Category: Novels

Der Schandfleck

Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1920 so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht mehr verwendete Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original unverändert; fremdsp...

Chapters

1. Part 1

Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1920 so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnlic...

2. Part 2

Als sie der Stelle zulenkten, wo der „Wasser-Graben“ in den ihren einmündet, da rasselte ein anderes Fuhrwerk daher und sie wurden angerufen: „Liebe Leuteln, haltet ein wenig au...

3. Part 3

Der Knecht kraute sich verlegen hinter dem Ohr. Ihn dauerte nur die Mühle, der Florian wird einen raren Dienstherrn abgeben! Vergangenes Jahr noch hat ihn jeder verlumpt den lie...

4. Part 4

„Ich muß Ihm bemerken, Müller, daß diese Seine Äußerung lediglich nur von einer Wirkung auf die anwesenden Zeugen ist und bleibt, daß ich aber gleichwohl voraussetze, daß Er sch...

5. Part 5

Nur einen Freund hatte die kleine Leni noch am Hofe, dem sie sich rückhaltslos anvertrauen konnte, der alles so ernst oder so lustig aufnahm, wie sie es selbst meinte, und das w...

6. Part 6

Die sonntägliche Christenlehre bestand darin, daß nachmittags, geraume Zeit vor dem Segen, der Pfarrer die Kanzel bestieg und durch einen kleinen Vortrag die Leute über Gebräuch...

7. Part 7

„Das ist recht und dabei verbleib! Und merk dir auch, zu solch rechtschaffenem Vornehmen paßt kein voreilig hastig Wesen, da darf keine darauf aus sein, nur versorgt und eigene...

8. Part 8

Also das ist Liebe, was sie nun empfindet! Viel wissen die Leute darüber zu reden, aber keines weiß es auszusagen, wie das ist! -- -- Jetzt geht er dort durch das Wäldchen -- nu...

9. Part 9

Sie legte ihre Hand mit einem leisen Druck auf die Linke ihres Mannes. „Du, Alter,“ sagte sie, „nimm es ihm nicht übel, aber das vom Schulkameraden war doch nur geflunkert. Und...

10. Part 10

Die Müllerin verließ kopfschüttelnd die Stube, sie wollte nach ihrem Sohne sehen, den Burschen aber hatte dasselbe Gefühl, von dem sie jetzt befallen wurde, nicht mehr an Ort un...

11. Part 11

Als sie damit fertig war, ging sie eilig nach der Küche, dort stand sie, hielt ihr Fürtuch an das Gesicht und sah mit unterdrücktem Weinen durch die halboffene Türe nach der dra...

12. Part 12

Die Vögel sangen nicht, sie lärmten so aufdringlich laut, und grell schlug das Sonnenlicht durch die fächelnden Blätter an den oberen Zweigen der Büsche und an den Kronen der Bä...

13. Part 13

„Du haltest unter, ich schöpf’,“ wiederholte die Kleine mit zusammengezogenen Brauen und kneipte Magdalene in den Arm, daß diese mit einem Aufschrei lachend den Schwengel fahren...

14. Part 14

Als sich Magdalene alles zurecht gestellt und gelegt, saß sie beim flackernden Kerzenlichte und sann. Es war der erste Brief, den sie in ihrem Leben selbständig zu schreiben hat...

15. Part 15

„Das mein’ ich auch. Von dir aber hätt’ ich nit geglaubt, daß du auf ein’ ersten Anschein was gäbst, noch dich einmischen würd’st, wo zum Vertrag’n und Zertrag’n allzeit zwei al...

16. Part 16

Das Geknarre einer Lade, die Burgerl aus dem Schrank zog, um ihren „Kirchtag“ aufzuheben, schreckte sie auf und sie sagte lächelnd: „Laß offen, ich leg’ das Meine auch gleich da...

17. Part 17

„Ihre Reu’ hat mir schier wehgetan,“ murmelte er. „Es ist doch ein eigenes herzverschnürend’ Wesen um so ein Sterbendes, wie bald und es soll nimmer sein; da möcht’ man voreh’ n...

18. Part 18

Der Kampf war ohne Übereinkommen aufgenommen und wurde auch ohne alle Regeln geführt, in der ersten blinden Erbitterung hielten sich die beiden Gegner vollkommen die Wage, aber...

19. Part 19

„Na, und mir wär’ hitzt kein kleiner drauf, wann ich anders g’red’t hätt’, als ich’s mein’,“ lachte der Bauer. „Aber demselben setz’ ich mich nit aus, das wär’, als trät’ mer in...

20. Part 20

„Aber ich. Zwei Stunden, rechn’ ich g’ring, erspart uns der. Nimm mich mit, ich lenk’ dir dein Zeugl. Es verinteressiert mich eh’ kein klein wenig, die Dirn’ z’ sehen. Nimmst mi...

21. Part 21

Jene, die im kritischen Augenblicke den Löffel aus der Hand legen und Schürze oder Ärmel, unter dem plausiblen Vorwande des Mundabwischens, vor das Gesicht bringen konnten, schä...

22. Part 22

„Marschier’, falsche Katz’,“ sagte er und hob sie von seinem Schoß und schritt durch die Stube ans offene Fenster. „Dö ganz Ahnl -- Gott tröst’s -- sie dürft’ ihr’s abg’lernt ha...

23. Part 23

Er aber hielt sie an der dargereichten Hand zurück, zog sie an sich und seine Lippen suchten die ihren. „B’hüt Gott, Lenerl, mein.“ Noch rief er ihr nach: „Wirst von mir hören,...

24. Part 24

Auch die Melzer Sepherl war eine aufrechte Bäuerin geworden und Florian befand sich in einem gewaltigen Irrtume, als er damals meinte, die Geschichte zwischen dem Reindorferhofe...

25. Part 25

Und wie es ihn vor neunzehn Jahren von dem Wochenbette seines Weibes hinweg, ohne daß er sich dessen unter Weges bewußt war, seinen heimkehrenden Kindern entgegentrieb, so streb...

26. Part 26

„Ich komm’ nur, sagen, daß wir einen kleinen Bauer auf’n Hof ’kriegt haben! Ein schön’s Büberl, sagen die Leut’, ich versteh’ mich nit so drauf, da muß er vorerst größer werden,...