German fiction -- 20th century

Das Kreuz im Venn

Die Rechtschreibung und Zeichensetzung des Originals wurde weitgehend übernommen, lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Die Originalvorlage ist in Fraktur gedruckt; Textpassagen, die im Original in Antiqua gedruckt sind, wurden hier _so_ markiert. Gesperrt g...

Chapters

1. Part 1

Die Rechtschreibung und Zeichensetzung des Originals wurde weitgehend übernommen, lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Die Originalvorlage ist in Fraktur ged...

2. Part 2

Der andere blickte einen Augenblick verwundert, das »Du« war ihm doch ungewohnt, nachdem man sich so viele Jahre nicht gesehen hatte. Aber er fand sich in den Ton. »Bärtes«, sag...

3. Part 3

Wahrhaftig, da hatte der Adams ganz recht! Es war gar kein Glück, wenn immer alles anders wurde, als es früher gewesen war. Wenn die Regierung helfen wollte, sollte sie lieber d...

4. Part 4

»Für uns nit!« Der Fabrikant wollte seine Damen vorangehen lassen – seine Frau war auch neugierig gewesen, die Kolonie zu sehen, und Hedwig brannte auf die Verbrecher – aber bre...

5. Part 5

Sie führte ihn in die Stube und bot ihm einen Sitz auf dem Ledertuchsofa an, über das sie zuvor rasch mit der Schürze wischte. Das wäre nicht nötig gewesen; es war so sauber in...

6. Part 6

»Abeking,« schrie Scheffler laut, um sich im Rasseln der Räder, die mit einem furchtbaren Lärm über die schlechtgepflasterte Dorfstraße rollten, verständlich zu machen, »nichts...

7. Part 7

»Et war ’ne Torfstecher, ich kam drüber heem,« sagte der Mann. »Äwer et konnt doch jrad so jut einer von denen do sein, so ’ne Räuber und Mörder. Nee, nee, Herr Schmölder –« gan...

8. Part 8

Bürgermeister und Bürgermeisterin blieben stumm. Als ob er die Gedanken, die die Seele seiner Frau bewegten, heute wie damals in erster Ehezeit, geahnt hätte, legte er den Arm f...

9. Part 9

»Ich bin auch ’ne Bauer, Herr Kreisphysikus! Wir haben seit Jahren und Jahren aus unseren Brunnen jetrunken und sind leidlich jesund geblieben – ein Krankheitsfall kommt eben üb...

10. Part 10

»Der hat schon mal einen totgeschlagen,« flüsterte es aus der entferntesten Ecke, ganz leise. Aber der Roßschlächter hatte es doch gehört, er brüllte: »Jickesjackes, totjeschlag...

11. Part 11

Es war kühl hier auf dem Bahnsteig der höchstgelegenen Station; von allen Seiten konnte der Wind ankommen, hohe Zäune aus Latten mußten die Schienenstränge schützen gegen die Sc...

12. Part 12

Wie eine Vorbeterin, mit erhöhtem Ton, begann das Mädchen aufs neue. Es hatte etwas Heißes, etwas gewaltsam mit sich Fortreißendes, Bäreb konnte nicht widerstehen. Mit Mühe nur...

13. Part 13

Treuherzig, offen und der Mitteilung froh, hatte der Jüngling das dem Mädchen erzählt. Er war auch ganz fremd in der Stadt, hatte keine Bekannte; und sehr viel mehr Geld als Bär...

14. Part 14

Um acht Uhr am Morgen hatten die Springer zu springen angefangen, jetzt war es zwei Uhr Nachmittagszeit; die Prozession war zu Ende, die unruhig hüpfende, antreibende, anfeuernd...

15. Part 15

Hedwig stockte der Atem: war das wahr, wirklich wahr, liebte er sie wirklich so sehr? Ein freudiger Schreck durchrieselte sie. Sie fragte nicht, woher die blonde Frau das wußte,...

16. Part 16

Adjutant von Scheffler steckte den Kopf mit der Schnurrbartbinde und den mit Creme gesalbten Wangen zu seiner Tür heraus, aus einer anderen fuhr der Stabsarzt; Leutnant Schmidt...

17. Part 17

Er seufzte auf und sah sich um. Weit hinten, in ihrem Kessel schon ganz versunken, lag die Stadt; nur die Burg war noch im Mondlicht zu sehen und die Felsen, die wie ein Tor die...

18. Part 18

Festen Schritts, aber den Kopf gesenkt, verließ der Mann den Bahnhof. Nun fiel es ihm ein, nun, da es zu spät war, was er ihr hatte sagen wollen: sie =mußte= herkommen, sie =muß...

19. Part 19

Der Bauer Adams trank längst wieder aus seinem Brunnen. Was kümmerte es ihn, daß es verboten war?! Sein Nachbar Zumstädtchen tat es ja auch. Aber ein gutes Gewissen hatte er doc...

20. Part 20

Bleiern lastete der Himmel über der Gasse. Unter dem bleiernen Himmel schritt Leykuhlen hin. Solange er noch in der Stadt war, behielt er seine aufrechte Haltung bei; aber nun,...

21. Part 21

Der Bürgermeister neigte sein Haupt tiefer und tiefer. Er wagte nicht aufzusehen; es war ihm, als müßten sich aller Blicke vorwurfsvoll auf ihn richten, als nagelten sie ihn all...

22. Part 22

Sie hielt sich die harten braunen Finger vors Gesicht, und er sah die Tränen zwischen ihnen durchrinnen. Die mußte ein weiches und warmes Herz haben! Er begann, ihr freundlich z...

23. Part 23

Mit einem großen Wohlgefallen blieb Josef wach. Sonst war er ungeduldig, schier verzweifelt, wenn er nicht schlafen konnte, heute wachte er gern. Er malte sich das Leben hier au...

24. Part 24

»Ja, meinen Sie denn wirklich, dieser Bauernbürgermeister wäre als Abgeordneter ein Glück für den Kreis?« Der Landrat schien sich noch immer nicht von diesem Thema losreißen zu...

25. Part 25

Nun weinte die Mutter nicht mehr. Sie betete alle Abend zur allerheiligsten Mutter von Lourdes, und alle Morgen zum heiligen Willibrord; zu den zweien, denen sie am meisten zu d...

26. Part 26

Er war entwaffnet. Für ihn, für ihn allein war sie also gelaufen?! War im Dorf gewesen, hatte sich aber nicht einmal Zeit genommen, Eltern, Geschwister, an denen ihr Herz hing,...

27. Part 27

Viele Tage hatte Josef im Fieber gelegen; es war eine böse Erkältung. ›Knapp an einer Lungenentzündung vorbei,‹ sagte der Doktor. Auch den Kreisphysikus schickte Heinrich noch h...

28. Part 28

»Ich denk, de muß mal austreten. Ich laß ihn. Ich seh ihn hinter den Busch jehen, den Schweinigel. Er kömmt lang nit wieder. Wo bleibt de? Ich ruf, ich schrei. Zum Donnerwetter...

29. Part 29