DE Prosa

Der Fremde: Ein Gleichniss

Das Wetter war schlecht gewesen seit Wochen schon, keine Kälte, aber beständig sickerte von oben eine feine, durchdringende Feuchtigkeit. Der Himmel schien sehr nah an die Erde gerückt, die Grenzlinien beider vermischten sich in diesem Grau, das Alles einhüllte, auflöste, aus...

Chapters

10. Part 10

Es war ein sehr alter Wald aus lauter hundertjährigen Bäumen, Eichen mit seltsamen verknoteten, verknöcherten Stämmen, die da wie Vorweltriesen standen. Unten waren sie schon ab...

14. Part 14

So dass eine grosse Bewegung, niemals Ruhe war im Lande, denn Viele auch der Gelehrten und Gebildeten nahmen sich der Sache an, forderten, die Einen eine Bodenreform, dass man d...

11. Part 11

Martha war mit hineingegangen. Sie beeilte sich die Vorhänge fortzuziehen: „Sieh ihn Dir genau an und merke die Zeichen des Uebels, an dem er gestorben ist.“ Sie beschrieb sie g...

8. Part 8

Schön war es in der That. Alle Bäume standen wie schwarze Säulen, ganz gerade mit seltsamem Ast- und Aderwerk. Ihre Zweige verbanden sich. Sie kreuzten sich und rankten ineinand...

12. Part 12

Und sie nahm einen Teppich von purpurfarbner Seide, der im Schrank gelegen, auf dem nie die Sonne geruht und keines Menschen Fuss hatte ihn je betreten. Diesen breitete sie aus...

13. Part 13

Damit sah er ihn an, der das gesagt hatte. Er sah, dass es ein sehr alter Mann war, und Einer, der lange gewandert war. Sein Haar und Bart hingen wild. Der Staub der Wege lagert...

4. Part 4

... Manchmal ging er sehr früh am Tage. Alles war grau, grau wie im Wasser gewaschen und noch nicht getrocknet wieder. Die Feuchtigkeit sass in der Erde wie in einem Schwamm. Di...

1. Part 1

Das Wetter war schlecht gewesen seit Wochen schon, keine Kälte, aber beständig sickerte von oben eine feine, durchdringende Feuchtigkeit. Der Himmel schien sehr nah an die Erde...

9. Part 9

Er sprach: „Sollen sie keimen, wird es sie schon tragen, wo sie Wurzel finden. Die Erde ist nicht besser denn das Wasser. Wo ein Same leben soll, müssen tausende sterben.“

15. Part 15

Solche Rede erschreckte sie. Sie konnte nicht anders glauben, als dass es der Wahnsinn sei, der aus ihm redete. So kamen ihr die Thränen in die Augen. Sie sprach mit thränenvoll...

2. Part 2

Bald glätteten sich die Züge. Sie wurden heiter, fast strahlend. „... Eine Ruhe kommt langsam, das ist der Schlaf. Es kommt wie ein Schatten über eine grüne Wiese. Es ist weiss...

3. Part 3

Man fürchtete, dass der Zudrang zu der Versammlung ein sehr grosser würde. In Folge dessen war die Schutzmannschaft reichlich aufgeboten. Man gab Achtung, den Saal auf die Minut...

16. Part 16

Er sprach: „Die Könige und Mächtigen sind nicht die, die geben können. Von innen muss es kommen, was die Welt neu gebiert. Wenn die Bettler die Letzten sind, werden die Könige d...

7. Part 7

Dieser Herr war bekannt dafür, dass er die feinste Nase in Deutschland hatte, um die Jesuiten zu riechen. Das war sein rother Lappen, auf den er überall losging, ihn überall her...

5. Part 5

Das Volk lief ihm zu. Etliche erwarteten Lohnerhöhungen, Gaben der Reichen. Andre rechneten auf die Revolution, wo er ihr Häuptling werden sollte. Denn seine Rede klang gewaltig...

6. Part 6

Der Doctor beobachtete seinen Patron und den Fremden. Er sah das breite Faungrinsen des Alten. Er kannte diese kühle Manier, mit der er die teuflischsten Dinge sagte, dies frech...

17. Part 17

Der Assessor langweilte sich. Er fand, dass es für ihn überhaupt nicht der Mühe werth sei, sich mit einem abgerissnen Strolch länger zu beschäftigen. Man hatte genug zu thun, Be...

18. Part 18

Alle Felder lagen unter Dünger und waren kahl. Auch der Rasen am Feldrain sah verbrannt aus. Ueber der ganzen Landschaft lagerte die üble Laune des Novembers, eine Stimmung des...