DE Prosa

Ingeborg

Ich lebe gerne hier, es ist so weit und so still. Niemand kennt mich, niemand kommt zu mir, ich bin ganz allein. Ich kann tun und lassen, was ich will. Ich habe keine Langeweile, meine Tage vergehen. Wie die Wolken über den weiten Himmel streichen, so streichen die Stunden übe...

Chapters

13. Part 13

»Desto besser. Es schien mir so -- auch dein Lächeln ist so eigentümlich. Lebe wohl! Noch eines, eine Aufrichtigkeit ist die andere wert, Freund! Sieh mich nur an, mein Gesicht,...

6. Part 6

Es dauerte Stunden, bis die Lilie sich entfaltet hatte. Wir erlebten sie. Es war als steige Gott mit dem Dufte aus dem Kelche, als jubele es ringsum, als habe diese kleine Blume...

1. Part 1

Ich lebe gerne hier, es ist so weit und so still. Niemand kennt mich, niemand kommt zu mir, ich bin ganz allein. Ich kann tun und lassen, was ich will. Ich habe keine Langeweile...

5. Part 5

An einem Sonntage kam ein Mann zu mir, der aus Haaren, Harz und Honig war. Ich stand am Fenster und sah ihn die Bergstraße heraufkommen. Ein dicker Stock ging neben dem Manne he...

3. Part 3

Die ganze Nacht hindurch sang er, bis die Sonne aufging, der Frühling ließ ihn nicht zur Ruhe kommen. Oft hatte ich mich schon an seinem Gesange gelabt, aber heute verstand ich...

7. Part 7

Einmal da stand ich am Fenster und die Sonne ging unter. So schön ging sie unter, das Tal leuchtete, alles hielt der sinkenden Sonne sein Geschenk entgegen, die Gräser funkelnde...

9. Part 9

Zwei Tage und zwei Nächte brennt lichterloh ein Wald auf der Höhe, mein Wald. Die Feuerwehren aller Dörfer sind ausgerückt mit vielem Getute und Gerumpel. Laßt ihn brennen! Laßt...

11. Part 11

Ich hatte nicht daran gedacht, daß die Sonne untergehen würde, daß die Nacht heute kommen könnte. Aber alles ging seinen Gang, als wäre nichts geschehen. Plötzlich wurde alles r...

4. Part 4

»Laß es dir erzählen, Axel. Höre mir zu. Er schleicht herum, ich weiß es. Seit ich ihn kenne, schleicht er mir nach. Schon als Knabe war er so. Er ist so aufdringlich und so hoc...

2. Part 2

Harry Usedom ging an meinem Hause vorüber, in einen phantastischen Mantel eingehüllt, es regnete. Er hatte es sehr eilig. Ich saß am Klavier und sah ihn die Straße heraufkommen....

12. Part 12

Ingeborg, Ingeborg, warum hast du mich verlassen? Ja, warum? Habe ich dich nicht geliebt, war es nicht schön in diesem Frühling und Sommer? Ich frage dich, es soll kein Vorwurf...

14. Part 14

»Ich finde keine Ruhe mehr!« flüsterte ich. Ich war totmüde, einige Tage und Nächte hatte ich nicht mehr geschlafen. So heimtückisch arbeitete es in mir, am Tage konnte ich mich...

8. Part 8

Man würde Ingeborg in die Erde versenken, oder man würde ihren Leichnam mit Salben durchtränken, um ihn gegen die Verwesung zu schützen. In der Ahnengruft drunten in der Kirche...

10. Part 10

Im Park gab es eine Grotte, ein überhängender Fels, ein kleiner klarer Tümpel darunter, in den von Zeit zu Zeit, in gleichen Zwischenräumen ein Tropfen fiel. Der Tropfen rief im...

15. Part 15

Ob ich ihr etwas von Ingeborg zu sagen habe? »Nein, nein! Sprechen wir nicht von Ingeborg. Wir wollen von uns beiden sprechen, haha! Aber da du von Ingeborg sprichst, so kann ic...