Category: Novels

Der graue Alltag und sein Licht

Welch wunderliches Erlebnis, zur Erbin des »grauen Alltags« ernannt zu sein! In unserer Familie ist seit Generationen ein Suchen nach Licht gewesen, ein Hunger nach Freuden und Sonntagen. Und ein Durst nach Arbeit, Pflichterfüllung und schöner Ruhe. Was fange ich mit dem graue...

Chapters

1. Part 1

Welch wunderliches Erlebnis, zur Erbin des »grauen Alltags« ernannt zu sein! In unserer Familie ist seit Generationen ein Suchen nach Licht gewesen, ein Hunger nach Freuden und...

2. Part 2

Darunter steht mit Tante Jesuliebes feinkritzliger Handschrift, die so in hellem Widerspruch steht zu ihrem derb zupackenden Wesen: »_Zünd an, Brigitte! Zünd an!_« Den Tag und d...

3. Part 3

Damit habe ich bei dem »Ohm Matthias« sehr schlecht abgeschnitten. Er schreibt seine Antwort so grob und mißbilligend, daß ich sie mir ungefähr so übersetzt habe: »Gestorben wir...

4. Part 4

Es gibt nichts Trostloseres, als solch eine Feier am offenen Sarge einer Mutter. Aber die Sitte will es hier so, und Sitten und Gebräuche können sehr unbarmherzig sein. Ich kam...

5. Part 5

Kurz vor dem Abendbrot erschien noch ganz unerwarteter Besuch, der im Ruhestand lebende Pastor Külpers. – Er war mir in seiner steifen Zugeknöpftheit, die er zu Anfang zeigte, a...

6. Part 6

Es ist plötzlich eine wunderliche Stimmung über mich gekommen, soll ich’s Weichheit, Beängstigung, Untapferkeit nennen? Wie beschämend für meines Vaters Tochter. Wird es sich au...

7. Part 7

Ritter Lage schreibt: »Man wird die kleine Gitti ihrem Schicksal überlassen müssen. Sie will, scheint es, ohne guten Rat verständiger Vettern gehen, trotzdem sie noch, sozusagen...

8. Part 8

Aber als ich dann aufsprang, weil die liebe, klangvolle Stimme verstummt war, und dann durch die Tapetentür in mein eigenes Zimmer schlüpfte, da war dieses kalt und dunkel und l...

9. Part 9

»’s war ’ne Marotte vom Herrn Baron«, war die Antwort. »Die Eva ist gern mit dem alten Herrn Pfarrer zusammen, und dann läuft ihr der Mund und das Herz fort. Von mir aber wußte...

10. Part 10

Bin kaum zum Ausruhen, noch weniger zum Nachdenken gekommen. Denn die allerletzte Kate meines Dorfes beanspruchte mich völlig. Wohl hatte ich mir Hilfe genug mitgenommen, eine d...

11. Part 11

»Seltsam, seltsam«, sagte Frau von Heidkamp, und ich war so froh, daß sie ernst blieb und mir aufs Wort glaubte. Und dann kam die alte Eva und brachte uns viele schöne Leckerbis...

12. Part 12

Ein liebreicher Tag! Der war einst mein. Meine ganze Jugend war solch liebreicher Tag. Und dann jener heilige Christabend! Da _seine_ Liebe mich weckte. Wie könnt’ ich sonst gan...

13. Part 13

Ich aber will es noch nicht wahr haben, daß diese feine, alte Frau nur verstockt ist. Wer will ein Mutterherz und seine vielfarbigen Schwingungen ergründen, oder sie gar mit kur...

14. Part 14

Und da erzählte ich von Konrad und Maria Oswald, von allen Möglichkeiten, die sich ihnen und uns böten, und nicht zuletzt von dem heiligen Glück, das der jungen Frau bevorstünde...

15. Part 15

Und es wurde wirklich einmal Mitternacht, die Gäste fuhren und gingen fort, und ich weiß nicht, auf welche Weise es Baron Leo fertigbrachte, sich nicht von den Heidkamps in ihre...

16. Part 16

Laut rief ich: ›Ich komme!‹ Aber ich wußte nicht, wohin ich gehen sollte. Doch ich holte Eva, und wir packten ein paar Köfferchen mit fliegenden Händen, und mein Herz wußte nich...

17. Part 17

Wie hat sich sein Befinden gehoben seit unserm Hochzeitstage! Eine große, köstliche Ruhe ist über uns beide gekommen. Meine Hände falten sich. _Sein_ Kamerad! Ist es nicht _mehr...