DE Prosa

Arnold Beer: Das Schicksal eines Juden

»Mit dem Kinnbacken eines Esels einen Haufen, zwei Haufen -- mit dem Kinnbacken schlug ich tausend Mann. Und als er vollendet zu reden, da warf er den Kinnbacken aus seiner Hand und nannte selbigen Ort: Ramath-Lechi.« Die Richter, 15

Chapters

1. Part 1

»Mit dem Kinnbacken eines Esels einen Haufen, zwei Haufen -- mit dem Kinnbacken schlug ich tausend Mann. Und als er vollendet zu reden, da warf er den Kinnbacken aus seiner Hand...

2. Part 2

Die Lesewut machte zu Beginn des Gymnasiums einer unbändigen Sammelfreude Platz. Arnold besaß bald, wie ein Onkel sich ausdrückte, eine »Sammlung von Sammlungen«, er hob alte Tr...

3. Part 3

Besonders schlecht stand Eisig beim Professor des Griechischen, Schleiderer mit Namen, dessen Laufbahn auch sonst von vielen Verwünschungen der unruhigen Schüler widerhallte, al...

4. Part 4

Dies jedoch hätte die Verehrung, die ihm diese so verschiedenartigen jungen Leute zollten, noch nicht erklärt. Es muß noch gesagt werden, daß er alle nicht nur begleitete, sonde...

5. Part 5

Doch stand er bei seinen Eltern nicht minder hoch als bei seinen Freunden im Wert. Schon seit seiner Jugend, da er als »Wunderkind« frühzeitig aufsagen, lesen und schreiben gele...

6. Part 6

Unser Held hatte, wiewohl er sich darüber nicht klar war, im Grunde nichts anderes erwartet; pflegte er sich selbst doch manchmal in ironischer Laune den »geborenen Vereinsobman...

7. Part 7

Sie hieß Feistnig und stammte aus Deutschböhmen, aus dem Erzgebirge. Ihre Eltern waren sehr arm, er solle nur ja nichts anderes dahinter vermuten, ein armer Bauer, eine arme Spi...

8. Part 8

Inzwischen war auch das Flugunternehmen an einen kritischen Punkt gelangt. Aus nichtswürdigen Quellen häuften sich die Angriffe, anonyme Briefe flogen, die Sicherheitsbehörden s...

9. Part 9

»Ja richtig, der Schauflug!« Arnold machte, als ob er sich erst jetzt darauf besänne. Dann zog er mit dem letzten Rest seiner Energie den Mund männlich zusammen: »Das kommt nich...

10. Part 10

Die Großmutter nahm eben das nur ein wenig verkleinerte, jetzt glänzende Bonbon aus dem Mund, und legte es aufs Federbett. Ein Schleimfaden zog sich daran. »Geh loß mich, wenn i...

11. Part 11

Nun allein mit der Schlafenden schlich er wieder zum Sessel zurück, wagte aber nicht, sich zu setzen ... Sie war schön. Das Alter hatte nichts Entstellendes, Unregelmäßiges in i...

12. Part 12

Er war enteilt. Auf der Gasse erst, in frischer Luft, durch die hindurch man nahe Wälder zu spüren glaubte, fiel ihm ein, daß er heute den ganzen Tag bisher in der Familie verle...

13. Part 13

Jetzt verlangte sie aber schon dringend, aus dem Bett zu steigen. Dabei rief sie die Mama zu sich und sagte ihr etwas ins Ohr, was diese sehr zu freuen und umzustimmen schien, d...

14. Part 14

Noch zwei Gegenstimmen. Mein Buch sei zu ausgeprägt jüdisch, sagt die eine und die andere, es sei nicht jüdisch genug. Nun könnte ich mit einer nicht einmal sophistischen Wendun...