9

Tod und Leben, Welt und Kirche, das waren die Gegensätze, die ihn auf ewig von ihr schieden. Sie aber war mit keinem Wort, mit keiner Miene, wahrscheinlich mit keinem Gedanken s...

10. Part 10

»Sie hat eigenthümliche Neigungen und hält sich von ihren Altersgenossinnen fern. Wir Geschwister stehen jetzt allein in der Welt; ich werde wohl genöthigt sein, eine geeignete...

11. Part 11

Cäcilie achtete die Gottheit, soweit ihr deren Cultus vernünftig und zweckmäßig erschien. Sie achtete auch den Mann, wenn sie ihn streben, arbeiten, nützen sah, aber sie dachte...

12. Part 12

Mechanisch griff er noch einmal nach dem Zeitungsblatt, das die Notiz über Cäcilie enthielt. Ihr ging es also gut, nach deutschen Begriffen vielleicht glänzend und er -- er woll...