Category: Novels
Clerambault: Geschichte eines freien Gewissens im Kriege
1 9 2 2 L i t e r a r i s c h e A n s t a l t R ü t t e n & L o e n i n g F r a n k f u r t a . M .
Category: Novels
1 9 2 2 L i t e r a r i s c h e A n s t a l t R ü t t e n & L o e n i n g F r a n k f u r t a . M .
1 9 2 2 L i t e r a r i s c h e A n s t a l t R ü t t e n & L o e n i n g F r a n k f u r t a . M .
2. Part 2Er erzählte ihm die letzten Neuigkeiten: Die russische Mobilisation, den Kriegszustand in Deutschland. Clerambault sah ihn an, ohne ihn zu verstehen. Seine Gedanken waren so wei...
3. Part 3Aber auch die alten Männer, die zurückgeblieben waren, meinten, ihr Denken ausnützen zu müssen. Freilich nicht, um die Wahrheit zu ergründen, sondern um den Sieg zu sichern. In...
4. Part 4Die Lawine riß auch Camus mit. Der kleine Bureauchef ging ganz in ihr auf, und zwar ohne irgendwelche Leidenschaft, ohne Gewalttätigkeit. Er fühlte plötzlich eine große Kraft, e...
5. Part 5Die Verwirrung auf dem Antlitz seines Vaters hinderte ihn weiterzusprechen. Ein plötzliches Mitleid überkam ihn. Und er fragte nur, ob sein Vater wirklich sicher sei über die St...
6. Part 6Ah, wie sie schwer war, heiß, zugleich stinkend und schön, seidenhaarig, warm und doch blutig. Zusammengefügt aus den niedrigsten Instinkten und den erlauchtesten Träumen. Was w...
7. Part 7Die Philosophen herrschten im Reiche der abstrakten Konstruktion. Sie exzellierten in der Kunst, das Konkrete durch Abstraktion, das Wirkliche durch seinen Schatten zu erklären,...
8. Part 8In einem anderen Sinn merkwürdig war Alexander Mignon, ein Vorkriegspazifist, ein alter Freund Clerambaults, ungefähr im gleichen Alter mit ihm, Bourgeois, Intellektueller und H...
9. Part 9„Ihre Menschengüte, Ihre künstlerische Empfindsamkeit täuschen Sie glücklicherweise, mein Freund. Die Welt ist noch nicht am Ende, die hat schon andere Dinge gesehen und wird no...
10. Part 10„Mein Name? Der paßt gut zu mir: Courtois Aimé. Aimé ist der Vorname. Paßt wie ein Handschuh zu einem, der im Dreck sitzt.... Und dazu noch Courtois, ein guter Witz. Meine Elter...
11. Part 11Schon glaubte sich Clerambault nach einigen Wochen vergessen und dachte an eine neue Veröffentlichung, als eines Morgens Leo Camus mit Getöse bei ihm eintrat. Er krümmte sich vo...
12. Part 12In seinem eigenen Hause fand Clerambault keine Unterstützung mehr. Seine alte Gefährtin, die seit dreißig Jahren nur durch ihn dachte und seine Gedanken wiederholte, ehe sie sie...
13. Part 13Der Angriff Bertins lenkte auf Clerambault die Aufmerksamkeit einiger Politiker der äußersten Linken, die nicht recht wußten, wie sie ihre Opposition gegen die Regierung (die ja...
14. Part 14Die ihn zu kennen meinten, waren sehr von ihm überrascht. Von seinen Gegnern war er bisher allgemein als Sentimentaler behandelt worden, der er ja auch im Grunde gewiß war. Weil...
15. Part 15Nun sagt ihr, daß dieser Katechismus in freier Wahl von dem selbständigen und selbstherrlichen Volk genehmigt worden sei! Eine schöne Selbstherrlichkeit! Einfaltspinsel, die die...
16. Part 16Clerambault, mit seinen Kämpfen vollauf beschäftigt, hatte Aline seit Wochen nicht gesehen und nichts von dieser Änderung ihrer Gesinnung wahrgenommen. Wenn Rosine einige Worte...
17. Part 17Es war dringend notwendig, darauf eine Antwort zu geben und für jene einen Sinn des Lebens zu finden. Ein Mann im Alter Clerambaults hat einen Sinn des Lebens nicht so nötig. Er...
18. Part 18Ich sah am Himmel ein Raketensignal. Was es bedeutete, darum bekümmerte ich mich nicht mehr. Aber wie es aufstieg, sich bog und die feurigen Blumen dann ausschüttete — ich kann...
19. Part 19„Ja, eure Revolution hat keinen Raum für den Zweifel. Für euch heiße und harte Herzen, für euch geometrische Gehirne heißt es: alles oder nichts. Nur keinen Übergang! Aber, was...
20. Part 20Von welch tragischer Größe, wie bemitleidenswert wird doch diese Leidenschaft einer Überzeugung im Innern einer Seele gerade dann, wenn sie sich selbst ihrer nicht mehr sicher f...
21. Part 21Die jugendliche Inbrunst und die letzten, ein wenig mysteriösen Worte bewegten und erregten Clerambault. Er versuchte, sich das Bildnis seiner Besucherin zu erwecken. Sie war ni...
22. Part 22So schien alles zwischen diesen Menschen widersprechend zu sein, sowohl ihre geistige Form als auch ihr Temperament. Aber in einem waren sie alle einig, daß sie keiner Partei zu...
23. Part 23„Die einzige Tatsache schon, daß wir sind“, setzte Clerambault hinzu, „dieser Widersinn, den wir der Natur ins Antlitz schleudern, den diese aber bestreitet. Hundertmal entflamm...
24. Part 24„Mir ist“, sagte er, „als könnte ich, wie der hinkende Teufel nachts über die Stadt schwebend, den ersten Abend nach dem Waffenstillstand sehen. Und ich sehe in den Häusern, der...