Category: Novels

Das Gefängnis zum Preußischen Adler

Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1914 so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht mehr verwendete Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original unverändert; fremdsp...

Chapters

1. Part 1

Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1914 so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnlic...

2. Part 2

Bedrückt schwieg ich, und damals in meiner ärgerlichen Enttäuschung war ich schlecht auf meinen Vogel zu sprechen, der mir vorgefaselt hatte, das Haus sei ein Feenschloß. Doch d...

3. Part 3

Auch wie er zu dem Spitznamen Igel kam, will ich nicht verschweigen. Schon der Name Hegel hat die Anlage, in Egel, Igel umgewandelt zu werden. Und als ich zum erstenmal mit dem...

4. Part 4

Wiederholt nickte der Igel, als wollt’ er sagen: „Du bist im rechten Fahrwasser!“ Und als ich schwieg, suchte er zu ermuntern: „Na ja, mit dem dreieinigen Gott -- das ist naturg...

5. Part 5

Lächelnd setzte der Altpfarrer seinen antipreußischen Gedankengang fort: „Wissen Sie, wer der innere Feind ist? Ein Berliner Leutnant hat in der Instruktionsstunde seine Rekrute...

6. Part 6

Als ich, von der freireligiösen Sitzung heimgekehrt, im Bette lag, gingen mir diese Gespräche durch den Kopf -- wie im Wirbelwind Staub und Papierfetzen herumtanzen. Ich quälte...

7. Part 7

Er amüsierte sich über die angeklebten Papierdinger, da er sowas noch nie gesehen. „Und nun, Frau Lieschen, lassen Sie ruhig den anderen Exekutor kommen! Er findet alles bereits...

8. Part 8

Tat also meinen Mantel um und ging mit Bolle aufs Amt. Der kluge Amtsvorsteher Kloß begrüßte mich mit seiner gewinnenden Höflichkeit. „Und nicht wahr, verehrter Herr Doktor? Sie...

9. Part 9

Gern hatten wir seine Freimütigkeit, die er unter Spießern mit Derbheit und Spott behauptete. Auch schätzten wir seine stete Bereitschaft, in seine harte, oft grämliche Berufsar...

10. Part 10

Während ich philosophierte, von Hühnern umgackert, fühlte ich den Drang, die Arme zu regen, die Fäuste. Dazu war ja nun die Kegelbahn gut. Ich stellte die Kegel auf und packte e...

11. Part 11

„Ick walze meinen Schlendrian, Zieh an, wat mich jefällt; Un wat ick nich mehr dragen kann, Bei’n Juden kriech ick Jeld! Und sollte ooch mein Hemd In dausend Löcher schimmern, S...

12. Part 12

Bald nach diesem Genrebilde sah ich Pofken im Sonntagsstaat und überlegte, aus welchem Anlaß er zum schwarzen Bratenrock noch die weiße Binde angetan habe und gar seinen Zylinde...

13. Part 13

„Hier ist es ja stockfinster,“ meinte Spornreutter, „passen Sie auf, wir sind vom Wege ab, hier sind gar Dornen.“ Gleich darauf rief Anton: „Aua! Et piekt mir!“ Und der Amtsdien...

14. Part 14

Diotimas Augen sind geweitet, aus ihrer Rätseltiefe leuchtet die Vision der Seherin. Tausend Blicke bohren sich glühend hinein -- und wie fragend sind der Versammelten Lippen ha...

15. Part 15

Auf das Rosapapier dieser Erwartung fiel freilich am Tage nach der Grillentrauung ein dicker, schwarzer Klecks. Ich sah, wie Baucis stumpfsinnig am Gittergewebe saß, während Phi...

16. Part 16

Als ich bei Norskeborg die Türklingel gezogen, öffnete mir die Haushälterin Fröken Ingrid, eine stattliche Bauerntochter aus Schonen. Von dort stammte auch Olaf Norskeborg, der...

17. Part 17

Ich erwachte; verdutzt betrachtete ich die mir fremde Tapete und die Waschschüssel in dem Gußeisengestell. Wo bin ich? Einen Moment glaubte ich, in der Krone zu Alt-Strelitz zu...

18. Part 18

Verwundert glitten seine Blicke über die Ausstattung meines Gefängnisses. „Ihren Konflikt mit dem Kultusministerium habe ich verfolgt. Wir bedauern lebhaft -- das heißt, wenn ic...

19. Part 19

Vorgestern hatte Onkel Pofke solch eine Versammlung sogar besucht. Er war ganz begeistert davon, und ein komisches Vorkommnis erzählte er mit immer neuer Heiterkeit: Ein Redner...

20. Part 20

Nicht ohne Rührung schüttelte mir Bolle die Hand: „Nu jehn Se man! Mit Jott! Un den Umzuch will ick alleene besorjen. Mit Jott!“ Mir blieb nichts übrig, als Herrn Bolle und sein...