DE Prosa

Das blaue Fenster: Novellen

Ein einsames Kirchlein mitten im Walde hat immer etwas Verträumtes; es ist so, als hätten die Häuser der Menschen, deren Heiligtum es war, das Kirchlein verlassen, so daß es nun ganz allein zurückgeblieben ist, bis die Bäume des Waldes an seine Mauern hinanwuchsen; oder als wä...

Chapters

1. Chapter 1

Ein einsames Kirchlein mitten im Walde hat immer etwas Verträumtes; es ist so, als hätten die Häuser der Menschen, deren Heiligtum es war, das Kirchlein verlassen, so daß es nun...

2. Chapter 2

Wenn nur sein Herz nicht so schmerzlich geschlagen hätte! Das tat es seit der Krankheit immer, wenn er erregt war. Und jetzt hatte es doch wirklich keine Ursache dazu! sagte sic...

3. Chapter 3

Die Sonne senkte sich schon gegen die westlichen Berge, als er oben beim Turme ankam. Er versorgte seinen Gaul und legte die Scheibe neben die Bank beim Turme. Er selbst saß auf...

4. Chapter 4

Die Mutter war im vorigen Winter mit Emilia in Genua gewesen, um Nachrichten über ihren Sohn zu sammeln. Man hatte in den alten Adelsgeschlechtern die beiden Damen mit großer He...

5. Chapter 5

Da stand in der weiten Waldlichtung seitab von dem stattlichen weißen Schlosse auf dem Hügel eine Scheuer und unten am Fuße des sanften Abhanges war eine vornehme und fröhliche...

6. Chapter 6

Aber Riccardo lachte auf, befriedigt, als ginge alles nach Wunsch, und dann schrie er Emilio in die Ohren: »Stoß zu, Emilio, stoß zu, ich habe deine Schwester verführt, aus Irrt...

7. Chapter 7

An der Wand aber stand Karolus Werkmeister, sprachlos, ohne Besinnung; er starrte immer noch nach der Tür, durch welche das blonde Wunder verschwunden war, seine Augen waren wei...

8. Chapter 8

»Nimm mich fort von hier, nimm mich mit dir, ich will dein sein für immer, nur errette mich von diesem Zwerge, errette mich aus dem Wasser hier, ich sterbe vor Scham und Ekel be...

9. Chapter 9

»Die Oberin Berthilde vom nächsten Nonnenkloster schickt dies Gebetbüchlein der Pförtnerin Clarissa,« sprach das Weiblein, »daß sie es als Geschenk annehme. Aber, um sie von den...

10. Chapter 10

Aber diese Worte fielen neben seinen Ohren nieder, ohne daß er sie einer Überlegung für wert hielt, da dem Armen ja jegliche Lust am Weibe geschwunden war und er nur immer an se...

11. Chapter 11

So wurde diese Rede die eindringlichste und längste Predigt, die je gehalten wurde, und als der Morgen graute, war der Ritter so windelweich geworden in seinem verhärteten und v...