Category: Novels

Das Totenschiff

Sie war ein feines Schiff. Verflucht nochmal, das ist wahr. First rate steamer, made in U. S. A. Heimatshafen New Orleans. Oh, du sonniges, lachendes New Orleans, so ungleich den nüchternen Städten der vereisten Puritaner und verkalkten Kattunhändler des Nordens! Und was für h...

Chapters

1. Part 1

Sie war ein feines Schiff. Verflucht nochmal, das ist wahr. First rate steamer, made in U. S. A. Heimatshafen New Orleans. Oh, du sonniges, lachendes New Orleans, so ungleich de...

2. Part 2

Endlich schüttelte er den Kopf und klappte das Buch zu. Offenbar hatte er meine Photographie nicht gefunden. Ich konnte mich auch nicht erinnern, daß ich mich jemals in Antwerpe...

3. Part 3

Ich hätte ihm am liebsten das Tintenfaß ins Gesicht geworfen. Aber ich mußte Geduld üben, und so sagte ich: „Vielleicht können Sie mir wieder ein Schiff verschaffen, damit ich h...

4. Part 4

Zwei grelle Taschenlampen waren auf mich gerichtet, und ich wurde durchsucht. Was die Menschen nur immer zu durchsuchen haben. Ich glaube, die suchen überall nach den verlorenge...

5. Part 5

Er nahm einen Stuhl und bat unter Verbeugung die Dame, sie möge Platz nehmen. Er brachte drei Formulare, sprach leise mit der Dame und schrieb in den Formularen. Die dürren Gest...

6. Part 6

„Jedenfalls. Und Sie sind ein so guter Bezahler, daß Sie außer Ihrer Fahrkarte auch noch die Bahnsteigkarte gekauft haben, die Sie gar nicht brauchten, wenn Sie eine Fahrkarte h...

7. Part 7

Es dauerte eine gute Weile, ehe ich mein Essen bekam. Dann wurde ich in einen andern Raum geführt, wo ein Tisch stand, der mit einer Tischdecke bedeckt war, auf der die Gerätsch...

8. Part 8

Nein, sie steckten mir die Taschen noch voll, damit endlich einmal jemand in meinen Taschen etwas finden möge. Den ersten Tag war ich in der Wache, die erste Nacht mußte ich im...

9. Part 9

Da schon wieder einer. Hätte ich nur den vorigen nicht gehen lassen, dann wäre nun schon bald eine Portion zusammen. Aber ich werde doch keine Klassenunterschiede einführen. Den...

10. Part 10

Heilige Seeschlange, waren die zerlumpt, waren die dreckig! Einer hatte keine Mütze auf, weil er weder Hut noch Mütze besaß, sondern hatte ein Stück von einem grünen Unterrock w...

11. Part 11

Elektrisches Licht hatte die Yorikke nicht; sie wußte offenbar in ihrer Unschuld auch gar nicht einmal, daß es so etwas gäbe. Das Quartier war erleuchtet von einer Petroleumlamp...

12. Part 12

Der Skipper war ein noch junger Mann, sehr gut genährt, mit einem gesunden, roten und glattrasierten Gesicht. Er hatte wässerig blaue Augen, und in seinem gelbbraunen Haar waren...

13. Part 13

Hatte man die Milch gefaßt, so öffnete man die Büchse und nahm als sparsamer Mensch ein Löffelchen voll heraus, um dem Tee ein Wölkchen zu geben. Dann stellte man seine Büchse s...

14. Part 14

Der Kaffee war heiß, schwarz und bitter. Kein Zucker, keine Milch. Brot war vorhanden, aber man mußte es trocken essen, weil die Margarine stank. Der Heizer kam zum Tisch, fiel...

15. Part 15

War die Schlacke heraus und gelöscht, so wurde frische Nußkohle aufgeworfen. Diese Kohle mußte der Schlepp inzwischen aus der Haufenkohle herausgelesen haben, es mußte gute, nic...

16. Part 16

Jemand riß mich auf und schrie mir ins Ohr: „Frühstück ist da.“ Es kann kein Frühstück auf der Welt bereitet werden, das imstande gewesen wäre, mich aus der Bunk zu bringen. Was...

17. Part 17

Seine Ausgaben hat man auch. So leicht ist es nicht, an die Kisten zu kommen. Man muß Schlangenmensch sein. Das hatte ich ja gelernt. Jeden Tag ein paarmal Training; wenn man na...

18. Part 18

Die Fischersfrauen weinten alle herzzerbrechend über das traurige Schicksal des kleinen deutschen Jungen und nahmen ihn auf. Zeitungen lasen sie nicht, und in die dänischen Zeit...

19. Part 19

„Der Mann darf in keinem Lande landen. Er darf an Land gehen, solange das Schiff im Hafen liegt. Wenn das Schiff fort ist, und er wird aufgegriffen, hat die Kompanie oder Sie, K...

20. Part 20

„So etwas von Schreien“, erzählte mir Stanislaw, „kannst du dir nicht denken. Auf dem Rücken konnte er nicht liegen und nicht auf dem Bauche und nicht auf den Seiten. Die Haut h...

21. Part 21

Unter seinem schwarzen dicken Kohlenstaub, den er im Gesicht hat, sehe ich, daß der Heizer ganz bleich ist. Auch Tote können noch erbleichen. Ich klaube mich auf mit zerschunden...

22. Part 22

Gleichzeitig, ohne ein Wort zu sagen, hatten wir uns gebückt, in jede Hand einen sauberen dicken Brocken Kohle genommen und noch in derselben Sekunde dem Zweiten an seine Knoche...

23. Part 23

„Du bist ja noch ganz gut davon gekommen. Ich habe mich mit ihnen schwer gekloppt. Ich kam gleich wieder hoch, nachdem ich den ersten Schlag weg hatte. Du lagst fest, hattest gl...

24. Part 24

Aber das Recht ändert sich durch wechselnde Verhältnisse. Es gibt nichts, das nicht einmal Recht gewesen ist. Man darf das Recht nur nicht einpökeln wollen und erwarten, daß es...